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Wellness und Gesundheitsförderung: Innovativer Arbeitsmarkt

22. September 2005

Seit diesem Frühjahr gibt es Schulungsangebote im Bereich Wellness und Gesundheitsförderung für gewerbliche Betriebe der Touristikbranche. Die Betriebe können die Schulung noch ein Jahr lang zu günstigen Konditionen in Anspruch nehmen. Die Angebote sind vor allem für kleinere und mittlere Betriebe interessant, die mehr aus ihrem Angebot für die Gäste machen möchten. Die Tourismuszahlen sind in Niedersachsen rückläufig. Deshalb sollten die Firmen die Zeit der Vor- und Nachsaison nutzen, den Service und die Angebotspalette zugeschneidert auf die Wünsche und Bedürfnisse der Gäste, zu optimieren. Interessante Angebote gibt es schon in den Bereichen Bewegung von der IWK, für die Küche und den Kundenservice der Akademie Überlingen. Angestellte aus klein- und mittelständigen Betrieben, die für Touristen tätig sind, können sich schulen lassen. Dazu gehören z.B. Mitarbeiter von Saunen und Schwimmbädern, Fitnessstudios, Kinderspielhäusern, Bistros, Cafes, Physiotherapeuten, Hotel- und Restaurantfachangestellte, Köche. Die Schulungen umfassen z.B. die Ausbildung zum Nordic Walking-Trainer, Hot Stone Massagen, Dorn-Therapie, Wellness-Gerichten, Diätetik-Schulungen, Serviceverhalten und eigene Öffentlichkeitsarbeit. Für weitere Informationen sowie das derzeitige Kursprogramm erhalten Interessierte bei der Projektkoordinatorin Hilke Goldberg-Brill in der Akademie Überlingen unter Tel. 0491-5577.

Wellnessgäste haben einen hohen Anspruch an Qualität, nicht vergleichbar mit normalen Übernachtungsgästen. Um diesem Anspruch an Qualität gerecht zu werden zeigen die Kooperationspartner Möglichkeiten, Personal genau auf die neuen Herausforderungen im Wellnessmarkt zu schulen. Fördermöglichkeiten durch EU-Mittel können sozialabgabepflichtige Beschäftigte in Anspruch nehmen. Für die Schulungen müssen die Mitarbeiter freigestellt werden, damit die Fördergrundlage gegeben ist. Die Betriebe bezahlen lediglich einen Eigenanteil von 25% der Kursgebühren. Das ist eine gute Gelegenheit, dass Gelder die an die EU fließen wieder zurück in die Region kommen.

Die Wellness-Bewegung hat einen florierenden Markt generiert, während in Österreich, speziell in Kärnten, Bayern, Mecklenburg-Vorpommern und dem deutschen Küstenland Schleswig-Holstein der Markt der Dienstleistungen im Bereich Wellness- und Gesundheitsförderung boomt, besteht in Ostfriesland noch Zurückhaltung im Angebot für Gäste, nämlich den Touristen und den Kunden, die aus der Region kommen.

Beim letzten Arbeitstreffen der Kooperationspartner des Projektes Wellness- und Gesundheitsförderung für Ostfriesland (Landkreis Leer, Akademie Überlingen, Institut für Weiterbildung in der Kranken- und Altenpflege IWK) wurde von Roswitha Franke festgestellt, dass ein enormes Potential hier in Ostfriesland in natürlicher Umgebung schlummert. Durch eine Vernetzung von touristischer, betrieblicher sowie medizinischer Gesundheitsförderung könnten neue Wege und Märkte erschlossen oder ergänzt werden, um Ostfrieslands Gästen die Lizenz zum Wohlfühlen zu garantieren. Der Weg in den Gesundheitsmarkt ermöglicht neues Wachstum und die Verlängerung der Saison. Einen touristischen Schatz, der vermehrt werden könnte durch die Angebot der Kooperationspartner. und dann der Gast die Verbesserungen direkt spüren durch die jeweiligen geschulten, qualifizierten Mitarbeiter der Betriebe.

Die aktuelle Diskussion um Gesundheitsreformen zeigt, dass es notwendig ist, sich mit dem Thema Gesundheit in neuer Weise zu beschäftigen. Trotz enormer Ausgabensteigerung im Gesundheitswesen werden die Menschen in unserer Gesellschaft nicht gesünder. Gesunde Betriebe brauchen gesunde Mitarbeiter. Ein gesundes Gesellschaftssystem braucht gesunde Betriebe und gesunde Menschen, die ihr ganzes Potential einbringen, damit sich in dem System alle Bereiche optimal miteinander weiterentwickeln. Dabei geht es um den einzelnen Menschen und seine Aufgabe in Betrieb und Gesellschaft. Die ganzheitliche Gesundheitsförderung wirkt innovativ und effektiv für einzelne Personen, Betriebe und das Gesellschaftssystem. Gesundheitsförderung ist somit öffentliches und individuelles Interesse aller Menschen und Institutionen der Gesellschaft.

Dies muss die Botschaft für Dienstleister im touristischen Bereich sein! Denn sonst besteht die Gefahr, dass die Urlauber andere Regionen und Länder bevorzugen, die kundenorientierter arbeiten.

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