17. November 2006. Als „nicht zufrieden stellend“ hat ein Sprecher der Stadt Kassel die Ergebnisse eines Regionalrankings bezeichnet, das jetzt von der Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft veröffentlicht wurde. Dabei waren 435 kreisfreie Städte und Landkreise aus ökonomischer Sicht unter die Lupe genommen worden.
Wie der Stadtsprecher weiter mitteilte, ließen die herausgearbeiteten Stärken zu Recht hoffen, dass es im Zuge der allgemeinen wirtschaftlichen Aufwärtsentwicklung auch in Kassel gelingen werde, die Schwächen abzubauen bzw. zu beheben. Bei den Stärken zeige sich, dass Kassel bezüglich der Wirtschaftsleistung eine wichtige Rolle in Hessen und in der Bundesrepublik spiele. Positiv sei auch, dass die Stadt beim Anteil der Hochqualifizierten gut abschneide. Hier hätten sicherlich das breitgefächerte Schulwesen und die Universität Kassel einen beträchtlichen Anteil daran.
Dass die Stadt Kassel bei der Arbeitslosenquote hinten liege, sei eine altbekannte Tatsache, aber auch hier sei ein Himmelsstreif am Horizont erkennbar. Gründe der hohen Arbeitslosenquote würden u. a. in der Bevölkerungsstruktur und in der nicht erfolgten Gebietsreform liegen. Dies werde auch daran deutlich, dass die Arbeitslosenquote in den Kommunen des sogenannten Speckgürtels deutlich unter der der Stadt Kassel liege. Im Übrigen gehe die Studie von einer Arbeitslosenquote von 20,7 Prozent in 2005 bezogen auf abhängige zivile Erwerbspersonen aus und nicht von einer Arbeitslosenquote von 18,3 Prozent bezogen auf alle zivilen Erwerbspersonen aus, wie sie nach Bekanntgabe der Arbeitsmarktzahlen durch die Agentur für Arbeit verwandt werde. Im Oktober 2006 habe die Quote nur noch bei 15,1 Prozent gelegen, sicherlich immer noch zu hoch. Doch zeige der Rückgang, dass es in Kassel aufwärts gehe, führte der Sprecher weiter aus.
Richtig sei auch, dass die Stadt im Vergleich zum Landkreis eine hohe Kriminalitätsrate habe. Dies liege hauptsächlich an der hohen Zahl der Diebstahls- und Vermögensdelikten, die in einer Großstadt einfach mehr anfielen als auf dem flachen Land. Die Anzahl der Straftaten in Kassel sei in den vergangenen Jahren mit einer Ausnahme stetig rückläufig, die Aufklärungsquote steige hingegen dank der guten Arbeit der Polizei.
Der Stadtsprecher stellte klar, um ein wirklich rundes Bild zu erhalten, hätte man Kassel, wie selbstverständlich auch alle anderen beurteilten Städte und Landkreise, nicht nur unter ökonomischen Gesichtspunkten bewerten sollen. So sollten beispielsweise die Kultur, die in Kassel eine ganz wichtige Rolle spiele, die Kinder- und Jugendpolitik sowie die weitere Infrastruktur ebenfalls bei den Rankings Berücksichtigung finden. Wenn dies der Fall gewesen wäre, hätte Kassel sicherlich weiter vorn gelegen als bei dem jetzt vorliegendem Vergleich, zeigte sich der Sprecher sicher.
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