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Unternehmensbesuch bei der Petrotec AG in Burlo

Borken - 15. Februar 2007. Bürgermeister Rolf Lührman und die kommunale Wirtschaftsförderin Silvia Gräbel besuchten am Mittwoch dieser Woche das Unternehmen Petrotec AG in Borken-Burlo.

„Wir wollen die zentrale Anlaufstelle für die Wirtschaft sein, Kontakte suchen und vermitteln. Es geht uns darum, für unsere Unternehmen als Dienstleister da zu sein. Der direkte Kontakt ist uns wichtig.“, so der Bürgermeister bei seiner Begrüßung. Silvia Gräbel ergänzt, dass man „sich vor Ort einfach ein besseres Bild von den Unternehmen machen kann und sich dann auch persönlich kennen lernt.“

Die Petrotec AG produziert aus dem Abfallprodukt Altspeisefett, mittels eines selbst entwickelten technisch-chemischen Verfahrens, Biodiesel. Dieser entspricht den heutigen Qualitätsstandard, der an Diesel gestellt wird. Dieses Verfahren ist einzigartig – und damit gilt die Petrotec AG als Pionier der deutschen Biodiesel-Industrie.

Falk von Kriegsheim, Leiter Investor und Public Relations, zur Unternehmensentwicklung und zu den weiteren Expansionsplänen: „Bereits seit Ende der 90iger Jahre begann die Entwicklung unseres eigenen Verfahrens zur Herstellung von Biodiesel. Im Jahr 2006 umfassten die Produktionskapazitäten schon 85.000 t. Seit der Gründung wirtschaftet wir profitabel. So konnte das Ergebnis allein von 2004 auf 2005 von 1,6 Mio. Euro auf 7,2 Mio. Euro gesteigert werden. Der Umsatz stieg von 2004 auf 2005 von 29,8 Mio. Euro auf 40,4 Mio. Euro.”

Die selbst entwickelte Technik verschaffe der Petrotec AG einen deutlichen Kostenvorteil auf dem Biodieselmarkt, denn Altspeisefette als Rohstoff seien bis zu 50% günstiger im Einkauf, als das von den Wettbewerbern überwiegend verwendete Rapsöl.

Mit guten Erfolgsaussichten habe sich das Unternehmen auf den Weg von Burlo in die ganze Welt gemacht. Mit dem Erlös aus dem erfolgreichen Börsengang im November letzten Jahres werde das Unternehmen weitere Biodieselanlagen bauen. Derzeit entstehe im Nordseehafen Emden eine Biodieselanlage mit einer Kapazität von 100.000 t. Der Standort Emden werde auch in der weiteren Expansionsstrategie des Unternehmens eine wichtige Funktion als Export- und Importdrehscheibe für den Petrotec-Biodiesel und den Rohstoff Altspeisefett haben. „Dies bedeutet auch Vorteile für den Standort Borken-Burlo, da so die Logistikkosten weiter optimiert werden. Weitere Anlagen sind für die Jahre 2008 und 2009 in Großbritannien und den USA geplant“, so der Firmensprecher.

Die Petrotec AG entsorge in Deutschland bei rund 12.000 Gastronomiebetrieben Altspeisefette, um Biodiesel in seiner Anlage produzieren zu können. Besonders weist von Kriegsheim auf die flexible und eigene Logistik hin, die hierfür notwendig sei. Der Clou: „Die Gastronomen erhalten statt Deckelfässern (z.B. alte Ölfässer) eine selbst entwickelte, spezielle, fahrbare und verschließbare Altspeisefett-Tonne, den sog. ASF-Behälter, der der Hausmülltonne ähnelt (siehe Foto). Die Entleerung erfolgt vor Ort beim Gastronom über ein automatisches Schüttgutsystem in ein eigens konstruiertes, innovatives Entsorgungsfahrzeug.“

Neben den Berichten über die innovative und expansive Unternehmenspolitik waren für Lührmann und Gräbel insbesondere auch die Informationen zur Arbeitsplatzentwicklung und Ausbildung wichtig. „Als engagierter Arbeitgeber, der seiner sozialen Verantwortung nachkommt, bildet die Petrotec AG seit Jahren junge Menschen in kaufmännischen Berufen aus. Am Standort Borken-Burlo und Oeding hat sich die Zahl der Angestellten von 38 im Jahr 2003 auf 60 im Jahr 2006 erhöht – und weitere Mitarbeiter werden auch 2007 gesucht.“, so von Kriegsheim.

Pressekontakt: Stadt Borken, Pressesprecher Bernd Kemper, Tel. 02861 / 939 - 303, bernd.kemper@borken.de

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