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Aufbau West und Vertriebenen-Integration
Geschichtsvortrag im Stadtmuseum Borken
Borken - 20. Februar 2006. Aufbau West: Neubeginn zwischen Vertreibung und Wirtschaftswunder – unter diesem Titel zeigt das Westfälische Industriemuseum an seinem Standort Dortmund derzeit eine Sonderausstellung über ein vielschichtiges Kapitel der Nachkriegsgeschichte Nordrhein-Westfalens. Die Leiterin des Projektes, Dr. Dagmar Kift, und ihr Kollege Dr. Stephan Pahs berichten am kommenden Mittwoch im Stadtmuseum Borken über die Integration der ostdeutschen Flüchtlinge und Vertriebenen im Zuge des Wiederaufbaus nach 1945.
Nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges kamen über 12 Millionen Menschen aus den verlorenen ostdeutschen Gebieten in die westlichen Besatzungszonen, viele von ihnen auch in den Raum Borken. Nach 1948 entwickelte sich Nordrhein-Westfalen zum Bundesland mit dem größten Flüchtlingsanteil. In seinen Industrien trugen Flüchtlinge und Vertriebene maßgeblich zum Wiederaufbau bei: In der Montan- und Bauindustrie ersetzten sie fehlende Arbeitskräfte, in der Textil-, Bekleidungs-, Glas- und Maschinenbauindustrie siedelten sie neue Produktionszweige an.
Der Vortrag zeichnet unter migrationsgeschichtlichen Gesichtspunkten nicht nur die Industriegeschichte Nordrhein-Westfalens nach. Er bietet auch lebensgeschichtliche Beispiele, wie die Flüchtlinge und Vertriebenen sich in Nordrhein-Westfalen einlebten und gemeinsam mit den Einheimischen den oft schwierigen Neuanfang bewältigten. Dabei wird deutlich, dass der damalige Integrationsprozess durchaus von Brüchen und Problemen begleitet war und keineswegs als Einbahnstraße in Richtung Anpassung zu verstehen ist.
Stadtmuseum, Volkshochschule und Heimatverein Borken laden in der Reihe “Geschichte ist mehr” herzlich zu diesem Vortrag ein. Für Aufsichtspersonen des Stadtmuseums, deren Jahresfahrt im März in die Ausstellung “Aufbau West” führt, ist der Eintritt frei, regulär beträgt er 3,00 € (Beginn: 19.30 Uhr).
Pressekontakt: Stadt Borken, Pressesprecher Bernd Kemper, Tel. 02861 / 939 - 303, bernd.kemper@borken.de
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