05. Dezember 2006. Bisher waren nur die Grundzüge bekannt, ab heute können sich Interessierte selbst ein Bild machen: Finanzstaatssekretär Dr. Walter Arnold, Oberbürgermeister Bertram Hilgen, Stadtbaurat Norbert Witte und Vertreter der neuen Eigentümer, Dr. Hans-Günter Stenzel (Geschäftsführer SüdLeasing GmbH) sowie Heimo Koch (Geschäftsführer LHI Leasing GmbH) stellten heute im Kasseler Kulturbahnhof den Entwurf des künftigen Finanzzentrums Kassel-Altmarkt vor. Vom 6. bis 17. Dezember haben interessierte Bürgerinnen und Bürger hier zwischen 10 und 18 Uhr die Möglichkeit, sich den markanten Gebäudekomplex an Kassels historischem Siedlungspunkt in einer Ausstellung anzusehen.
In einem europaweiten Vergabeverfahren unter der operativen Leitung des Hessischen Immobilienmanagements (HI), das im März 2005 begonnen hatte und mit der Vertragsunterzeichnung im November 2006 endete, kamen zwei von insgesamt vier Bietern in die engere Auswahl, unter denen sich die ‚SüdLeasing GmbH’ in Mannheim mit dem Bau- und Gebäudemanagementunternehmen ‚Müller-Altvatter’ in Stuttgart und ‚wöhr mieslinger architekten’ in Stuttgart letztlich durchsetzte. Ausschlaggebend dafür war zum einen die Wirtschaftlichkeit des Angebotes, zum anderen fand dieser Entwurf auch die Zustimmung eines eigens vom HI eingesetzten, beratenden Fachgremiums ‚Architektur’ unter Leitung von Prof. Carlo Weber aus Stuttgart und der Kasseler Architektin und Präsidentin der Architektenkammer Hessen, Barbara Ettinger-Brinckmann, in dem auch Abgeordnete der Kasseler Stadtverordnetenversammlung mitwirkten.
Gänzlich neu ist die Form der Zusammenarbeit mit dem privaten Partner: Das moderne Bürogebäude für die zirka 730 Bediensteten der Finanzämter Kassel-Spohrstraße und Kassel-Hofgeismar (ohne Außenstelle Hofgeismar) mit rd. 17.800 Quadratmetern Nutzfläche entsteht im Rahmen einer „Public-Private-Partnership“ (PPP). Der private Partner plant, finanziert, baut und betreibt das Gebäude, das Land Hessen fungiert für 30 Jahre als Mieter.
Finanzstaatssekretär Dr. Walter Arnold betonte, dass „dies der Zielsetzung der Landesregierung entspricht, staatliches Handeln auf seine Kernaufgaben zu konzentrieren. Durch die Bündelung aller Kompetenzen bei unserem privaten Partner können wir so rund zwölf Prozent an Kosten gegenüber dem Eigenbau einsparen. Die Gesamtbaukosten werden netto zirka 30 Millionen Euro betragen; das Land wird zu einer Netto-Kaltmiete von knapp neun Euro/Quadratmeter monatlich anmieten. Insbesondere bin ich froh, dass es uns gelungen ist, einen renommierten Partner zu finden, um dieses ehrgeizige Projekt für eine moderne Behörde an historischem Standort in Kassel zu realisieren.“
Dr. Arnold betonte auch die gute Zusammenarbeit mit der Stadt Kassel. „Angefangen bei der Standortentscheidung im Jahr 2003 über die Bebauungsplanung bis zur Vergabeentscheidung haben Stadt und Land an einem Strang gezogen. Auch für die Zukunft des benachbarten ‚Karlshospital’ konnten wir gemeinsam eine Lösung finden. Wir leisten hier definitiv eine deutliche Verbesserung der Attraktivität der Kasseler Altstadt. Ich bin mir sicher, dass sich die Kasseler Bürgerinnen und Bürger schon in drei Jahren über ein neues Schmuckstück ihrer Stadt an diesem historischen Siedlungspunkt freuen können. Ich erhoffe mir von diesem Projekt eine Signalwirkung, PPP-Verfahren auch durch neue kommunale Projekte landesweit zu einem Aufschwung zu verhelfen“, sagte der Staatssekretär weiter.
Kassels Oberbürgermeister Bertram Hilgen erklärte, die Entscheidung des Landes Hessen, seine Finanzbehörden in einem Neubau in der Innenstadt unterzubringen, sei für die Stadt Kassel ein außerordentlicher Gewinn. Die bis dahin in unangemessener Weise zu verwahrlosen drohende Lage um den Altmarkt werde nun eine Neuordnung erfahren, die dem Areal an der Fulda einen Entwicklungsschub verleihe, der sich für das Image der Stadt insgesamt und besonders auf das benachbarte Umfeld positiv auswirken werde. Stadtbaurat Norbert Witte wies darauf hin, die Stadt habe aktiv an der Formulierung und Gestaltung der Rahmenbedingungen zur Bebauung mitgewirkt.
Mit den Bauarbeiten soll bereits im Dezember dieses Jahres begonnen werden, knapp zwei Jahre später soll der Neubau fertig sein. „Ich bin zuversichtlich, dass schon zu Beginn des Jahres 2009 die Finanzämter in ihr neues, modernen Anforderungen entsprechendes Domizil einziehen werden“, sagte Dr. Arnold abschließend.
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