01. November 2006. Massive negative Auswirkungen befürchtet Kassels Oberbürgermeister Bertram Hilgen für die Kasseler City und die Innenstädte der Mittelstädte der Region für den Fall, dass in Diemelstadt im Kreis Waldeck-Frankenberg ein so genanntes Factory-Outlet-Center entsteht. Die Sogwirkung eines solchen Centers sei dermaßen groß, dass enorme Kaufkraft in Kassel abgeschöpft werde. Gleichzeitig drohe die Gefahr, dass durch ein solches Center die Innenstädte verödeten, erklärte Hilgen am Mittwoch im städtischen Pressedienst.
„Wer den Tod der Innenstädte und damit den Verlust von Hunderten von Arbeitsplätzen in diesen Zentren verhindern wolle, müsse den Planungen für dieses Factory-Outlet-Center einen Riegel vorschieben.“ Im übrigen sei eine solche Ansiedlung mit dem geltenden Regionalplan unvereinbar. In der Vergangenheit seien sich die nordhessischen Kreise und Kommunen in der Regionalversammlung einig gewesen, wegen der Gefährdung der Zentren gegen ein Outlet-Center Stellung zu beziehen. „Aus diesem Grund haben wir uns alle gegen neue Einzelhandelsansiedlungen auf der grünen Wiese ausgesprochen“, führte der Oberbürgermeister weiter aus.
Es sei zu kurz gedacht, wenn die Ansiedlung des Factory-Outlet-Centers als Chance für die Region gesehen werde. Das Gegenteil sei vielmehr der Fall. Dies müsse auch der Landrat des Kreises Waldeck-Frankenberg zur Kenntnis nehmen, der die Ansiedlung in Diemelstadt anscheinend befürworte. Von der Industrie- und Handelskammer Kassel (IHK) erwarte er, so Hilgen weiter, dass sie im Interesse des Einzelhandels der Stadt Kassel und der Region eine eindeutige Position gegen das Factory-Outlet-Center beziehe.
Der Kasseler OB bat das Regierungspräsidium wie auch die hessischen Landesregierung, ihre bisherige Linie, kein Factory-Outlet-Center in Hessen zuzulassen, nicht zu verlassen. So habe der RP vor nicht all zu langer Zeit gerade Pläne der Ansiedlung eines Outlet-Centers in Knüllwald wegen der befürchteten negativen Auswirkungen beispielsweise auf Homberg und Schwalmstadt mit guten Gründen abgelehnt. Diese Gründe hätten selbstverständlich auch Gültigkeit für die jetzt ins Gespräch gebrachte Ansiedlung eines Fabrikverkaufs in Diemelstadt, meinte der Oberbürgermeister abschließend.
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