Magdeburg beteiligt sich erstmals am Tag des Friedhofs
Eigenbetrieb SFM bereitet umfangreiches Programm vor
Die Landeshauptstadt Magdeburg beteiligt sich in diesem Jahr erstmals am bundesweiten "Tag des Friedhofs". Dazu lädt der kommunale Eigenbetrieb Stadtgarten und Friedhöfe Magdeburg (SFM) alle interessierten Magdeburger für den 18. September 2005, 10:00 bis 16:00 Uhr, auf den Westfriedhof ein. Angeboten werden unter anderem Führungen, Vorträge, historische Friedhofsrundgänge und ein Orgelkonzert.
Der Tag des Friedhofs ist eine bundesweite Initiative der Friedhofsgärtner, Bestatter, Steinmetze, Floristen, Städte, Friedhofsverwaltungen, Religionsgemeinschaften sowie Initiativen und Vereinen. Mit geführten Friedhofsrundgängen, Ausstellungen sowie Musik und Literatur soll die Bedeutung von Friedhöfen als Ruhestätte, Ort der Trauerbewältigung, Erholungs- und Lebensraum den Menschen näher gebracht und der Umgang mit den Themen Tod und Trauer enttabuisiert werden. Ins Leben gerufen wurde der Tag des Friedhofs im Jahr 2001 während einer friedhofskulturellen Tagung in Potsdam.
In Magdeburg wird der Tag des Friedhofs am 18. September um 10:00 Uhr von Bürgermeister Bernhard Czogalla in der historischen Kapelle des Westfriedhofs eröffnet. Zum Programm zählen Orgelkonzerte und eine Führung durch die restaurierte historische Feierhalle und das Krematorium. Außerdem stellen sich in den Räumen des Feierhallenkomplexes Floristen, Bestatter, die Notfallseelsorge im evangelischen Kirchenkreis Magdeburg, das Hospiz der Pfeifferschen Stiftungen, der Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge e.V. und der Naturschutzbund (NABU) vor. An den Informationsständen von Friedhofsgärtnern, Steinmetzen und der Friedhofsverwaltung gibt es unter anderem Informationen zu Ausbildungsmöglichkeiten für die Berufe des Gärtners und des Steinmetzes. Darüber hinaus werden am Tag des Friedhofs das Schauhauen von Naturgestein, das Pflanzen von Mustergräbern sowie die Technik zur Bewirtschaftung der Friedhöfe und zur Vorbereitung von Erdbestattungen vorgestellt.
In Kooperation mit der Volkshochschule und dem Stadtteilkulturzentrum "Feuerwache" bringen Vorträge über die Magdeburger Friedhöfe und Rundgänge über den Westfriedhof die Bedeutung der Friedhöfe als ein Stück Kultur und Stadtgeschichte allen Interessierten näher.
Das vollständige Programm zum Tag des Friedhofs
am 18. September 2005 auf dem Westfriedhof
Orgelkonzerte/Führungen
10:00 Uhr, 12:00 Uhr und 14:00 Uhr:
Orgelkonzert auf der historischen Rühlmann-Orgel in der Kapelle des Westfriedhofs mit anschließender Führung durch die Kapelle sowie durch das Krematorium
Vorträge über Magdeburger Friedhöfe
(von Nadja Gröschner, Dieter Niemann, Herbert Rasenberger und Frank Kornfeld)
10:30 Uhr: Neustädter Friedhof, Nordpark
11:30 Uhr: Alter Sudenburger Friedhof
12:30 Uhr: Neuer Sudenburger Friedhof
13:30 Uhr: Südfriedhof
14:30 Uhr: Buckauer Friedhof
15:30 Uhr: Brückfelder Friedhof
Historischer Friedhofsrundgang über den Westfriedhof
10:00 Uhr und 13:30 Uhr (Treffpunkt ist am Haupteingang des Westfriedhofs)
Hintergrundinformationen zu Friedhöfen in Magdeburg
Friedhöfe in Magdeburg können historische Auskunft geben, zur Familienforschung beitragen, Spaziergängern Licht und Schatten spenden, aber auch touristisch interessant sein. Sie erzählen vom Leben und Sterben der Elbestädter und sind damit Orte der Kultur- und Alltagsgeschichte. Magdeburger Friedhöfe, von denen einige unter Denkmalschutz stehen, sind aber auch Teil einer preisgekrönten und sehr bewusst wahrgenommenen Grün- und Parklandschaft. So gewann die Landeshauptstadt beim Wettbewerb "Unsere Stadt blüht auf" 2003 den Sonderpreis "Friedhof - grüne Oase in der Stadt". Damit würdigte der Bund deutscher Friedhofsgärtner den hervorragenden Zustand des Westfriedhofs. In der Begründung der Jury hieß es: "Die Gestaltung und gärtnerische Pflege im Westfriedhof kann als beispielgebend für die städtische Friedhofskultur angesehen werden."
Mit dem Südfriedhof und dem Westfriedhof entstanden bereits im 19. Jahrhundert ausgedehnte Parkanlagen mit wunderbaren Skulpturen. Auf dem West- und dem Nordfriedhof befinden sich zentrale Orte der Erinnerungskultur. Hier wird jährlich am Totensonntag der Verstorbenen und am 16. Januar der verheerenden Zerstörung Magdeburgs von 1945 gedacht.
Auch andere kommunale Friedhöfe haben Gedenkorte. Mit den Kirchfriedhöfen oder dem Israelitischen Friedhof, der die Zerstörungen jüdischen Lebens in Magdeburg 1938 überlebt hat und zurzeit erforscht wird, hat die Landeshauptstadt besondere Orte der Erinnerung bewahrt. Besucher der Elbestadt, ehemalige Magdeburger, aber auch die Magdeburger selbst können dieses kulturelle und grüne Erbe entdecken und nutzen.
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