Kulturförderpreis 2006

08. November 2006. Der Kulturförderpreis 2006 in Höhe von 7.500 Euro geht zu gleichen Teilen an das Literaturhaus Nordhessen e.V., die Theatergruppe Chaosium sowie Mustafa Gündar und Emek Bozkurt. Diesen Beschluss des Magistrats hat Bürgermeister Thomas-Erik Junge jetzt mitgeteilt.

Der Verein Literaturhaus Nordhessen hat sich zum Ziel gesetzt, der Literatur in Kassel ein größeres öffentliches Gewicht und Ansehen zu verleihen. Seine Angebotspalette ist vielfältig: Autorenlesungen, Vorträge, Werkstattgespräche und Diskussionen finden regelmäßig statt, um den Dialog zwischen verschiedenen gesellschaftlichen Gruppen und Kulturschaffenden zu unterstützen. Damit hat der Verein maßgeblichen Anteil an der Mitgestaltung des kulturellen Entwicklungsprozesses der Stadt Kassel.

Die Theatergruppe Chaosium richtet sich an Menschen mit und ohne Psychiatrieerfahrung und schafft Möglichkeiten zur künstlerischen Auseinandersetzung für eine Personengruppe, die bisher aufgrund von Behinderung weitgehend vom kulturellen Leben ausgeschlossen ist. Viele der in den vergangenen Jahren entstandenen Theaterstücke wurde nicht nur in Kassel und Umgebung, sondern auch bundesweit aufgeführt. Die Arbeit des Chaosiums ist ein fester Bestandteil des soziokulturellen Angebots in Kassel an der Schnittstelle zwischen Psychiatrie und Kultur und weist mit seinem Modellcharakter über die Stadtgrenzen hinaus.

Mustafa Gündar und Emek Bozkurt erhalten den Kulturförderpreis 2006 für ihr vielfältiges filmisches Schaffen, in dem sie sich mit der Situation von jugendlichen Migranten kritisch auseinandersetzen. So basiert das mehrfach preisgekrönte Filmprojekt „Provinz“ (unter anderem Kasseler Jugendfilmpreis 2005) auf den Alltags- und Gewalterfahrungen der Jugendlichen in der Kasseler Nordstadt und erzählt die Geschichte des jungen Türken Baris. Der Film zeigt auf, welche verheerenden Folgen mangelnde Fürsorge und Perspektivlosigkeit haben können und fordert somit auf, die Folgen der Segregation zu minimieren und die Rahmenbedingungen in sozialen Brennpunkten zu verbessern.

Seit 1987 wird der Kulturförderpreis jährlich verliehen. Die Jury zur Findung der Kulturförderpreisträgerinnen und -preisträger, der die kulturpolitischen Sprecherinnen und Sprecher der Fraktionen angehörden, hat am 20. September den vorliegenden Vorschlag erarbeitet und einstimmig verabschiedet.

Die diesjährigen Preise sind mit jeweils 2.500 Euro dotiert. Die Verleihungsveranstaltung ist für den Herbst/Winter geplant.

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