05. Februar 2007. Zu einer Informationsveranstaltung hat die Stadt Kassel jetzt Immobilieneigentümer und Geschäftsleute aus dem Quartier Untere Königsstraße in das Rathaus eingeladen. Hintergrund sei das Ziel, die Innenstadt in Kassel langfristig mit Hilfe des Instruments Business Improvement District (BID) aufzuwerten und zu stärken, erklärte anschließend Stadtbaurat Norbert Witte im städtischen Pressedienst. Die Untere Königsstraße sei eines von mehreren Quartieren, die sich in der Kasseler Innenstadt zu einem BID zusammenschließen könnte.
Im Rahmen der von rund zwei Dutzend Anliegern besuchten Veranstaltung, die unter dem Motto „Zukunft gemeinsam gestalten“ stand, informierte Frank Heinze vom beratenden Büro Heinze und Partner über das Instrument BID sowie über die damit bereits in Gießen gesammelten Erfahrungen. Dabei betonte er vor allem die gesicherte Planungsgrundlage, die dieses Instrument gewährleistet. Heinze dazu: „Wir haben es hier mit einem Tool zu tun, das die Akteure auf bestimmte Zeit verbindlich zusammenschließt und sie vor ‚Trittbrettfahrern’ schützt.“
Immobilienbesitzer und Händler sowie die anwesenden Vertreter der Stadt Kassel nutzten im Anschluss die Gelegenheit, sich rege über die Möglichkeiten eines BIDs sowie die Übertragbarkeit des Instruments auf die Untere Königsstraße auszutauschen. Dabei wurden bereits erste konkrete Entwicklungsideen zu Themenfeldern wie Städtebau und Sicherheit formuliert. „Wir möchten mit viel Eigeninitiative eine sichere und einladende Atmosphäre schaffen“, brachte es Edgar Donath, Vorstandsmitglied der Aktionsgemeinschaft Neue City auf den Punkt. Pfarrer Dr. Willi Temme, Pfarrer der Martinskirche, wies auf kulturelle Aspekte hin. „Wir sollten uns für die aktive und kulturelle Belebung des Quartiers einsetzen.“ Neben der Sammlung von Handlungsfeldern stand außerdem die Größe des Quartiers zur Diskussion. Einig waren sich die Beteiligten darüber, dass die Martinskirche als prägendes Element der Innenstadt in das Gebiet einbezogen werden soll.
Stadtbaurat Norbert Witte war über die gute Resonanz sehr erfreut und betonte die Möglichkeit der öffentlich-privaten Zusammenarbeit, die aus dieser Initiative zwischen den Eigentümern und der Stadt erwachsen könne. Witte: „Die Stadt arbeitet mit den privaten Akteuren als Partner zusammen.“ „Das ist eine große Chance für uns alle im Quartier“, äußerte sich Dr. Volker Schäfer, dessen Familie schon seit annähernd 100 Jahren eine Immobilie in der Unteren Königstraße besitzt.
Davon, dass die Mobilisierung der Anlieger gelungen ist, konnte sich Moderator Heinze am Ende des Abends überzeugen. Seine abschließende Frage, ob der BID-Gedanke weiter verfolgt und ein Konzept entwickelt werden solle, wurde allseits bejaht. Gemeinsam mit den Anliegern, die Interesse haben, das BID-Programm für die Untere Königstraße auszuarbeiten, wird das Büro Heinze und Partner in den nächsten Monaten eine Reihe von Konzept-Workshops durchführen. Die Ergebnisse werden in einem weiteren BID-Forum vorgestellt. Findet das Ergebnis bei den Anliegern Zustimmung, soll der Antrag auf Einrichtung eines BIDs offiziell bei der Stadt eingereicht werden.
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