Bocholt, 21. Juni 2005
Freundschaftsspiel zwischen Ajax Amsterdam – Borussia Mönchengladbach findet nicht statt
Sicherheitsbedenken sind nach Einschätzung der Polizei und der Stadtverwaltung zu hoch
Bocholt (pd).
Das geplante Fußball-Freundschaftsspiel zwischen dem niederländischen Ehrendivisionär Ajax Amsterdam und Bundesligist Borussia Mönchengladbach wird nicht, wie zunächst für den 20. Juli geplant, im Bocholter Stadion „Hünting“ stattfinden.
Die Stadt Bocholt wird der Veranstaltung keine Genehmigung erteilen. Das Sicherheitsrisiko ist nach Einschätzung der Polizei und der Verwaltung zu hoch.
Geplant war, dass am 20. Juli am Bocholter "Hünting" im Rahmen der Saisonvorbereitung die Fußballklubs Ajax Amsterdam und Borussia Mönchengladbach gegeneinander antreten. Schon 1998 fand ein Spiel zwischen diesen beiden Profiklubs in Bocholt statt. Damals ging alles friedlich über die Bühne. Doch die Sicherheitslage hat sich geändert.
Nach jüngsten Erkenntnissen der "Zentralen Informationsstelle Sporteinsätze" (ZIS), die dem Landeskriminalamt NRW zugeordnet ist, wird diese Partie nun als "Spiel mit erhöhtem Risiko" eingestuft. Laut ZIS seien mehr als 10.000 Zuschauer zu erwarten. Darunter, so die Einschätzung, könnten viele "Problemfans" und sog. "Hooligans" beider Lager sein, die das Spiel und das Umfeld als Plattform für Randale nutzen.
Die ZIS weist auf die seit Jahrzehnten problematischen Beziehungen zwischen deutsch-niederländischen Fangruppen hin und darauf, dass die Partie in einem Stadion ausgetragen werden müsse, das den "Sicherheitsanforderungen bei internationalen Fußballspielen" entspreche.
"Es ist äußerst bedauerlich, dass so eine sportlich höchst attraktive Begegnung nicht am "Hünting" stattfinden kann", sagt Bürgermeister Peter Nebelo. "Doch letztlich muss die Sicherheit vor und im Stadion zu hundert Prozent gewährleistet werden können. Und nach Einschätzung der Polizei, die speziell mit Fußballfans langjährige Erfahrung vorweisen und eine seriöse Risikoeinschätzung vornehmen kann, kann dies in diesem Fall nicht gewährleistet werden. Die Verantwortung, dass es zu Ausschreitungen kommt, die Personen- und Sachschäden nach sich ziehen, ist nicht tragbar. Nach Abwägung aller Faktoren ist das Risiko, die Partie in Bocholt stattfinden zu lassen, zu groß."
Die Verantwortlichen des 1. FC Bocholt sind als Organisatoren der geplanten Veranstaltung über die Entscheidung der Verwaltung informiert worden.