Kassel ist kinder- und jugendfreundlich

18. September 2006. „Kassel ist ein attraktiver Lebensort für Kinder, Jugendliche und ihre Familien. Das soll in Zukunft auch so bleiben. Aus diesem Grund sollen Kinder und Jugendliche vermehrt an den Entwicklungen in ihrer Lebensumwelt beteiligt werden“, erklärte Kassels Oberbürgermeister Bertram Hilgen jetzt im städtischen Pressedienst. Um dieses Ziel zu erreichen, habe er die aus dem Jahr 1997 bestehende Verfügung zur Kinder und Jugendbeteiligung aktualisiert und erweitert. Ziel sei es, Kinder und Jugendliche bei den Dingen, die sie unmittelbar betreffen, stärker in die Entscheidungsprozesse einzubeziehen, sie anzuhören und ihre Auffassungen zu berücksichtigen, erklärte Hilgen. So gebe es in den wichtigsten Fachämtern der Verwaltung Beauftrage für Kinder- und Jugendbeteiligung. Diese Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sollten in ihrem Zuständigkeitsbereich darauf achten, dass da, wo Belange von Kindern und Jugendlichen bei der Wohnumfeldsentwicklung, bei der Stadtentwicklung und bei der Stadtgestaltung betroffen seien, diese beteiligt würden. Insgesamt elf solcher Beauftragter gebe es in der Stadtverwaltung.

„Kinder brauchen personell erlebbare Ansprechpartnerinnen und Ansprechpartner und kurze Zeiträume, in denen sie realistische und erlebbare Projekte mitplanen und entscheiden können“, erklärte dazu Jugenddezernentin Anne Janz. Darüber hinaus bestehe für Kinder und Jugendliche die Möglichkeit, sich mit ihrem Anliegen direkt an das Kinder- und Jugendbüro im Willi-Seidel-Haus/Haus der Jugend zu wenden und dort das einzubringen, was sie bewege.

Das Jugendamt stelle ihnen dann einen Moderator zur Verfügung, der mit ihnen die Verwirklichungsmöglichkeiten eines Vorhabens zunächst einmal überprüfe, später ein Projekt beschreibe und an die zuständigen Fachämter bzw. Gremien herantrage, führte Janz weiter aus. Für manche größere Vorhaben könne ein so genannter Politpate oder eine Politpatin gewonnen werden. Diese hätten dann die Aufgabe, sich beispielsweise für die Erneuerung eines Spielplatzes oder die Einrichtung einer Skaterfläche zu engagieren. Ferner gebe es einmal im Jahr ein Jugendforum, bei dem die Verwaltung und die Politik zu den jeweiligen Projektverläufen, manchmal auch zu den Hindernissen, Stellung nehmen würden.

Das Kinder- und Jugendbüro des Jugendamtes arbeitet derzeit an vielen Projekten der Kinder- und Jugendbeteiligung eng mit dem Spielmobil und dem Baumobil des Vereins Rote Rübe e. V. zusammen. Das gilt nicht nur für die Erarbeitung von Vorschlägen von Beteiligungsverfahren, zum Beispiel von Befragungen, sondern auch für die Umsetzung der Vorschläge. Kinder und Jugendliche werden angeleitet, da, wo es technisch möglich ist, selbst Hand anzulegen, um einen Beitrag für die gewünschten Verbesserungen zu leisten.

Wie und wann solche Beteiligungen sinnvoll sind und wie sie ablaufen sollen, das beschreibt die neue Verfügung des Oberbürgermeisters zur Kinder- und Jugendbeteiligung. Sie ist in Kassel Grundlage für konkret erlebbare demokratische Einflussnahme und, so Oberbürgermeister Hilgen: „Die Kinder und Jugendlichen in dieser Stadt sind aufgerufen, davon lebhaften Gebrauch zu machen.“

Die Verfügung des Oberbürgermeisters ist im Kinder- und Jugendbüro im Willi-Seidel-Haus/Haus der Jugend an der Fuldabrücke oder im Jugendamt im Rathaus, Flügel Karlsstraße, 2. Stock, Zimmer K 254, erhältlich.

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