Welcome to Sarajevo
Fotos im Rathaus von Magdeburg
Magdeburg.
25 junge Medienmacher aus Magdeburg besuchten im Juli vergangenen Jahres Magdeburgs Partnerstadt Sarajevo. Ihre Eindrücke hielten sie mit der Kamera fest. Ein Teil der dabei entstandenen Fotos ist ab sofort im Alten Rathaus auf den Fluren der 2. und 3. Etage zu sehen.
Mit dem Zerfall Jugoslawiens Anfang der 1990er Jahre waren die einzelnen Teilrepubliken bestrebt, unabhängige Staaten zu werden, Bosnien-Herzegowina z.B. proklamierte im März 1992 seine Unabhängigkeit. Um dieser Entwicklung entgegenzuwirken, begann am Ende des 20. Jahrhunderts eine der blutigsten Auseinandersetzungen auf dem Balkan. Mitten in Europa, 50 Jahre nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges, wurde von "ethnischen Säuberungen" und Bruderkrieg gesprochen. Während Deutschland nach dem Fall der Mauer mit den Veränderungen seiner Gesellschaftsordnung zu kämpfen hatte, fand nur wenige hundert Kilometer entfernt ein Krieg statt, dessen Ausmaße und Gräuel erst Jahre nach seinem Ende bekannt wurden.
Im Oktober 1995 kam es zu einem Waffenstillstand und zur Unterzeichnung des Friedensabkommens von Dayton. Ein brüchiger Frieden, dessen Einhaltung durch internationale Beobachter und europäisches Militär gesichert wird.
Besonders hart wurde Sarajevo vom Krieg betroffen. Die langjährige Partnerstadt von Magdeburg wurde von bosnischen Serben eingeschlossen und erlebte die längste Blockade in der neueren Geschichte. Sarajevo lag unter permanentem Beschuss. Die Bevölkerung wurde mürbe gemacht; Wasser, Strom und Versorgung nahezu komplett gedrosselt. Die Belagerung dauerte 1.395 Tage und Nächte, sie endete erst mit dem Friedensabkommen von Dayton.
Das aktuelle Bild des Balkans ist geprägt von einem Krieg, der vor zehn Jahren zu Ende ging. Zehn Jahre nach Dayton wollten sich junge Medienmacher bei einer Reportagereise in die Partnerstadt von Magdeburg Klarheit über die aktuelle Situation in Bosnien-Herzegowina verschaffen. Die deutsche Botschaft, Bürgermeister, EUFOR-Truppen und Hilfsorganisationen wurden zur aktuellen Lage im Land befragt. Besonders wichtig und intensiv waren die Gespräche mit Jugendlichen aus Bosnien-Herzegowina, Kroatien, Serbien-Montenegro und Mazedonien.
"Begegnet man heute Sarajevo, so trifft man auf eine vielschichtige und lebendige Stadt", berichtet Matthias Ennersch, einer der Teilnehmer der Reise. "Doch haben sich die Jahre der Belagerung tief in das Antlitz der Stadt und die Erinnerung der Menschen gegraben. Zehn Jahre nach Kriegsende gehen daher auch die Ansichten und Einstellungen getrennte Wege."
Von Februar bis März 2006 stellt Matthias Ennersch die "Ansichten vom Balkan" im Alten Rathaus aus. Montags bis freitags können die Fotos im 2. und 3. Obergeschoss während der Öffnungszeiten des Rathauses besichtigt werden.
Während der Europawoche vom 5. bis 14. Mai soll die Ausstellung nochmals in der Magdeburger Stadtbibliothek gezeigt werden.
Weitere Informationen erhalten Sie unter www.reportagereisen.de.
Hintergrund
Die Städtepartnerschaft mit Sarajevo, der Hauptstadt von Bosnien-Herzegowina, besteht seit September 1977. Nach den Jahren des Krieges im ehemaligen Jugoslawien hat die Landeshauptstadt Magdeburg durch verschiedene Aktionen Hilfe beim Wiederaufbau der Stadt Sarajevo geleistet.
So wurde im Jahre 1996 unter Mithilfe von Arbeitsgruppen und Privatinitiativen durch die Johanniter-Unfallhilfe ein Transport mit Möbeln aus Kindergärten, medizinische Geräte aus dem Städtischen Klinikum, Kleidung, Decken, Zelte und weitere Sachspenden für ein Krankenhaus in Sarajevo und zur Verteilung an Kindereinrichtungen verschickt. Weitere Hilfstransporte für eine Behindertenschule und ein Kinderheim in Sarajevo wurden 1996 und 1998 durch die Landeshauptstadt Magdeburg unterstützt.
Im Jahre 1998 fand ein Treffen der Oberbürgermeister der Landeshauptstadt Magdeburg und der Stadt Sarajevo in der Landeshauptstadt Magdeburg statt. Mit der "Gemeinsamen Erklärung der Oberbürgermeister der Stadt Sarajevo und der Landeshauptstadt Magdeburg zur Verfestigung der Partnerschaft", die am 27.11. 1998 unterzeichnet wurde, konnten die Grundlage für die Erneuerung der Städtepartnerschaft gelegt und Kontakte mit der Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg und der Industrie- und Handelskammer geknüpft bzw. ausgebaut werden.
Im Januar 2002 besuchte eine offizielle Delegation unter Leitung des damaligen Oberbürgermeisters Prof. Muhidin Hamamdzic Magdeburg. Dabei hatten beide Seiten vereinbart, die Kontakte zwischen den Partnerstädten künftig nicht auf die politische Ebene zu beschränken, sondern auf Vereine, Institutionen und Verbände auszudehnen und Begegnungen zwischen den Menschen zu ermöglichen.
Im Frühjahr 2005 hatte eine offizielle Delegation aus Magdeburg die Partnerstadt besucht und Musikinsturmente für das Musikgymnasium Sarajevo gespendet.
Hintergrund
Die Städtepartnerschaft mit Sarajevo, der Hauptstadt von Bosnien-Herzegowina, besteht seit September 1977. Nach den Jahren des Krieges im ehemaligen Jugoslawien hat die Landeshauptstadt Magdeburg durch verschiedene Aktionen Hilfe beim Wiederaufbau der Stadt Sarajevo geleistet.
So wurde im Jahre 1996 unter Mithilfe von Arbeitsgruppen und Privatinitiativen durch die Johanniter-Unfallhilfe ein Transport mit Möbeln aus Kindergärten, medizinische Geräte aus dem Städtischen Klinikum, Kleidung, Decken, Zelte und weitere Sachspenden für ein Krankenhaus in Sarajevo und zur Verteilung an Kindereinrichtungen verschickt. Weitere Hilfstransporte für eine Behindertenschule und ein Kinderheim in Sarajevo wurden 1996 und 1998 durch die Landeshauptstadt Magdeburg unterstützt.
Im Jahre 1998 fand ein Treffen der Oberbürgermeister der Landeshauptstadt Magdeburg und der Stadt Sarajevo in der Landeshauptstadt Magdeburg statt. Mit der "Gemeinsamen Erklärung der Oberbürgermeister der Stadt Sarajevo und der Landeshauptstadt Magdeburg zur Verfestigung der Partnerschaft", die am 27.11. 1998 unterzeichnet wurde, konnten die Grundlage für die Erneuerung der Städtepartnerschaft gelegt und Kontakte mit der Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg und der Industrie- und Handelskammer geknüpft bzw. ausgebaut werden.
Im Januar 2002 besuchte eine offizielle Delegation unter Leitung des damaligen Oberbürgermeisters Prof. Muhidin Hamamdzic Magdeburg. Dabei hatten beide Seiten vereinbart, die Kontakte zwischen den Partnerstädten künftig nicht auf die politische Ebene zu beschränken, sondern auf Vereine, Institutionen und Verbände auszudehnen und Begegnungen zwischen den Menschen zu ermöglichen.
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