Den Stadtteil Süd nicht in ein schiefes Licht rücken!

19.09.2006 | Herten

Stellungnahme von Dr. Uli Paetzel

„In den vergangenen Tagen haben mich zahlreiche Süder Bürgerinnen und Bürger auf die ‚Messerattacke’ in ihrem Stadtteil und die begleitende Berichterstattung in Teilen der Medien angesprochen. Wir als Stadt, ebenso wie alle Hertenerinnen und Hertener, mit denen ich gesprochen habe, verurteilen eine solche Straftat aufs Schärfste. Es ist jetzt Sache der Polizei, den Fall weiter zu bearbeiten. Diese Einzeltat darf aber – und auch hier sind sich alle einig – nicht dazu führen, dass ein ganzer Stadtteil oder eine ganze Bevölkerungsgruppe in ein schiefes Licht gerückt werden.

Ich habe auf die Vorkommnisse hin am vergangenen Freitag einen Runden Tisch mit Vertretern der Polizei, des Fachbereiches Familie, Jugend und Soziales, des Ordnungsamtes, des Jugendschutzes, der Bezirkssozialarbeit und des Hauses der Kulturen zusammengerufen. Die Fachleute dieser Einrichtungen haben einhellig bestätigt: ‚Herten-Süd hat kein besonderes Problem mit Kriminalität’. Vielmehr hat der Stadtteil die gleichen Probleme, mit denen auch andere Ruhrgebietsstädte umgehen müssen. Das Grundübel ist: Es gibt nicht genug Ausbildungs- und Arbeitsplätze, vielen Jugendlichen, egal welcher Herkunft, fehlt eine Perspektive. Daran müssen wir noch stärker arbeiten.

Wir haben bereits vor einiger Zeit – die ursprüngliche Vorlage stammt aus 2004 – die Probleme in Herten-Süd analysiert und versuchen jetzt, sie mit Augenmaß und Verantwortungsbewusstsein zu lösen. Erste Schritte haben wir im Rahmen des Projekts ‚Stadtumbau West’ schon eingeleitet. Die Bestandteile dieses Förderprogramms sind vielfältig: Über soziale, ökonomische und kulturelle Projektbausteine bis hin zu einer optischen Verschönerung des Stadtteils sollen Fortschritte in Süd erreicht werden. Dazu gehört auch, dass wir im Rahmen des Projekts gemeinsam mit allen Akteuren aus dem Stadtteil sinnvolle Freizeitangebote für Jugendliche schaffen. Hier werden wir allerdings nichts übers Knie brechen, sondern bereits angestellte Überlegungen weiterführen.

Gerade in Herten-Süd gibt es bereits eine große Vielfalt an Initiativen, die für mehr Miteinander sorgen. Besonders erwähnenswert sind hier die Bemühungen der verschiedenen kirchlichen Gemeinden um Integration und interreligiösen Dialog. Diese und andere Projekte werden wir weiter stärken. Dabei bauen wir auf die Unterstützung aller.“

Pressekontakt: Pressestelle, Svenja Küchmeister, Telefon: 02366/303227, eMail: s.kuechmeister@herten.de