OB Trümper verleiht 21. Georg-Philipp-Telemann-Preis der Landeshauptstadt
Internationaler Bärenreiter-Verlag wird geehrt
Magdeburg.
Der Bärenreiter-Verlag Kassel - Basel - London - New York - Prag wird am kommenden Sonntag mit dem diesjährigen Georg-Philipp-Telemann-Preis der Landeshauptstadt Magdeburg geehrt. In Anwesenheit von Sachsen-Anhalts Ministerpräsidenten Prof. Wolfgang Böhmer überreicht Oberbürgermeister Dr. Lutz Trümper den mit 2.500 Euro dotierten Preis an die beiden Verlagsgeschäftsführer Barbara Scheuch-Vötterle und Leonhard Scheuch. Damit wird erstmals ein Musikverlag mit dem Georg-Philipp-Telemann-Preis ausgezeichnet.
"Mit dem Preis würdigt die Landeshauptstadt Magdeburg die hervorragenden Verdienste dieses Verlages um die Veröffentlichung und Verbreitung der Werke Georg Philipp Telemanns", so Oberbürgermeister Dr. Lutz Trümper. "Damit dankt die Geburtsstadt des Komponisten dem Bärenreiter-Verlag auch für die lange Tradition des Umgangs mit Telemanns Oeuvre und die besondere Qualität der Ausgaben. Der Verlag leistet einen wesentlichen Beitrag zur Telemannrezeption in unserer Zeit."
Unter den Telemannwerken im Verlagsprogramm ragt neben den zahlreichen praktischen Ausgaben zweifellos die Reihe "Georg Philipp Telemann. Musikalische Werke" heraus. Sie trägt musikwissenschaftlichen und praktischen Aspekten gleichermaßen Rechnung. Mit großem Engagement widmete sich der Verlagsgründer Karl Vötterle (1903-1975) diesem Editionsprojekt. 1950 von ihm zunächst auf eigenes Risiko eingerichtet, gehört die Telemann-Ausgabe inzwischen zu den Editionsprojekten der Union der deutschen Akademien der Wissenschaften. Sie wird heute herausgegeben von der Akademie der Wissenschaften und der Literatur, Mainz, in Verbindung mit dem Zentrum für Telemann-Pflege und -Forschung Magdeburg.
Bislang erschienen 40 aufwendig gestaltete Bände mit Werken unterschiedlicher Gattungen, die die Sicht auf die Komponistenpersönlichkeit Telemann und den Umgang mit seinem Werk stark beeinflusst haben. Verdienstvoll war auch die Veröffentlichung des dreibändigen Verzeichnisses seiner Instrumentalwerke, einem Standardwerk, das die Orientierung zum Schaffen des Komponisten erheblich erleichtert.
Ehrgeizige aktuelle Verlagsprojekte – darunter die Herausgabe aller Violinkonzerte Georg Philipp Telemanns in praktischen Ausgaben und eine auch Kompositionen Telemanns enthaltende Denkmälerreihe mit Werken aus dem Notenarchiv der Sing-Akademie zu Berlin – unterstreichen, dass Telemann auch künftig ein wichtiger Komponist im Programm des Bärenreiter-Verlages bleibt.
Hintergrundinformationen
Der Georg-Philipp-Telemann-Preis der Landeshauptstadt Magdeburg wird jährlich für hervorragende Leistungen bei der Interpretation, Pflege und Erforschung von Leben und Werk Georg Philipp Telemanns verliehen. Preisträger können Künstler, Wissenschaftler, Musikpädagogen, musikinteressierte Laien, Ensembles und Institutionen sein. Mit dem Preis möchte die Stadt sowohl Hervorragendes würdigen als auch künstlerisch und wissenschaftlich Neues stimulieren. Die Stadt verleiht den Preis – seit 1987 – jedes Jahr im zeitlichen Umfeld von Telemanns Geburtstag (14. März).
Die bisherigen Träger des Georg-Philipp-Telemann-Preises der Landeshauptstadt Magdeburg sind
1987: Prof. Dr. sc. Walther Siegmund-Schultze, Halle (Musikwissenschaftler)
1988: Prof. Ludwig Güttler, Dresden (Interpret, Dirigent)
1989: Prof. Dr. Willi Maertens, Magdeburg (Musikpädagoge,
Musikwissenschaftler, Dirigent)
1990: Prof. Burkhard Glaetzner, Leipzig (Interpret)
1991: Prof. Dr. Günter Fleischhauer, Halle (Musikwissenschaftler)
1992: Prof. Dr. Erich Valentin, Bad Aibling (Musikwissenschaftler)
1993: Dr. Werner Menke, Müllheim-Baden (Musikwissenschaftler)
1994: Prof. Peter Schreier, Dresden (Interpret, Dirigent)
1995: Prof. Dr. Martin Ruhnke, Erlangen (Musikwissenschaftler)
1996: Cappella Coloniensis (Ensemble)
1997: Prof. Dr. Wladimir Ossipowitsch Rabey, Moskau (Musikpädagoge,
Musikwissenschaftler, Interpret)
1998: Hermann Max, Dormagen (Interpret, Dirigent)
1999: Dr. Claus Oefner, Eisenach (Musikpädagoge, Musikwissenschaftler)
2000: Prof. Michael Schneider, Frankfurt am Main (Interpret, Dirigent)
2001: Staatliches Schloßmuseum Pszczyna, Polen
2002: Reinhard Goebel, Köln (Interpret, Dirigent)
2003: Dr. Wolf Hobohm, Magdeburg (Musikwissenschaftler)
2004: Universitätsprofessor Nikolaus Harnoncourt (Interpret, Dirigent)
2005: András Székely, Budapest (Musikwissenschaftler, Musikproduzent)
2006: Akademie für Alte Musik Berlin (Ensemble)
Weitere Informationen zur Telemann-Pflege und -Forschung sind im Internet unter www.telemann.org zu finden.
Medienvertreter haben am Sonntag (4. März) um 9.30 Uhr im Blauen Salon des Gesellschaftshauses die Möglichkeit, den diesjährigen Preisträgern Fragen zu stellen und Fotos zu machen.
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