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Bilder von Licht und Stein

Carrara-Ausstellung mit Fotografien und Skulpturen

Borken - 16. Februar 2006. Er ist das edelste aller Gesteine, doch nur der feinste und reinste trägt ein besonderes Gütesiegel: Carrara-Marmor. Aus ihm hat Michelangelo die David-Statue geschaffen, aus ihm ist die Moschee von Mekka und der Große Bogen der Brüderlichkeit erbaut, den François Mitterand zur 200-Jahr-Feier der Französischen Revolution 1989 im Pariser Vorort La Défense bauen ließ. Für Bildhauer und Architekten ist der Carrara-Marmor deshalb so attraktiv, weil er nicht einfach nur weiss ist, sondern ganz unterschiedliche Zeichnungen aufweist: reinweiß, geädert, arabesk oder auch wolkig-grau.

Doch vor die Form haben die Götter den Stein gesetzt, und der will in seiner gigantischen Rohform erst abgebaut sein. Rund um die Stadt Carrara, östlich der oberitalienischen Hafenstadt La Spezia gelegen, wird Marmor seit mehr als 2.000 Jahren in mittlerweile 150 Brüchen gewonnen. Dokumentarische und konzeptionelle Elemente verbindend, hat der Kölner Fotograf Horst Hahn in Carrara mehr als 50 eindrucksvolle Motive von Licht und Stein aufgenommen. Hahn rückt die grafischen Strukturen der geöffneten Räume und Bruchkanten, die skulpturalen Eigenschaften großer Steinbrocken und die malerischen Züge der geäderten Bruchflächen ebenso in den Blick wie die gefahrvolle Tätigkeit der Arbeiter und den tiefgreifenden Verbrauch von Landschaft und Material. Diese Fotografien sind ab dem kommenden Sonntag im Großen Saal des Stadtmuseums Borken zu sehen.

Korrespondierend präsentiert der niederländische Bildhauer Jo Gijsen (Eindhoven) 13 Marmor-Skulpturen, die eine Verbindung zwischen dem aufwändigen Abbau des Carrareser Rohstoffs und dem Endprodukt der künstlerischen Plastik herstellen und den Zwischenschritt der Be- und Verarbeitung vorstellbar machen. In seinem plastischen Schaffen bearbeitet Jo Gijsen seit langen Jahren Marmor unterschiedlicher Herkunft. Für diese Ausstellung hat er sechs neue Werke aus Carrareser Stein geschaffen.

Im Kleinen Museumssaal zeigt der passionierte Reisefotograf Horst Hahn zudem eine Serie mit Sahara-Motiven und Artefakten aus der Kultur der Tuareq. Mit dieser kombinierten Ausstellung setzt das Stadtmuseum die jährlichen Akzente zur Deutsch-Niederländischen Grafikbörse fort, die Kreis und Stadt Borken am ersten März-Wochenende in 19. Auflage veranstalten.

Eröffnet wird die Ausstellung am kommenden Sonntag von Prof. Dr. Rainer K. Wick, der an der Universität Wuppertal Kunst- und Kulturpädagogik lehrt und mit den fotografischen Arbeiten von Horst Hahn seit langem vertraut ist. Die musikalische Gestaltung übernehmen Marulka Gijsen und Sarah Koch, die als Violinistinnen dem Niederländischen Radiosymphonieorchester Hilversum bzw. dem Metropolorchester Amsterdam angehören.

> Beginn: 11.00 Uhr im Stadtmuseum Borken, Eintritt frei

Pressekontakt: Stadt Borken, Pressesprecher Bernd Kemper, Tel. 02861 / 939 - 303, bernd.kemper@borken.de


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