Bocholt, 07. Oktober 2006
Bürgermeister Nebelo schreibt Siemens-Vorstand
Bocholt (pd).
Im Zuge der Turbulenzen um den insolventen Handyhersteller BenQ Mobile Deutschland wendet sich Bocholts Bürgermeister Peter Nebelo in einem Schreiben an den Siemens-Vorstandsvorsitzenden Dr. Klaus Kleinfeld.
"Angesichts des drohenden Arbeitsplatzverlustes von mehreren hundert Beschäftigten der insolventen BenQ Mobile am Standort Bocholt darf ich Sie bitten, im Rahmen der weiteren Verhandlungen Ihren Einfluss geltend zumachen, damit die Beschäftigung für die Mitarbeiter, die in der Vergangenheit – etwa im Servicebereich - selbst zu Gegenleistungen zum Erhalt ihrer Arbeitsplätze bereit waren, gesichert wird", so Nebelo. Und weiter: "Gleichzeitig bitte ich zu prüfen, ob den freigesetzten Mitarbeitern in den anderen Siemenswerken in Bocholt eine Beschäftigung angeboten werden kann." Bürgermeister Nebelo hofft, dass nach "Jahren der Ungewissheit endlich wieder Ruhe unter den Siemensmitarbeitern am Standort Bocholt einkehrt."
Hintergrund: BenQ Mobile in Deutschland, das erst vor rund einem Jahr die Siemens-Handysparte übernahm, teilte am 28. September 2006 mit, Insolvenz anzumelden und die Produktion nach Asien zu verlagern. Neben den Standorten in München und Kamp-Lintfort sind auch rund 300 Mitarbeiter in Bocholt betroffen, u.a. bei der ausgegliederten Servicewerkstatt Inservio GmbH.