OB Trümper dankt für Sterntor-Spenden
Scheck ging heute ans Sterntor-Kuratorium
Magdeburg.
Anlässlich seines 50. Geburtstages am 1. Oktober 2005 hatte Magdeburgs Oberbürgermeister Dr. Lutz Trümper auf Geschenke verzichtet und um Spenden für den Wiederaufbau des Sterntores gebeten. Mehr als 30 Privatpersonen, Firmen und einige Ratsfraktionen waren dem Wunsch gefolgt. 2.310,00 Euro kamen so für den Wiederaufbau des historischen Sterntores zusammen. Heute übergab das Stadtoberhaupt im Rahmen seines Neujahrsempfanges die Spende an den Vorsitzenden des Kuratoriums zum Wiederaufbau des Sterntores, Dr. Dietrich Meyer-Ravenstein.
OB Dr. Trümper anlässlich der Scheckübergabe: "Ich danke allen, die mit ihrer Spende dazu beitragen, ein Stück historisches Magdeburg wieder erlebbar zu machen, sehr herzlich. Mit den Spenden sind wir der Wiedererrichtung des Sterntores ein beachtliches Stück näher gekommen."
Dr. Meyer-Ravenstein würdigte die vorbildliche Unterstützung der Initiative durch den Oberbürgermeister. Er sprach seine Hoffnung aus, dass auch andere Bürger und Persönlichkeiten der Stadt bei weiteren besonderen Anlässen dem Beispiel folgen würden.
Ca. 10.000 Euro liegen dem Kuratorium zum Wiederaufbau des Sterntores inzwischen vor. Weitere Spenden sind aber erforderlich. Sie können auf folgendes Konto bei der Stadtsparkasse Magdeburg, BLZ: 810 532 72, Kontonummer: 14 000 101, Verwendungszweck: 0.54100.050009.3 (Spende Sterntor) eingezahlt werden. Das Kuratorium hofft, das wieder errichtete Sterntor zum Ende dieses Jahres einweihen zu können.
Hintergrund
Das 1723 durch den Festungsbaumeister Gerhard Cornelius von Walrave im Barockstil errichtete "Sterntor" war das Eingangstor zur Sternschanze. Der "Stern" war ein den Stadtmauern im Süden vorgelagerter Teil der Stadtbefestigung zwischen dem Kloster Berge und dem heutigen Hasselbachplatz. Die "Sternstraße" und die "Sternbrücke" erinnern mit ihren Namen noch heute daran.
1905 musste die Sternschanze niedergelegt werden, um das Gelände im Rahmen der Stadterweiterung mit Wohn- und Geschäftshäusern zu bebauen. Das Tor blieb zunächst am alten Standort erhalten. Es stand in der heutigen Hegelstraße, in unmittelbarer Nachbarschaft zum Landeshauptarchiv.
1910 wurde das Tor abgetragen, zunächst im Vorgarten des kulturhistorischen Museums gelagert und 1922 nach Berlin transportiert, wo eine neue Aufstellung geplant war. 1936 erfolgte die Wiedererrichtung des Tores durch den Oberbürgermeister Dr. Markmann am Domplatz zwischen Nikolaikirche und Dompropstei.
Am 16. Januar 1945 fiel das Tor mitsamt der Nikolaikirche der Bombardierung Magdeburgs zum Opfer und wurde teilweise zerstört. Die verbliebenen Reste wurden erst 1959 im Zusammenhang mit der Beseitigung der Ruinen der Nikolaikirche abgerissen. Seit 1968 lagerten sie bei der Paul Schuster GmbH.
2004 gründete sich das "Kuratorium zum Wiederaufbau des Sterntores" mit dem Ziel, das in seinem barocken Stil einzigartige Festungstor unter Verwendung der vorhandenen Originalteile zu rekonstruieren, um der Landeshauptstadt Magdeburg ein verlorenes Stück seiner Geschichte zurückzugeben. Auf Grund knapper öffentlicher Kassen sollen die notwendigen Mittel aus privaten Stiftungen und Spenden Magdeburger Bürger und Firmen aufgebracht werden. Da die historischen Standorte nicht mehr zur Verfügung stehen, ist der Wiederaufbau des Tores in unmittelbarer Nähe zum Wohnhaus seines früheren Erbauers von Walrave (Domplatz 9) an der Nord-Ost-Ecke des Domplatzes geplant. Zwischen den barocken Gebäuden von Landtag und Staatskanzlei soll es künftig den Verbindungsweg vom Kloster Unser Lieben Frauen zum Domplatz überspannen.
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