Verkehrsplaner legen vier Varianten zum Ausbau der Eisenbahnunterführung Ernst-Reuter-Allee vor
Die Planungen zum Ausbau der Eisenbahnunterführung am Hauptbahnhof wurden überarbeitet. Die Bahn AG und die Verkehrsplaner der Stadtverwaltung schlagen vier mögliche Varianten vor, wie der Verkehr unter den Bahnhofsbrücken künftig organisiert werden könnte. Favorisiert wird eine Untertunnelung für den Kfz-Verkehr als wirtschaftlichste und technologisch günstigste Lösung. Entscheiden muss der Stadtrat.
Im Zusammenhang mit dem Ausbau des Eisenbahnknotens am Magdeburger Hauptbahnhof muss die Deutsche Bahn AG die Eisenbahnbrücken an der Ernst-Reuter-Allee erneuern. In diesem Zusammenhang muss entschieden werden, wie der Verkehr zwischen Damaschkeplatz und Brandenburger Straße künftig organisiert wird. Im Mai vergangenen Jahres hatte der Stadtrat bereits eine Variante bestätigt, die die Aufweitung der bestehenden Brücken vorsah.
"Diese Variante stieß allerdings bei der Bahn AG wegen der technischen Umsetzbarkeit auf Bedenken", fasst Magdeburgs Beigeordneter für Stadtentwicklung, Bau und Verkehr, Werner Kaleschky, das Ergebnis der Verhandlungen mit den Partnern zusammen. "Die Bahn AG hat deshalb in Kooperation mit der Stadt Magdeburg, den MVB und dem Verkehrsministerium des Landes Sachsen-Anhalt die Planungen überarbeitet."
Für die Organisation des Straßenverkehrs unter den Brücken liegen nun vier verschiedene Varianten vor. Die Vorzugsvariante sieht einen Tunnel für den motorisierten Individualverkehr vor. Er soll am Damaschkeplatz beginnen und in Höhe der heutigen Straßenbahnhaltestelle Brandenburger Straße enden. Unmittelbar unter den Brücken führen die Straßenbahngleise der MVB sowie Fuß- und Radwege entlang. Rettungsfahrzeuge können ebenfalls den Gleisbereich nutzen. In Höhe Kölner Platz wird eine Doppelhaltestelle der Straßenbahn eingerichtet, über die künftig auch der Nachtverkehr abgewickelt werden soll. Am Damaschkeplatz wird es dann nur noch eine Einfachhaltestelle geben, die Haltestelle an der Brandenburger Straße wird zur Weinarkade verschoben.
Die Kosten für die vorgeschlagene Variante werden auf 36,74 Mio. Euro geschätzt. 23,5 Mio. Euro davon würden auf die Bahn AG entfallen. Für das Vorhaben, das frühestens ab 2009 realisiert werden kann, wird die Stadt beim Land Sachsen-Anhalt Fördermittel beantragen.
Derzeit wird die Vorlage zur künftigen Gestaltung der Eisenbahnunterführung in den Fraktionen und Ausschüssen des Stadtrates beraten. Der Stadtrat entscheidet voraussichtlich im Mai, welche Variante umgesetzt werden soll.
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