"Pre-Screening" stößt im Pilotprojekt auf große Begeisterung

14.04.2006 | Herten

"Das sollte jeder machen, der die Chance dazu bekommt"

Zum ersten Mal hat die Jugendberufshilfe Joker gemeinsam mit dem Bildungswerk Verkehr ein „Pre-Screening“ durchgeführt. Mit großem Erfolg: „Das sollte jeder machen, der die Chance dazu bekommt“, sagt Hajo Pessies, Teilnehmer der Premiere in Herten.

Das Pre-Screening dauert drei Stunden und richtet sich an Empfänger von Arbeitslosengeld II. Drei Stunden lang gehen die Teilnehmerinnen und Teilnehmer dem Thema Arbeit, aber auch der Geschichte Hertens ein Stück weit auf den Grund, füllen Fragebögen aus und besprechen und diskutieren ihre aktuelle Situation im Anschluss mit einer Psychologin.

„Das war wirklich interessant. Vor allem die große Runde hat mir gut gefallen, weil jeder alles offen an- und aussprechen konnte. Für mich war es spannend, andere Ein-Euro-Jobber und ihre Arbeitsbereiche kennen zu lernen“, sagt Hajo Pessies.

Christine Schröder (Joker) ergänzt: „Für uns ist das ein wichtiger Einstieg. Das Konzept sieht vor, dass es weitere Termine gibt, die darauf aufbauen und auf die jeweilige Gruppe zugeschnitten sind. Das können Angebote aus dem Bereich Bildung sein wie Bewerbungstrainings oder ähnliches, aber auch soziale Verhaltenstrainings wie ein Deeskalationstraining.“

Hervor sticht diese Maßnahme auch dadurch, dass sie einen ganz anderen Charakter hat als bisherige Angebote, die vor dem Erreichen von einem konkreten Ziel, beispielsweise der Vermittlung in ein Praktikum, dienten. „In diesem Fall handelt es sich um eine reine Informationsveranstaltung für eine Gruppe“, sagt Christine Schröder. Die Ziele formuliert sie in diesem Fall so: „Es geht vor allem darum, bei den Teilnehmern ein Bewusstsein zu schaffen für Arbeit, Arbeitsprogramme und Arbeitslosigkeit. Außerdem möchten wir das System verdeutlichen und über Rechte und Pflichten informieren. Zu guter Letzt geht es uns natürlich auch darum, den einzelnen kennen zu lernen und zu sehen, welche Folgeangebote möglich und sinnvoll sind.“

Hajo Pessies jedenfalls sagt als Fazit: „Die Veranstaltung hat mir was gebracht. Ich habe viele Denkanstöße bekommen und noch mehr über Herten erfahren.“ Und auch die Bilanz von Christine Schröder fällt durchaus positiv aus: „In den 13 Jahren, die ich mittlerweile Jugendberufshilfe mache, ist das mit das Beste, was ich erlebt habe. Ich habe mich sehr gefreut, als nach der Veranstaltung zwei Männer ganz gezielt nach einem Bewerbungstraining gefragt haben.“ Sie hofft, dass das Konzept auch bei der Vestischen Arbeit auf offene Ohren stößt: „Es wäre toll, wenn dieses Angebot nach der gelungenen Pilot-Veranstaltung tatsächlich realisiert werden könnte.“

Pressekontakt: Pressestelle, Svenja Küchmeister, Telefon: 02366-303227, eMail: s.kuechmeister@herten.de