Pressemeldung der Stadt Bocholt

Bocholt, 13. März 2006

Koch tischt Märchen auf

Ordnungsbehörde schnappt bei Kontrollen zwei Schwarzarbeiter

Bocholt (pd).

Am vergangenen Freitag, 10. März, überprüften Kontrolleure der städtischen Ordnungsbehörde vier Bocholter Gaststätten auf Schwarzarbeit. In zwei Lokalen wurden sie fündig.

In der Küche eines Bocholter Speiselokals war nur ein einziger Koch beschäftigt. Der Mann, ein ausreisepflichtiger, abgelehnter Asylbewerber, verfügt jedoch nur über eine sog. Duldung für das Gebiet der Stadt Herne. Eine zwingend vorgeschriebene Arbeitserlaubnis konnte er nicht vorweisen. In Herne bezieht er außerdem Sozialhilfeleistungen, ohne dort sein Erwerbseinkommen angegeben zu haben.

Auf Grund des wiederholten Verstoßes gegen die räumliche Beschränkung seiner Duldung und wegen Leistungsmissbrauchs wird nun Strafantrag gegen ihn gestellt. Auch der Arbeitgeber muss mit einer Anzeige und Nachzahlung von Steuern und Sozialabgaben rechnen. Der Erklärungsversuch, der Koch sei nur zu Besuch und arbeite nicht, vermochte die Kontrolleure nicht zu überzeugen. Als die Beamten das Lokal betraten, war er gerade damit beschäftigt, in großem Umfang Geflügel zu zerlegen.

In einem zweiten Imbiss stellten die Prüfer fest, dass dort eine Sozialhilfeempfängerin aus Rhede beschäftigt ist, die ihren Verdienst verschwiegen hatte. Auch hier werden entsprechende Sanktionen gegen die Beteiligten eingeleitet.

"Schwarzarbeit spielt sich keineswegs nur auf Großbaustellen ab", so Johannes Kolks, Leiter vom Fachbereich Öffentliche Ordnung. "Das Verhalten, das sich hier im Kleinen zeigt, verursacht in der Summe gewaltigen Schaden."

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