Projekt zur Stärkung von Ausbildungsreife und Berufswahlorientierung

29.08.2005 | Herten

ABBEO startet in diesem Schuljahr an drei Hertener Schulen

ABBEO - das landesweite Schulprojekt, das sich seit nunmehr einem halben Jahr auch in der Emscher-Lippe-Region der Stärkung von "Ausbildungsreife und Berufswahlorientierung" widmet, startet zum Schulbeginn auch an drei Hertener Schulen. Politische Unterstützung erfährt das Projekt dabei nicht allein durch den Ausbildungskonsens NRW. Vor Ort zeigen sich insbesondere durch die von der DGB-Region Emscher-Lippe initiierte politische Spitzenvereinbarung, das "Westerholter Signal", zu deren Erstunterzeichnern auch Bürgermeister Uli Paetzel gehört, die gemeinsamen Anstrengungen zur Verbesserungen der Ausbildungs- und Berufschancen Jugendlicher.

Etwa 20 Schulen der Region nehmen derzeit am Projekt ABBEO, das in der Region Emscher-Lippe vom DGB-Bildungswerk NRW e.V. durchgeführt wird, teil. Sie alle arbeiten bereits seit Jahren mit Hochdruck daran, ihre Schülerinnen und Schüler noch besser auf die Anforderungen der Arbeitswelt vorzubereiten. Bewerbungstrainings und mehrwöchige Praktika in örtlichen Betrieben gehören dabei ebenso zum Programm wie regelmäßige Besuche des Berufsinformationszentrums (BIZ) oder Seminare zur Lebenswegplanung.

Dennoch sind sich die Hertener ABBEO-Schulen einig: sie wollen zukünftig noch aktiver zum erfolgreichen Übergang von der Schule in den Beruf beitragen und haben bereits eine Menge Ideen hierzu entwickelt. Marita Neumann, Lehrerin der Gesamtschule Herten und ABBEO-Koordinationslehrerin für die Region: "Wir wünschen uns natürlich eine noch engere Kooperation mit Firmen und Organisationen aus der Region, um unsere Schülerinnen und Schüler systematisch an die Wirklichkeit des Arbeitslebens heranführen zu können." Aber auch die Zusammenarbeit mit den Eltern gehört zu den wichtigsten Erfolgsfaktoren, weiß die erfahrene Pädagogin: "Der Rückhalt zu Hause kann die Jugendlichen unglaublich bestärken, ohne diese Unterstützung wird es aber schwierig." Eine Einschätzung, die Gabriele Waga, Leiterin der Bodelschwinghschule, uneingeschränkt teilt. Deswegen denkt sie jetzt, gemeinsam mit dem ABBEO-Team des DGB- Bildungswerkes NRW, auch über neue Formen der Elterninformation und -mitarbeit nach. Auch sie sucht den Kontakt zur örtlichen und regionalen Wirtschaft: "Gerne würden wir Verantwortliche aus Unternehmen als Experten für unsere Schulen gewinnen." Der Nutzen, davon ist sie überzeugt, läge auf beiden Seiten: "Unsere Schüler könnten viel über die Unternehmen lernen und sich mit den Anforderungen, die an sie gestellt werden, vertraut machen. Die Unternehmer könnten entdecken, dass es auch an der Hauptschule viele kluge, interessierte und verlässliche Jugendliche gibt", betont Gabriele Waga.

Experten aus den Betrieben sind auch an der Willy-Brandt-Realschule herzlich willkommen. Gerne sähe man hier, dass auch junge Auszubildende in die Schule kämen, um aus ihrem Alltag zu berichten - und so den Schülerinnen "einen realistischen Einblick in den Job zu verschaffen und vor allem, um ihnen Mut zu machen", wie Vera Klocke-Eickmann, Leiterin der Willy-Brandt-Realschule, hervorhebt. "Denn oftmals wissen wir, dass Jugendliche über viele wichtige Kompetenzen verfügen. Wichtig ist, das passende Berufsfeld für diese vorhandenen Fähigkeiten zu finden."

Eine Aufgabe, für die sich die am Pilotprojekt beteiligten Schulen und das ABBEO-Team des DGB-Bildungswerkes NRW die beiden kommenden Schuljahre vorgenommen haben. "Wir wollen in diesen zwei Jahren den Schulen und damit den Schülerinnen und Schülern helfen, den Übergang Schule - Beruf so erfolgreich wie möglich zu gestalten", erklärt Dr. Klaus Brülls, Geschäftsführer des DGB-Bildungswerkes NRW. "Dies entspricht unserem Verständnis von gesellschaftlicher Verantwortung, auch und gerade im Bereich von Schule und Ausbildung."

Pressekontakt: Pressestelle, Svenja Küchmeister, Telefon: 02366-303227, eMail: s.kuechmeister@herten.de