Wie wird sich die Altersstruktur der Menschen im Landkreis Leer langfristig verändern? Welcher Handlungsbedarf ergibt sich daraus im Landkreis für die nächsten 15 oder 20 Jahre? Mit diesen und ähnlichen Fragen will sich der Landkreis Leer in den nächsten Monaten gezielt befassen. Das ist das Ergebnis eines Workshops, den Landrat Bernhard Bramlage am vergangenen Samstag mit seinen Dezernenten und Fachbereichsleitern veranstaltet hat. Intern hat Bramlage die Aufgabe bis auf Weiteres zur Chefsache erklärt. Außer dem Austausch zwischen Politik und Verwaltung plant der Landrat eine öffentliche Auftaktveranstaltung sowie Foren mit Bürgerbeteiligung und die Einbindung von Fachleuten.
Wie Bramlage dazu ausführt, reiche allein das Wissen um die demographische Entwicklung in Deutschland und Europa nicht aus. „Über unsere bisherigen Erkenntnisse und Planungsdaten hinaus gibt es auch regional und örtlich eine Menge von wichtigen konkreten Fragen“, sagt der Landrat und verweist beispielhaft auf einige davon: Wie werden sich Geburtenzahlen langfristig entwickeln, was bedeutet das für den Bau von Kindergärten und für den Schulbau? Welche Auswirkungen hat eine andere Altersstruktur auf den wirtschaftlichen Wandel, welchen Veränderungsbedarf gibt es für die Siedlungsentwicklung und die Raumplanung, für die öffentliche Daseinsvorsorge oder in den Bereichen Sport, Kultur und Freizeit?
Damit es nicht zu kostspieligen Fehlplanungen komme, gelte es, die Entwicklung rechtzeitig zu erkennen und die notwendigen Konsequenzen zu ziehen. „Städte, Gemeinden und Landkreise stehen vor der großen Herausforderung, durch eine wirtschaftlich tragfähige soziale und kulturelle Differenzierung neue Wege zu finden“, so Bramlage. Gleichzeitig gehe es darum, im Wettbewerb der Regionen die Attraktivität für Einwohner und Betriebe zu erhöhen.
Nach den Planungen des Landrats wird die Kreisverwaltung zunächst die notwendigen Daten, Zahlen und Fakten zusammentragen. Für den Herbst wird eine größere Auftaktveranstaltung geplant, in der weiter für das Thema sensibilisiert werden soll. „Mir ist ganz wichtig, dass die Vorstellungen der Bürgerinnen und Bürger maßgeblich in die Diskussion mit einfließen“ sagt Bramlage. Dazu stelle er sich öffentliche Foren zu verschiedenen Teilfragen und bei Bedarf auch in verschiedenen Gebieten des Kreises vor. Unter Beteiligung von Fachleuten solle das Thema in Arbeitsgruppen weiter entwickelt werden und schließlich seien daraus unter Beteiligung der Ausschüsse und des Kreistages Handlungsrichtlinien festzulegen.
Pressekontakt: Landkreis Leer, Pressestelle, Dieter Backer
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