Stadt will Masterplanung zur Museumslandschaft erstellen

28. Februar 2007. Ein Eckpunktepapier zur Museumslandschaft Kassel hat jetzt der Magistrat in seiner Sitzung am Montag beschlossen. Wie Kassels Kulturdezernent Bürgermeister Thomas-Erik Junge dazu im städtischen Pressedienst mitteilte, beauftrage damit der Magistrat die Verwaltung, im Rahmen der Neuordnung der Museumslandschaft eine „Masterplanung 2013“ zu erstellen, in der die Standorte, Aktivitäten und räumlich-funktionalen Zusammenhänge von städtischen Museen und Archiven und die dafür notwendigen Investitionen sowie deren zeitlichen Umsetzung dargestellt werden. Insbesondere solle dabei ein städtebaulicher Entwicklungsplan für die Friedrichsstraße zwischen Palais Bellevue und Brüder-Grimm-Platz Berücksichtigung finden. Teil dieses Teiles solle eine vergleichende Prüfung von Torwache oder Neubau sein, in denen die „dienenden Funktionen“ für das Brüder-Grimm-Museum kostengünstig und zukunftsfähig untergebracht werden sollen.

Für die Verwirklichung dieser Planung stelle die Stadt Gelder im Umfang von ca. zehn Prozent der vom Land Hessen eingesetzten Mittel für die Museumslandschaft bereit, die in erster Linie für den Ausbau, die Sanierung und die Modernisierung des Stadtmuseums, den Ausbau und die Sanierung des Brüder Grimm-Museums, die Neugestaltung des Brüder-Grimm-Platzes und die Weiterentwicklung des documenta-Themas im Sinne eines documenta-Dokumentationszentrums eingesetzt werden sollten, erklärte Junge.

Da das Land für die Verwirklichung der Museumslandschaft bis 2011 rund 200 Millionen Euro bereitstellt, bedeute dies, dass die Stadt ihrerseits bis 2013 zusätzlich etwa 20 Millionen Euro in den Ausbau und die Sanierung ihrer Museen investieren werde, so der Kulturdezernent. Gemeinsames Ziel sei es, Kassel zu einem der bedeutendsten Kunst- und Kulturstandorte Deutschlands zu entwickeln.

„Kassel hat eine einzigartige Museumslandschaft“, so der Bürgermeister. Das Land Hessen wolle - unterstützt durch die Stadt - die Museumslandschaft neu ordnen, um ihre bereits vorhandenen Qualitäten und Vielfalt noch besser als bisher zur Geltung zu bringen. Die Weiterentwicklung der Stadt als Kulturstandort sei aber nicht nur ein Kulturinvestitionsprojekt, sondern auch ein Bildungs-, Landschafts-, Stadt- und Verkehrsentwicklungsprojekt. „Und es ist insbesondere ein Projekt, mit dem wir die Zukunft unserer Stadt nachhaltig gestalten können“, führte Junge weiter aus.

Im Masterplan könnten neben funktionalen und gestalterischen Fragen auch ökonomische, rechtliche und organisatorische Aspekte geklärt werden, so dass diese auch Grundlagen für die Haushalts- und Bauleitplanung sowie für das Standortmarketing sein könne, machte der Bürgermeister weiter deutlich. Als umfassendes Planungsinstrument werde sich der Masterplan 2013 auf die städtischen Einrichtungen konzentrieren, berücksichtige aber auch Bezüge zu landeseigenen und privaten Liegenschaften und Trägern. In der Masterplanung würden insbesondere die Schnittstellen in der Museumsplanung herausgearbeitet, wobei die innerstädtischen Museumsstandorte gestärkt werden sollten.

Die Stadtverordnetenversammlung habe bereits mit der Beschlussfassung des Haushaltsplanes für 2007 ihren Willen zur Mitwirkung am Ausbau der Museumslandschaft Kassel dokumentiert. Im Investitionsprogramm zum Haushalt 2007 seien bisher für den Ausbau und die Sanierung der Brüder-Grimm-Museums in 2007/2008 431.000 Euro, in den Jahren ab 2010 9,1 Millionen Euro sowie für den Umbau des Stadtmuseums bis 2009 1,2 Millionen Euro, in den Jahren ab 2010 nochmals 4,7 Millionen Euro vorgesehen. Ferner seien für die baulichen Verbesserungen im Kulturhaus Dock 4 für die Jahre 2010 und weitere Investitionen in Höhe von drei Millionen Euro veranschlagt. Der Umbau des Brüder-Grimm-Platzes, der mit 1,3 Millionen Euro zu Buche schlagen werde, sei für 2008/2009 vorgesehen, erklärte der Bürgermeister.

Grundlage für die städtische Masterplanung bilde im übrigen die im Juni 2005 begonnene Bürger- und Expertenbeteiligung, mit der die Stadt eine öffentlich akzeptierte, fachlich begründete und politisch zu beschließende Stellungnahme und Handlungsstrategie entwickelt habe. Diese basiere auf dem vom Land Hessen Ende 2005 vorgestellten Gutachten zur Weiterentwicklung der Kasseler Museen, Schlösser und Parks, in dem bereits die Stellungnahme der Stadt berücksichtigt worden sei.

Der Masterplan werde nach der Sommerpause so rechtzeitig der Stadtverordnetenversammlung vorgestellt, dass die daraus notwendigen finanziellen Umsetzungen für die kommenden Haushaltspläne beraten werden könnten, kündigte Junge abschließend an

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