Pressemeldung der Stadt Bocholt

Bocholt, 08. Juni 2006

„Ein Mann hat bei seiner Karriere die Familie im Rücken, eine Frau hat die Familie im Nacken.“

Infoabend für Existenzgründerinnen im Bocholter Rathaus

Bocholt (pd).

Mit „Der Lust auf Selbständigkeit !?“ beschäftigten sich am Mittwoch, 7. Juni 2006, Frauen im Rahmen eines Informationsabends im Bocholt Rathaus. Die Regionalstelle Frau & Wirtschaft in Kooperation hatte mit der Gleichstellungsbeauftragten der Stadt Bocholt, Annette Hünting, zu dieser Veranstaltung eingeladen.

Ein Thema, das vielen Frauen unter den Nägeln brennt, wie die Resonanz auf die Veranstaltung zeigte. Die Referentin Anne Güldenhöven von "MyLife – Lebens- und Berufswegberatung in Münster" gab einen Überblick über die Aspekte, mit denen sich Gründerinnen vor der Selbständigkeit beschäftigen sollten. Sie führte aus, dass sich immer mehr Frauen auch selbständig machen. Betrug der Frauenanteil an Existenzgründungen vor einigen Jahren noch ca.10 %, haben Frauen inzwischen bis auf 30 % aufgeholt mit weiter steigendem Anteil. Der größte Teil der selbständigen Frauen plant eine Tätigkeit im Dienstleistungssektor.

Deutlich wurde, dass die Situation von Frauen bei Existenzgründung eine ganz spezielle ist, denn auch heute gilt noch, was Angela Merkel bereits vor zehn Jahren zitierte: " Ein Mann hat bei seiner Karriere die Familie im Rücken, eine Frau hat die Familie im Nacken." Auf besonderes Interesse der Teilnehmerinnen stand der von Anne Güldenhöven entwickelte "Gründungsfahrplan", der der Reihe nach an diesem Abend abgefahren wurde. Fragen wie: Was ist wann zu bedenken und zu tun? gehörten genauso dazu wie die Problematik für "HARTZ IV"-Empfängerinnen, die sich mit dem Gedanken der Selbständigkeit beschäftigten. Dazu gehört, laut Güldenhöven, eine Analyse der persönlichen Voraussetzungen und Rahmenbedingungen sowie das Durchspielen der Geschäftsidee im Hinblick auf Arbeitszeit, Finanzplanung und mögliche Produkte oder Dienstleistungen, die angeboten werden sollen.

Insbesondere kam zum Tragen, dass Frauen bei Existenzgründungen nicht nur die klassischen Überlegungen sondern auch spezifisch Weibliche mit einbeziehen. Dazu gehören z.B. Gedanken zur Kinderbetreuung, Pflege von Angehörigen etc. Auffällig wurde darüber hinaus, dass Frauen bei der Kreditaufnahme für neue Existenzen zurückhaltender agieren als Männer. Die Gleichstellungsbeauftragte Annette Hünting sagte dazu: "Die jetzige Veranstaltung zeigte, dass es wichtig ist, für Existenzgründerinnen eigene Seminare anzubieten, da viele Gedanken und Überlegungen ausschließlich Frauen betreffen."

Mit einem Koffer voll Anregungen und Antworten auf viele Fragen gingen die Frauen nach Hause. Interessentinnen können weitere Informationen und Einzelberatungen bei der Regionalstelle Frau & Wirtschaft, Tel. 02562/25774, Fax 02562/23934, E-Mail: fuw.bbs@t-online.de und im Netz unter www.regionalstelle-fuw.de oder bei der Gleichstellungsbeauftragten der Stadt Bocholt, Annette Hünting, Tel. 02871/953 151, E-Mail annette.huenting@mail.bocholt.de, erhalten.

Pressekontakt: Stadt Bocholt - Fahrradfreundlichste Stadt Deutschlands, Fachbereich Zentrale Verwaltung, Petra Taubach, Tel. 0 28 71 / 95 33 28, e-mail: ptaubach@mail.bocholt.de