Thema des 13. Landschaftstages:
Geschichte des Naturschutzes in Magdeburg und Umgebung
Am Samstag, den 12. November 2005 veranstaltet das Umweltamt der Landeshauptstadt Magdeburg von 10:00 bis 16:00 Uhr im Otto-von-Guericke-Saal des Alten Rathauses den 13. Landschaftstag. Thema des diesjährigen Landschaftstages ist die Geschichte des Naturschutzes in Magdeburg und Umgebung. Zum Tagungsprogramm gehört auch eine Exkursion.
"Anlässlich unseres Stadtjubiläums steht in diesem Jahr ein Rückblick auf die Geschichte des Naturschutzes im Mittelpunkt der Tagung", so der Beigeordnete für Kommunales, Umwelt und Allgemeine Verwaltung Holger Platz. "In verschiedenen Referaten und einer Exkursion werden den Besuchern interessante Einblicke in die Historie des Naturschutzes in und um Magdeburg gegeben."
Das Tagungsprogramm umfasst insgesamt vier Referate. Die Referenten des 13. Landschaftstages arbeiten im Magdeburger Büro des Landesheimatbundes, in der Unteren Naturschutzbehörde, im Magdeburger Naturkundemuseum und in der Fachhochschule Neubrandenburg. Nach den einzelnen Referaten besteht die Möglichkeit zur Diskussion. Eine Exkursion zu Naturdenkmalen ergänzt das Tagungsprogramm.
Der Landschaftstag findet seit 1993 jährlich statt. Mit der Veranstaltungsreihe möchte das Umweltamt Anregungen zur Auseinandersetzung mit der Umwelt und zur Diskussion über ökologische Problemstellungen geben. Die Inhalte der jeweiligen Landschaftstage werden in einem Tagungsband veröffentlicht, der im Folgejahr als Broschüre erscheint.
Zum 13. Landschaftstag sind alle interessierten Bürger herzlich eingeladen. Der Eintritt ist frei.
Bei Rückfragen: Rolf Warschun, Leiter des Umweltamtes, Tel.: 03 91/ 5 40 24 15
Hintergrundinformationen zur Geschichte des Naturschutzes
Seit fast zweihundert Jahren engagieren sich in Deutschland Menschen für den Schutz der Natur. Der geschichtliche Bogen des Naturschutzes reicht von der Gründung naturwissenschaftlicher Gesellschaften und Verbände des Natur- und Heimatschutzes bis hin zu den Diskussionen der Gegenwart um internationale Naturschutznetzwerke.
Bereits 1908 wurde ein Provinzionalkomitee für Naturdenkmalpflege in der Provinz Sachsen gegründet. Danach erfolgten die ersten Unterschutzstellungen von Naturdenkmälern. Schon damals war ein Schwerpunkt der Arbeit der Schutz des Elbebibers. Seit 1932 wurden über 2000 Naturdenkmäler, Naturschutz- und Landschaftsschutzgebiete erfasst und unter Schutz gestellt und ein fast flächendeckender Aufbau eines Netzes von Bezirks- und Kreisstellen im Bereich des Naturschutzes erreicht.
Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde trotz teilweiser Zerstörung das Magdeburger Naturkundemuseum zur Biberzentrale und war Kooperationsstelle für den Naturschutz im Land Sachsen-Anhalt. Seit 1954 bildeten Naturschutzhelfer die ehrenamtliche Basis für die praktische Naturschutzarbeit. Das "Gesetz über die planmäßige Gestaltung der sozialistischen Landeskultur" übertrug den Naturschützern Aufgaben in der Pflege und Entwicklung der Landschaft. Der Schutz der Natur war ein Anliegen vieler Bürgerinnen und Bürger, für die sie sich außerhalb der staatlichen Einrichtungen einsetzten. Ihrem Engagement war es zu verdanken, dass auf dem Gebiet der DDR trotz des geringen Stellenwertes des Naturschutzes eine relativ große Artenvielfalt in Flora und Fauna erhalten blieb.
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