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Magdeburg, 28. September 2005
OB und Verkehrsminister gaben neu gestalteten Universitätsplatz offiziell für den Verkehr frei
Ab morgen Vormittag rollt der Individualverkehr durch den Tunnel

Nach rund 22 Monaten Bauzeit haben Magdeburgs Oberbürgermeister Dr. Lutz Trümper und Sachsen-Anhalts Verkehrsminister Dr. Karl-Heinz Daehre heute den neu gestalteten Universitätsplatz und den darunter verlaufenden Tunnel offiziell für den Verkehr freigegeben. Gemeinsam mit dem Beigeordneten für Stadtentwicklung, Bau und Verkehr Werner Kaleschky sowie dem scheidenden Tiefbauamtsleiter Thomas O'Gilvie durchschnitten sie das symbolische Band. Der Verkehr rollt ab morgen Vormittag durch den Tunnel.

"Einer der wichtigsten Verkehrsknotenpunkte für den öffentlichen Personennahverkehr und den Individualverkehr wurde leistungsfähig ausgebaut und steht den Magdeburgerinnen und Magdeburgern jetzt wieder vollständig zur Verfügung", freut sich Oberbürgermeister Dr. Lutz Trümper. "Gleichzeitig ist die Freigabe des Platzes ein bedeutendes Ereignis in unserem Jubiläumsjahr."

Abgesehen von einem Oldtimerkorso, der unmittelbar nach der Eröffnung durch den Tunnel rollte, steht das Bauwerk heute ausschließlich für Fußgänger zur Verfügung. Die ersten Fahrzeuge des Individualverkehrs können den Tunnel morgen Vormittag passieren. Ab 09:00 Uhr erfolgt der Abbau der Absperrungen. Die Arbeiten beginnen an der Ostseite des Tunnels und ermöglichen zunächst die Freigabe des aus Richtung Osten kommenden Verkehrs. Im Anschluss wird auch die Baustellenbeschilderung an der Westseite abgebaut. Nach der kompletten Verkehrsfreigabe wird die Umleitungsstrecke aufgehoben und der Kaiser-Otto-Ring an der Einmündung in die Walther-Rathenau-Straße in beiden Richtungen gesperrt.

Etwa die Hälfte des gesamten Verkehrs fließt dann durch den rund 350 Meter langen Tunnel, was zu einer spürbaren Reduzierung der Verkehrs- und Umweltbelastungen beiträgt. Damit steht für den Durchgangsverkehr der Bundesstraße 1 eine leistungsfähige Verbindung durch die Magdeburger Innenstadt zur Verfügung. Die lichte Durchfahrtshöhe des Tunnels liegt bei 4,70 m, die lichte Weite bei 9,50 m. Neben den beiden Fahrbahnen von 3,50 m verfügt der Tunnel auch über zwei Notgehwege von jeweils einem Meter.

Der Universitätsplatz wird als Bindeglied zwischen dem Stadtzentrum und der Otto-von-Guericke-Universität durch eine großzügige Freiraumgestaltung städtebaulich aufgewertet. "Die neu gestaltete Fläche zwischen dem Uni-Campus auf der einen sowie dem Kulturdreieck mit Theater, Bibliothek und Konservatorium auf der anderen Seite steigert somit auch die Attraktivität der nördlichen Innenstadt", so der Oberbürgermeister.

In die Umgestaltung einschließlich Tunnelbau wurden rund 16,54 Millionen Euro investiert. Etwa 10,5 Millionen Euro kommen aus Finanzhilfen nach dem Gemeindeverkehrs-finanzierungsgesetz (GVFG) des Bundes. Die Mittel wurden vom Land Sachsen-Anhalt ausgereicht. Den Grundsatzbeschluss zur Neugestaltung des Platzes hatte der Stadtrat 1998 gefasst. Der offizielle Start für die Bauarbeiten war am 17. Dezember 2003.

 

 

Hintergrundinformationen

Für das Jahr 2015 werden zu den Hauptverkehrszeiten je Stunde und Richtung folgende Verkehrsströme erwartet:

W.-Rathenau-Straße West 1.750 Fahrzeuge (IST 1.450 KFZ) + 300

W.-Rathenau-Straße Ost 1.900 KFZ (IST 1.300 KFZ) + 600

Erzberger Straße 850 KFZ (IST 900 KFZ) - 50

Lüneburger Straße 650 KFZ (IST 500 KFZ) + 150

Summe 5.150 KFZ (IST 4.150 KFZ) + 1.000

Vom prognostizierten Verkehr der Walther-Rathenau-Straße befahren etwa 1.200 Kfz je Stunde und Richtung den Universitätsplatz in der Verkehrsrichtung Ost-West und West-Ost. Dieser Verkehrsanteil wird durch den Tunnel geführt und entlastet damit den verbleibenden Kreisverkehrsplatz um etwa 50 % des Gesamtverkehrs.

Bautechnische Angaben

Ingenieurbauwerk

Länge 350 m

Lichte Durchfahrtshöhe 4,70 m

Lichte Weite 9,50 m

Regelquerschnitt Notgehbahn 2 x 1,00 m

Fahrbahn 2 x 3,50 m

Sicherheitsraum 0,50 m

Bauwerksbeschreibung:

Im Überführungsbereich kreuzender Verkehrswege wurde der Tunnel als massive Rahmenkonstruktion mit geschlossener Decke gebaut. Zwischen diesen Abschnitten erfolgte die Ausbildung als Trog mit luft- und lichtdurchlässiger Lärmschutzdecke. Die Wände an den Zufahrtsrampen wurden als massive Winkelstützwände mit einer schallabsorbierenden Verblendung errichtet.

Universitätsplatz

Verkleinerung des Ovals, Verringerung der Anzahl der Fahrspuren im Oval

Fahrspur im Oval 2 x 3,75 m

Westseite und Ostseite Lieferspur je 3,00 m

Fahrspur W.-Rathenau-Straße 2 x 5,50 m

Beschlussfolge des Stadtrates

  • Am 7. Mai 1997 wurde die Variante "Straßenbahnverlegung in die Listemannstraße" beschlossen. Die Umsetzung bildete die Grundvoraussetzung für die nachhaltige Umgestaltung des Universitätsplatzes.
  • Nach umfangreicher Auswertung der Knotenpunktberechnungen wurde im Stadtrat am 4. Juni 1998 der Grundsatzbeschluss zum Ausbau des Universitätsplatzes gefasst.


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Frau Dr. Cornelia Poenicke
Büro des Oberbürgermeisters
Teamleiter Öffentlichkeitsarbeit und Bürgeranliegen, Pressesprecherin
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