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Damals in der DDR

Ausstellung des Hauses der Geschichte Bonn im Stadtmuseum

Borken - 30. Juni 2006. Ob mit bittersüßen Filmen wie „Good bye, Lenin!“ oder „Sonnenallee“ oder Ostalgie-Shows mit FDJ-Hemden, „Pfeffi“ und Spreewald-Gurken-Idylle, die Film- und Medienbranche widmete sich in den letzten Jahren auf vielfältige Weise der Geschichte der DDR. Das Zeitgeschichtliche Forum Leipzig in der Stiftung Haus der Geschichte der Bundesrepublik Deutschland bietet dagegen eine Ausstellung an, die unter dem Titel „Damals in der DDR“ eine andere Art der Darstellung favorisiert: am Beispiel von 20 Lebensläufen werden 40 Jahre DDR sachlich und jenseits jeder Idealisierung, dabei spannend, anschaulich und keineswegs belehrend erzählt. Am Sonntag, den 9. Juli wird sie im Stadtmuseum Borken eröffnet.

In einem Kooperationsprojekt mit dem MDR, dem WDR und der Filmproduktionsfirma LOOKS entstanden, präsentiert die Ausstellung wie der gleichnamige Fernseh-Serie und das Begleitbuch „Geschichte von unten“, erzählt von Zeitzeugen. Deren Biographien sind einzigartig und stehen dennoch exemplarisch für das Leben im „anderen Deutschland“ zwischen 1949 und 1989.

Da ist zum Beispiel die Geschichte zweier Beat-begeisterter junger Leute, die Mitte der 1960er Jahre, als die SED Beatgruppen verbot und als Alternative die FDJ-Singebewegung aufbaute, in einem Vorort von Leipzig einen illegalen Sender betrieben. In Anlehnung an den „Sender Freies Berlin“ (SFB) nannten sie ihn „Sender Freies Paunsdorf“ (SFP). Nicht weniger interessant ist die Geschichte von Beate Ziethen (heute Wedekind), die mit ihrem Mann und zwei Kindern 1979 einen Ausreiseantrag stellte und, wie viele tausend andere Ausreisewillige auch, jahrelange Schikanen von Ämtern und von der Staatssicherheit über sich ergehen lassen musste, bis sie in die Bundesrepublik ausreisen durfte. Die Ausstellung zeigt unveröffentlichte Fotos und Dokumente aus privaten Archiven. Zeitgenössische Plakate, Fotos und Objekte aus der Sammlung der Stiftung Haus der Geschichte verknüpfen historische Ereignisse aus 40 Jahren DDR mit den persönlichen Erlebnissen. Eine DVD- und eine Audio-Station geben Einblicke in die Film- und die Hörfunkserie „Damals in der DDR“. Ergänzend zeigt das Stadtmuseum unter dem Titel „WendeHeimat“ Fotografien von Peter E. Rytz (Borken) über Menschen in Marieney (Sachsen) zwischen 1982 und 2004. Kaum 400 Einwohner zählend, lag das kleine Vogtland-Dorf zu DDR-Zeiten im geografischen Abseits, in einem bergigen Zipfel zwischen der innerdeutschen und tschechischen Grenze. Mit dem Mauerfall und der Wiedervereinigung wandelte sich das Abseits unversehens zur Vorzugslage. Da das bayrische Hof nur 20 km entfernt liegt, konnten viele Einwohner Pendler-Arbeitsplätze „im Westen“ annehmen, so dass die Bevölkerung recht konstant blieb, zumal die allermeisten Familien schon aus der DDR-Zeiten eigene Häuschen besaßen. Stärker noch als in anderen ostdeutschen Regionen überlagern sich im Dorfleben Marieneys daher Wende-Einschnitte und lokale Kontinuitäten.

Im Rahmen der Eröffnungsmatinee führt Museumsleiter Dr. Norbert Fasse in die Ausstellung „Damals in der DDR“ ein. Die in der Ausstellung porträtierte Zeitzeugin Beate Wedekind (vormals Ziethen), liest aus ihren Erinnerungen an schwierige Jahre in Saalfeld, Peter E. Rytz, der bis 1989 mit seiner Familie in Leipzig lebte, stellt das Dorf Marieney und Grundgedanken seiner Fotoserie vor. Zu dieser Veranstaltung lädt das Stadtmuseum Borken herzlich ein. > Beginn: Sonntag, 9. Juli um 11.00 Uhr, Eintritt frei.

Beigefügte Illustrationen zur Ausstellung „Damals in der DDR“

Cover_Damals_DDR.jpg Plakatmotiv zur Ausstellung „Damals in der DDR“. © Stiftung Haus der Geschichte der Bundesrepublik Deutschland

Dank_Partei.jpg „Unser Dank gilt Dir, Partei“. Plakat zum 10. Parteitag der SED, 1981 © Stiftung Haus der Geschichte der Bundesrepublik Deutschland

Beigefügte Illustrationen zur Ausstellung „WendeHeimat“

Marieney_95.jpg Ortsschild des Dorfes Marieney (1995), ehemals DDR-Kreis Oelsnitz/Vogtland, heute Ortsteil der Gemeinde Gemeinde Mühlental (Vogtlandkreis) © Peter E. Rytz

Arnold_G_FR_95.jpg Frührenter Arnold G. (1995) © Peter E. Rytz

Pressekontakt: Stadt Borken, Pressesprecher Bernd Kemper, Tel. 02861 / 939 - 303, bernd.kemper@borken.de

Zu dieser Meldung können wir Ihnen folgende Medien anbieten:

"Damals in der DDR"



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"Unser Dank gilt Dir, Partei"



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Ortsschild des Dorfes Marieney



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Frührentner Arnold



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