15. November 2006. Eine leichte Entspannung des Arbeitsmarktes in Nordhessen, eine höhere Qualität der Arbeitsvermittlung, die gute Vermittlungsarbeit auch durch den Arbeitgeberservice und die bessere Wirkung des Arbeitsmarktprogramms sind laut Stadtkämmerer Dr. Jürgen Barthel Ergebnisse der erfolgreichen Arbeit der Arbeitsförderung Kassel-Stadt GmbH (AFK).
Seit Jahresbeginn 2006 hat die Arbeitslosenquote im SGB II-Bereich kontinuierlich abgenommen. Sie reduzierte sich im Vergleich zum Vorjahr um 9,7 Prozent, bei den unter 25 Jährigen im Vergleich zum Vorjahr sogar um insgesamt 29,5 Prozent! Nach der letzten Zählung waren 12.383 Personen im Rechtskreis SGB II arbeitslos gemeldet. 1.183 der Arbeitslosen sind junge Erwachsene unter 25 Jahren (U 25). 3.262 Personen wurden in eine Erwerbstätigkeit und 582 Personen unter 25 Jahren in eine schulische oder berufliche Ausbildung vermittelt.
„Die aktuellen Zahlen unterstreichen die gute Arbeit der qualifizierten Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der AFK, insbesondere im Bereich der Personen unter 25 Jahren, deren Eingliederung nach dem SGB II eine besondere Bedeutung beigemessen wird“, so Dr. Barthel. Dem gesetzlichen Anspruch einer kurzfristigen Integration werde durch Vorhaltung entsprechender Ausbildungs- und Qualifizierungsangebote entsprochen.
Seit 22 Monaten ist die Arbeitsförderung Kassel-Stadt GmbH (AFK), als Arbeitsgemeinschaft (ARGE) der Stadt Kassel und der Agentur für Arbeit Kassel Träger der Leistungen nach dem Sozialgesetzbuch-2. Buch (SGB II) für die Bürgerinnen und Bürger im Stadtgebiet Kassel mit Anspruch auf Arbeitslosengeld II/Sozialgeld. „Die Zahl der Bedarfsgemeinschaften (Haushalte in Kassel, die Leistungen beziehen) ist weiter auf 15.854 auf den niedrigste Stand der letzten zwölf Monate gesunken“, sagte Dr. Barthel. Im Stadtgebiet erhalten knapp 30.000 Personen und damit 15,5 Prozent der Einwohner Kassels ALG II/Sozialgeld. Auch die Zahl der erwerbsfähigen Hilfebedürftigen sei im Vergleich zum Vorjahr um 2,6 Prozent auf insgesamt 21.826 gesunken.
Doch trotz dieser Erfolge bezeichnet Dr. Barthel die Quote der Hilfebedürftigen in Kassel weiterhin als zu hoch. In zirka 3.000 Haushalten werde beispielsweise ein Erwerbseinkommen erzielt, dass zur Deckung des Lebensunterhaltes nicht ausreicht. Zirka 55 Prozent der Hilfebedürftigen leben allein in einer Wohnung, etwa 20 Prozent leben zu zweit in einem Haushalt und 16 Prozent der Hilfeempfänger sind Kinder unter 15 Jahren.
„Der Grundsatz des Förderns und Forderns wird in der täglichen Praxis erfolgreich und konsequent umgesetzt“, so Dr. Barthel weiter. Durch ein bedarfsgerechtes Angebot von beruflichen Weiterbildungsmaßnahmen und die Teilnahme an Trainingsmaßnahmen konnten dieses Jahr bereits 2.192 Personen gefördert werden und eine berufliche Qualifikation erlangen. Darüber hinaus wurden zirka 1.450 Personen Maßnahmen zur Verbesserung der Integrationschancen wie beispielsweise Schuldner- und Suchtberatung, psychosoziale Betreuung und Kinderbetreuung angeboten.
Erfolgreich sei auch die Zusammenarbeit der AFK mit den Sozialpartnern Nordhessen im Projekt „ZACK“. Seit Beginn des Projekts im Herbst 2005 wurden 1.170 Personen qualifiziert und bei der Arbeits- und Ausbildungsplatzsuche unterstützt.
Ferner erhielten ab Januar 2006 bisher 451 ältere Erwerbsfähige über 50 Jahren individuelle Unterstützung im Bundesprojekt „Perspektive 50plus“ (Demographische Offensive Nordhessen) bei ihren Bemühungen einen Arbeitsplatz zu finden und 396 Arbeitslose über 50 Jahre konnten durch DON und weitere Maßnahmen tatsächlich in Arbeit vermittelt werden.
Das vordergründige Ziel der Integration am ersten Arbeitsmarkt wird insbesondere durch die Akquise von sozialversicherungspflichtigen Stellen durch den Arbeitgeberservice der AFK realisiert. Insgesamt 412 Stellen wurden durch den Arbeitgeberservice akquiriert, nicht zuletzt durch intensive Kontaktpflege zu den Unternehmen.
Auch im Bereich von Arbeitsgelegenheiten fanden viele Teilnehmerinnen und Teilnehmer wieder einen Einstieg in das Erwerbsleben. Für insgesamt 579 Personen konnten dadurch die Vermittlungschancen verbessert werden. Der Anteil der Personen unter 25 Jahren beträgt hier zirka acht Prozent. „Die AFK ist intensiv bemüht, durch Schaffung von gemeinnützigen Arbeitsgelegenheiten die Teilnehmerinnen und Teilnehmer an die Anforderungen des Arbeitsmarktes heranzuführen und darüber hinaus eine Einstiegsmöglichkeit in eine Erwerbstätigkeit zu fördern.“
Ebenso zu erwähnen sind die erfolgreichen Bemühungen des Projektes ProGES (Pro-Gründen, Erhalten, Sichern). Bei 742 Fällen der Existenzgründungsberatungen wurden 326 Anträge auf Förderung in 2006 positiv entschieden. Dies bedeutet, dass in zirka 44 Prozent der Anfragen eine Unterstützung bei der Gründung oder Erhaltung von Unternehmen unter anderem durch finanzielle Förderung in Form von Darlehen erfolgte. Allein im September 2006 nahmen 51 Personen eine selbständige Tätigkeit auf und konnten sich aus dem Leistungsbezug abmelden.
“Trotz weiterhin schwieriger Rahmenbedingungen wurden umfangreiche Erfolge erzielt“, lautet vor diesem Hintergrund das Fazit von Stadtkämmerer Dr. Barthel. Es sei die Reduzierung der Bedarfsgemeinschaften erreicht worden. Ende September 2006 sei die Anzahl der Bedarfsgemeinschaften auf 15.854 gesunken mit insgesamt zirka 30.000 Personen im SGB II-Bezug. Das sei der niedrigste Stand der letzten zwölf Monate. Die Zahl der Arbeitslosen sinke kontinuierlich. Der Rückgang der Arbeitslosenzahlen betrage im September 2006 um 2,7 Prozent, bei dem Personenkreis unter 25 Jahren 13,8 Prozent. Im Vergleich September 2006 zu September 2005: bedeute dies einen Rückgang um 9,7 Prozent (U 25: 29,5 Prozent)
Ergebnisse der Aktivitäten der AFK: • in 2006 insgesamt 3.262 Vermittlungen in Erwerbstätigkeit (davon 582 im Bereich U 25) • im Jahresverlauf 2.192 Teilnehmer in beruflichen Weiterbildungen und Trainingsmaßnahmen gefördert und Gewährung von 1.450 weiteren Maßnahmen zur Steigerung der Integration in den Arbeitsmarkt • etwa 1.170 Personen werden seit Beginn im Projekt „ZACK“ mit den Sozialpartnern Nordhessen qualifiziert • bereits 451 Personen im Projekt „DON“ (Perspektive 50plus) gefördert • insgesamt knapp 600 Plätze für Arbeitsgelegenheiten eingerichtet, davon zirka 20 Prozent im Bereich U 25; Beschäftigung über 700 erwerbsfähige Hilfebedürftige in Arbeitsgelegenheiten • seit Jahresbeginn 412 versicherungspflichtige Stellen der AFK durch Stellenakquise des Arbeitgeberservice der AFK • in 2006 erfolgten insgesamt 742 Beratungen im Rahmen der Existenzgründung, bisher wurden 44 Prozent (= 326) der Anträge gefördert
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