Bocholt, 10. Juli 2006
„Seeadler“ kehrt nicht heim
Ehemaliges Bocholter Patenboot zu marode für Marinemuseum Wilhelmshaven
Bocholt (pd).
Der Förderverein Museums-Schnellboot e.V. teilte über die hiesige Marinekameradschaft Bocholt 1904 e.V. mit, dass das ehemalige Bocholter Patenboot „Seeadler“ (1954-1974) nicht wie ursprünglich geplant in das Marinemuseum Wilhelmshaven überführt werden kann. Grund: Das Schiff ist marode.
Die Germanische Lloyd hat durch einen unabhängigen Sachverständigen festgestellt, dass die Außenhaut des Schnellbootes, die aus Holz besteht, so stark beschädigt und zum Teil verrottet ist, dass das Boot nicht wie vorgesehen aus dem Wasser genommen und an Deck eines Schwergutschiffes nach Deutschland transportiert werden kann.
Eine solche Aktion könnte, so die Germanische Lloyd, im schlimmsten Fall sogar dazu führen, dass der mit Wasser vollgesogene Rumpf des Schnellboots auseinander bricht.
Mitte der 70er Jahre wurde der ehemalige "Seeadler" an die griechische Marine verkauft und lief viele Jahre als Schnellboot der "Jaguar"-Klasse unter dem Namen "Esperos" durchs Mittelmeer. Im vergangenen Jahr musterte die griechische Marine das Boot aus. Dadurch sah der eigens gegründete Förderverein Museums-Schnellboot e.V. die Chance, den ehemaligen "Seeadler" nach Deutschland zu holen und dem Marinemuseum in Wilhelmshaven zur Verfügung zu stellen.
Nach der jetzigen Entwicklung schreibt Fregattenkapitän a.D. Karl M. Scheuch an die hiesige Marinekameradschaft, dass nun die Mitglieder im Rahmen einer außerordentlichen Mitgliederversammlung entscheiden müssen, ob das Projekt, ein Schnellboot dem Marinemuseum Wilhelmshaven zu übergeben gescheitert ist oder ob es eine andere Möglichkeit gibt, ein ehemaliges Schnellboot zu beschaffen und damit den Vereinszweck doch noch zu erfüllen.
Diese und weitere Informationen rund um die Partnerschaften und Patenschaften der Stadt Bocholt finden Sie auch auf der Internet-Seite www.bocholt.de.
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