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Leverkusen, 24. Januar 2007

Klavierprojekt - Zwei Konzerte in der Musikschule Leverkusen

Johann Sebastian Bach (1685 - 1750 )

Gabor Antalffy spielt „Das Wohltemperierte :Klavier“ Band 1 (BWV 846 - 869) an zwei Abenden auf verschiedenen Tasteninstrumenten.

Wohltemperiert?

Jeder hat diesen Titel vielleicht schon einmal gelesen, im Radio gehört, auf einem CDCover

entdeckt und sich dabei im Stillen gefragt: Was bedeutet „wohltemperiert“?

Soll das Instrument auf Körpertemperatur von 37 Grad angewärmt werden? Spielt man

dieses Klavierwerk – denn um ein solches handelt es sich – immer nur mäßig laut?

Klingen diese Stücke nur gut, wenn sie im Sommer bei schönem Wetter zu Gehör gebracht

werden? Nichts von alledem, auch wenn der Begriff in die Irre führen kann.

Die Stimmung macht's

Jeder, der ein Klavier besitzt, weiß, dass es gelegentlich gestimmt werden muss, um

seinen Wohlklang zu erhalten. Nun ist „Temperatur“ ein anderer Begriff für

„Stimmung“. Der Titel von Bachs Werk bezieht sich auf die „Wohltemperierte

Stimmung“, bei der die zwölf Halbtöne innerhalb einer Oktave so gestimmt sind ,

dass alle Tonarten auf einem Tasteninstrument brauchbar und für unser Ohr wohlklingend

sind – im Gegensatz zu der vorher üblichen „Mitteltönigen“ Stimmung ; ein

Werk in der Tonart Cis-Dur hätte hier für die Ohren nur einen exotischen Stellenwert

gehabt und dies war eine Einschränkung,mit der die Komponisten dieser Zeit zu leben

gelernt hatten.

In allen Tonarten

Ab dem Jahr 1722 hatte es sich Johann Sebastian Bach zur Aufgabe gemacht,

durch alle erdenklichen (und jetzt praktikablen!) Dur und Moll - Tonarten je

ein Präludium (Vorspiel ) und eine Fuge (mehrstimmiges Stück ) zu schreiben

und er ging dabei durchaus pragmatisch und wohlgeordnet

vor: C-Dur, c- Moll, Cis- Dur, cis- Moll und so fort, bis alle Halbtöne

der Oktave als Grundtonart eines Werks abgearbeitet waren. Entstanden

war zum Schluss ein Klavierwerk, bestehend aus 24 Präludien und Fugen,

das an Tiefe und Anspruch bis zum heutigen Tage nichts eingebüßt hat und zu

Recht als eine der Messlatten der Klavierliteratur seinen Platz beansprucht.

Sehr selten stellt sich ein Interpret der Herausforderung, dieses Werk komplett zu

spielen. Noch seltener, dass der Gebrauch des Begriffs „Clavier“ dabei wirklich im

Bachschen Sinne verstanden wird und eine Vielzahl von Tasteninstrumenten umfasst.

Wir freuen uns daher sehr, dass ein Interpret unsere Musikschule besucht und diese

Erfahrung für alle Schüler, Lehrer und Eltern möglich macht: An zwei Abenden spielt Gabor Antalffy für uns das Werk auf verschiedenen Tasteninstrumenten. Wir freuen uns auf zahlreiche Zuhörer und möchten Sie / Euch herzlich zu diesem wirklich einmaligen Anlass einladen!

MI 7. Februar und DO 8. Februar, jeweils 18.00 Uhr, Musikschule, Großer Saal

Eintritt frei, Spenden erbeten



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