Pressemeldung der Stadt Bocholt

Bocholt, 27. April 2006

Weniger Schwarzarbeit, mehr Existenzgründungen

Bocholt (pd).

Weniger Schwarzarbeit, mehr Existenzgründungen und keine Überschwemmung mit Billigarbeit aus dem Osten: Das sind die wichtigsten Aussagen des Bocholter Jahresberichtes zur Bekämpfung der Schwarzarbeit, den der Fachbereich Öffentliche Ordnung im jüngsten Wirtschauftsausschuss vorlegte.

Grundlage für den Bericht waren u.a. 35 Baustellenkontrollen (343 Personen) und die Überprüfung von 28 Bocholter Gaststätten (57 Personen). Besonders im Baubereich hätten sich zunehmend Empfänger von Arbeitslosengeld II unter den Schwarzarbeitern befunden. Dies sei in den Vorjahren dagegen eher die Ausnahme gewesen.

„Schwarzarbeit und illegale Beschäftigung sind mittlerweile erkennbar rückläufig“, lautet das Fazit der Kontrolleure.

Mit ursächlich für diese Tendenz sei u.a. der Wegfall des sog. „Meisterzwanges“ bei einigen Handwerkstätigkeiten. Dies führte im Gegenzug zu zahlreichen Existenzgründungen, insbesondere unter Gebäudereinigern, Estrich- und Plattenlegern.

Auch anfängliche Bedenken, nach der EU-Erweiterung mit Billigarbeit aus osteuropäischen Beitrittsländern überschwemmt zu werden, haben sich für die Region Bocholt als unbegründet erwiesen, berichten die Prüfer. Lediglich ein Betrieb aus den EU-Beitrittsländern habe sich in Bocholt neu angesiedelt. Illegale Arbeitnehmer aus den Beitrittsstaaten wurden bei keiner Kontrolle angetroffen.

Insgesamt sind über 5.300 selbstständige Gewerbe in Bocholt gemeldet. Das sind rund 300 mehr als im Vorjahr.

Der Bericht der Stadt Bocholt zur Bekämpfung der Schwarzarbeit ist im Internet unter www.bocholt.de im Bereich "Bürgerservice" unter dem Stichwort "Schwarzarbeit" abrufbar.