Bocholt, 03. Juli 2006
Westfalen in der neuen Welt
Eine Sozialgeschichte der Auswanderung im 19. Jahrhundert
Bocholt (pd).
Über die Geschichte der westfälischen Auswanderer, die in Amerika eine neue Heimat gefunden haben, spricht am Mittwoch, dem 12. Juli um 19.30 im Historischen Rathaus Bocholt Prof. Dr. Walter Kamphoefner.
Bis zum Beginn des 20. Jahrhunderts verließen viele Deutsche ihr Land. Wirtschaftliche Not und fehlende berufliche Perspektiven trieben sie in die Auswanderung. Ein wichtiges Ziel waren die Vereinigten Staaten von Amerika.
Der Migrationsforscher Prof. Dr. Walter Kamphoefner untersucht seit Jahren die Motive, die viele zur Auswanderung trieb, und das soziale Gefüge, aus dem das Gros der Auswanderer stammte. Er legt sein Augenmerk vor allem auf die Auswanderung aus Nordwestdeutschland. Im Gegensatz zum Süden Deutschlands sind hier die Gründe für die Emigration mehr mit der industriellen Entwicklung verknüpft.
Ins seinem Vortrag konzentriert sich Kamphoefner auf zwei Bezirke in Missouri, in denen fast drei Viertel der Immigranten einem Gebiet in Deutschland entstammte, das einen Radius von weniger als 50 Kilometer umfasst. Es gibt Beispiele, in denen ganze Dörfer buchstäblich verpflanzt wurden. Erwartungsgemäß distanzierten sich solche Einwanderer von den Amerikanern, lebten und heirateten unter sich. Sie hatten wenig Kontakt mit anglo-amerikanischen Konfessionen oder der Sklaverei. Mit seiner Untersuchung der Wanderungswege von fast 150 Familien aus Deutschland nach Missouri konnte Prof. Kamphoefner die Faktoren ermitteln, die den Erfolg der Immigranten in Amerika beeinflussten.
Professor Dr. Walter Kamphoefner ist Director of Graduate Studies an der Texas A&M-University. In den Jahren 1975 und 1976 studierte er an der Universität Münster. Prof. Kamphoefner hat eine Fülle von Büchern und Aufsätzen zur Emigration Deutscher in die USA verfasst.
Zu dem Vortrag laden ein die Gesellschaft für historische Landeskunde des westlichen Münsterlandes, das Stadtarchiv und die Stadtsparkasse Bocholt. Der Eintritt ist frei.
Pressekontakt: Stadt Bocholt - Fahrradfreundlichste Stadt Deutschlands, Stadtarchiv, Dr. Oppel, Tel. 02871-953347