03. August 2005

Stadtwerke reagieren auf aktuelle Freibad-Diskussion

Geschäftsführer Gisbert Büttner nimmt Stellung

Herten - Die Diskussionen über die organisatorischen Veränderungen im Freibad Backum reißen nicht ab.

Seit Beginn der Sommersaison 2005 wurde das von den Hertener Stadtwerken betriebene Freibad, das sich auch weiterhin einer großen Beliebtheit in Herten und der Region erfreut, mit Negativschlagzeilen in der Presse konfrontiert. "Wir möchten auf diesem Wege Stellung zu der aktuellen Debatte nehmen und erneut die Chance nutzen, Licht ins Dunkel zu bringen", erklärt Stadtwerke-Geschäftsführer Gisbert Büttner. "Wir dürfen bei der momentanen Diskussion nicht vergessen, dass das Copa Ca Backum ein Wirtschaftsunternehmen ist, das seine Kosten im Blick behalten muss. Natürlich stehen dabei die Hertener Stadtwerke im Hintergrund, aber auch hier werden uns durch das neue Energiewirtschaftsgesetz ganz klare Grenzen aufgezeigt. Das Kostenbewusstsein macht somit auch vor dem Freizeitsektor nicht Halt. Wir zählen jedoch nicht zu den Bädern, die diese Kostenfrage direkt mit Erhöhungen der Eintrittsgelder lösen. Dabei sind wir in den vergangenen 15 Jahren immer fair gegenüber unseren Gästen geblieben und darauf sind wir auch stolz.

Wir versuchen alternative Wege zu beschreiten, die uns helfen, kostenbewusst zu agieren. Dazu zählen die Schlecht-Wetter-Regelung bei den Freibad-Öffnungszeiten und die strikte Trennung von Freizeit- und Freibad, die wir mit Beginn der diesjährigen Sommersaison eingeführt haben. Ein Freibad ist ein sehr personalintensiver Bereich. Darüber hinaus verfügt unser Freibad über besondere Attraktionen wie die beiden großen Rutschen und den Sprungturm, die einer besonderen Aufsicht und Betreuung bedürfen, um die notwendige Sicherheit der Besucher zu gewährleisten. Mit den neuen Öffnungszeiten können wir erreichen, dass das Freibad bei schlechten Wetterverhältnissen für acht Stunden geschlossen wird und damit Kosten unter anderem für das Aufsichtspersonal eingespart werden können. Warum sollte man ein Freibad mit einer Gesamtfläche von 26.000 Quadratmetern und 2.500 Quadratmetern Wasserfläche für eine Hand voll Gäste bei schlechtem Wetter offen halten? Diese Rechnung geht einfach nicht auf. Auch die Forderungen einzelner Gäste beispielsweise nur das 50-Meter-Becken bei schlechtem Wetter zur Verfügung zu stellen, können nicht greifen. Wer garantiert uns, dass die anderen Becken nicht genutzt werden und gegebenenfalls Unfälle passieren, weil keine Aufsicht vor Ort ist? Auf diese Diskussion können wir uns nicht einlassen. Die Sicherheit steht bei uns immer an erster Stelle. Dazu zählt auch der verstärkte Einsatz von Sicherheitsfachkräften im Freibad, die unseren Besuchern ein Gefühl von Sicherheit vermitteln sollen. Damit haben wir auf die Wünsche vieler Gäste reagiert. Leider lassen sich dadurch die zahlreichen Vandalismusschäden nicht ganz eindämmen. Wir werden häufig von unseren Gästen angesprochen, die sich darüber beschweren, dass bestimmte Reparaturarbeiten unter anderem im Umkleiden- und Sanitärbereich noch nicht durchgeführt seien. Diese Arbeiten nehmen jedoch längere Zeiten in Anspruch, um den zukünftigen Übergriffen länger Stand zu halten.

Bei der aktuellen Debatte vergisst man auch die zahlreichen positiven Rückmeldungen, die wir seit der Einführung bekommen haben. Leider melden sich diese Gäste nicht so häufig zu Wort und verfassen positive Leserbriefe! Zudem gelten wir im Kreisgebiet bereits als positives Vorbild, das den Spagat zwischen Kostenbewusstsein und Kundenzufriedenheit gut gemeistert hat. Andere Bäder im Umkreis gehen mit ihren Freibad-Öffnungszeiten weitaus rigoroser vor. Natürlich können wir bestimmte Bereiche noch optimieren, das möchten wir gar nicht bestreiten. Die Erfahrungen, die wir in dieser Saison sammeln, fließen in diese Optimierung ein, um im nächsten Jahr die eine oder andere Feinabstimmung vornehmen zu können. Wir sind immer bemüht, den Wünschen unserer Gäste gerecht zu werden, aber in manchen Bereichen sind uns einfach die Hände gebunden."

Zum Hintergrund: Zu Beginn der Freibadsaison 2005 wurden organisatorische Veränderungen im Copa Ca Backum durchgeführt. Gäste, die die Freizeitanlage besuchen, müssen sich seitdem bereits an der Kasse entweder für das Freibad oder das Freizeitbad entscheiden. Eine kombinierte Nutzung des Freizeit- und Freibades ist nicht mehr möglich. Den Frühschwimmern, die das Hallenbad und Freibad bisher kombiniert nutzen konnten, steht diese Möglichkeit auch weiterhin zur Verfügung. Hierbei ergibt sich jedoch die neue Regelung, dass das Hallenbad für Frühschwimmer nur noch bis 8.00 Uhr nutzbar ist. Ab 8.00 Uhr ist hier der Zugang zum Hallenbad ausschließlich über das Freizeitbad, das zu diesem Zeitpunkt öffnet, möglich. Auch bei den Öffnungszeiten haben sich Änderungen ergeben. Bei schlechtem Wetter öffnet das Freibad von 7.00 Uhr bis 10.00 Uhr und 18.00 Uhr bis 21.00 Uhr. Bei schönem Wetter ist das Freibad Backum zu den gewohnten Zeiten geöffnet: täglich von 7.00 bis 21.00 Uhr.

Rückfragen: Copa Ca Backum Herten, Kerstin Walberg, Telefon: 02366/307-214, E-Mail: k.walberg@herten.de