Neue Straßen im künftigen Wissenschaftshafen eingeweiht
Magdeburg.
Oberbürgermeister Dr. Lutz Trümper enthüllte heute im künftigen Wissenschaftshafen drei neue Straßenschilder und weihte damit die neu angelegten Straßen auf die Namen von Joseph von Fraunhofer, Werner Heisenberg und Niels Bohr.
"Forschung und Wissenschaft spielen in Magdeburg eine immer größere Rolle.
Um diesen Wandel des Standortes Magdeburg von der ‚Stadt des Schwermaschinenbaus‘ zur ‚Stadt der Wissenschaft‘ weiter voranzutreiben, setzen wir auch künftig auf die Verbindung von Tradition und Moderne", erläuterte Oberbürgermeister Dr. Lutz Trümper die zukunftsweisende und für die Stadtentwicklung bedeutsame Namensvergabe. "Ein wichtiger Schritt auf diesem Weg ist die Umstrukturierung des historischen Handelshafens zu einem modernen Wissenschaftshafen. Die heutige Straßenweihe gibt uns Gelegenheit, den Blick auf eine große Stadtgeschichte, auf eine spannende gegenwärtige Entwicklung und zukünftige Neuorientierung zu richten. Der Wissenschaftshafen gehört zur Zukunft der Landeshauptstadt."
Im alten Handelshafen wird in den nächsten Jahren ein neuer Stadtteil mit High-Level-Instituten und Gründerzentren, eingebettet in ein lebendiges Stadtquartier mit Wohnungen, Dienstleistungszentren und Freizeitmöglichkeiten entstehen. Dieses gerade im Entstehen begriffene Zentrum für Innovation und Wissenstransfer ist zentraler Bestandteil der Magdeburger Stadtentwicklung und Teil des Magdeburger Projektes zur Internationalen Bauausstellung (IBA) 2010.
Um die notwendigen Voraussetzungen für diese Zukunftspläne zu schaffen, sind auch so grundlegende Arbeiten wie die Umgestaltung der Erschließungsanlagen oder die Veränderung der Straßenführungen notwendig. In diesem Zusammenhang wurden verschiedene Straßen neu angelegt und benannt. "Diese Straßenbenennungen verdeutlichen nicht nur den stetigen Fortschritt des Projektes ‚Wissenschaftshafen‘, sondern vor allem auch die gute Zusammenarbeit zwischen der Universität, den wissenschaftlichen Einrichtungen und Instituten sowie der Stadtverwaltung." erklärte Dr. Lutz Trümper im Rahmen der Einweihung, die er gemeinsam mit dem Rektor der Otto-von-Guericke-Universität, Prof. Dr. Klaus-Erich Pollmann, einem Vertreter des Max-Planck-Instituts, Prof. Dr. Kai Sundmacher, und Dr. Gerhard Müller vom Fraunhofer Institut vornahm.
Die Joseph-von-Fraunhofer-Straße ist dem Physiker, Optiker, Erfinder und Unternehmer Joseph von Fraunhofer gewidmet, der vor allem die Herstellung optischer Gläser wesentlich beeinflusst hat. Am bekanntesten dürften seine Forschungen und Experimente zur Beugung von Licht an optischen Gittern und die nach ihm benannten Fraunhoferschen Linien im Spektrum des Sonnenlichts sein. Seine hervorragendste Leistung besteht aber in der Verbindung von exakter wissenschaftlicher Arbeit und deren praktischer Anwendung für neue Produkte. Mit dieser Denkweise wurde Joseph von Fraunhofer zum Vorbild der heutigen Fraunhofer-Gesellschaft.
Die zweite Straße wird den Namen Werner Heisenberg tragen. Werner Karl Heisenberg war einer der bedeutendsten Physiker und Nobelpreisträger des 20. Jahrhunderts und Pionier der Quantenmechanik. Er stellte die nach ihm benannte Heisenbergsche Unschärferelation auf. Im Nachkriegsdeutschland wurde er Direktor der Max-Planck-Institute für Physik in Göttingen und München und war zudem Präsident der Alexander-von-Humboldt-Stiftung.
Mit Niels Bohr wird die dritte Straße den Namen eines weiteren Physik-Nobelpreisträgers tragen. Niels Bohr arbeitete erfolgreich im Bereich der Quantenphysik und wurde vor allem durch seine Arbeit an der Struktur der Atome bekannt, dem sogenannten Bohrschen Atommodell. Darüber hinaus gelang ihm eine Erklärung für den Aufbau des Periodensystems der Elemente. Nach dem Krieg setzte er seine Forschungen zur Atomenergie fort und warnte gleichzeitig vor deren missbräuchlicher Nutzung. Für dieses Engagement für eine friedliche Atompolitik erhielt er 1957 den "U.S. Atoms for Peace Award".
Am südlichen Ende des Hafenbeckens laufen zur Zeit noch die letzten Arbeiten am zukünftigen Charles-de-Gaulle-Platz. Dieser Platz wird pünktlich zum "Fest der Wissenschaft" am 22. und 23. September fertiggestellt und eingeweiht.
"Das ‚Fest der Wissenschaft‘ ist das herausragende Ereignis im Magdeburger ‚Jahr der Wissenschaft‘, mit dem die Landeshauptstadt ihren Wandel zum Wissenschaftszentrum noch stärker in das Bewusstsein der Bürger bringen will." erläutert Oberbürgermeister Dr. Lutz Trümper und lädt alle Magdeburgerinnen und Magdeburger sowie Gäste der Stadt ein, an diesem Wochenende im Wissenschaftshafen auf Entdeckungsreise durch den "Alltag 2020" zu gehen.
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