Bocholt, 05. März 2007
Einfamilienhäuser beliebt
Ergebnisse der Wohnungsmarktanalyse für die Region Bocholt vorgestellt
Bocholt (pd).
In der Region Bocholt wird die Nachfrage nach Wohneigentum bis zum Jahr 2020 steigen. Besonders beliebt sind Einfamilienhäuser. Das besagen Ergebnisse der Wohnungsmarktanalyse für den Raum Bocholt, die im jüngsten Bauausschuss am 27. Februar vorgestellt wurde.
In der Sitzung stellten Prof. Dr. Jürgen Aring (Büro für Angewandte Geographie, Meckenheim) und Thomas Abraham (empirica, Qualitative Marktforschung, Stadt- und Strukturforschung GmbH, Bonn) die Ergebnisse ihrer Wohnungsmarktanalyse für Bocholt vor. Die Studie wurde durch die TEB Treuhänderische Entwicklungsgesellschaft Bocholt mbH in Auftrag gegeben, um die künftige Ausrichtung des Bocholter Bodenmanagements auf eine solide Basis stellen zu können. Mit Blick auf mögliche Auswirkungen des demografischen Wandels sollten sinnvolle Strategien bestätigt bzw. Anpassungen vorgeschlagen und insbesondere Aussagen zum künftigen Wohnungsbedarf in Bocholt bis zum Jahre 2020 aufgezeigt werden.
Auf der Grundlage von Basisdaten zur Wirtschafts- und Bevölkerungsentwicklung sowie zum Wohnungsmarkt, von Haushalt- und Wohnungsnachfrageprognosen, von Haushaltsbefragungen bei Grundstückserwerbern und –interessenten sowie deren Präferenzen und Entscheidungsgründe zu bestimmten Immobilien und unter Berücksichtigung des Einflusses von Bestandsimmobilien auf den künftigen Bedarf kamen die Gutachter zu den Schlussfolgerungen:
1. Was bewirkt die wachsende Zahl freiwerdender Bestandsimmobilien?
- Die Gesamtnachfrage nach Ein- und Zweifamilienhäusern steigt bis 2020 so stark, dass rein rechnerisch das wachsende Angebot an Bestandsimmobilien vom Markt aufgenommen wird.
- Wenn Bestandsobjekte nicht marktgängig sind, sind sie zu teuer, zu wenig zeitgemäß oder im falschen Umfeld.
- Der Kaufpreis für Bestandsobjekte plus die Kosten für eine zeitgemäße Ertüchtigung des Bestandsobjektes (Renovierung o.ä.)muss unter dem Preis für Neubauobjekte plus Grundstück liegen (Ausnahme: Liebhaberobjekte).
- Die wohnungspolitischen Ansatzpunkte lauten: Quartiersaufwertung, wohlwollende Handhabung von Ertüchtigungsplanungen (Renovierungen etc.) und Motivation zu nachvollziehbaren Preisvorstellungen für Bestandsimmobilien.
2. Wieviel Neubau an Ein- und Zweifamilienhäusern braucht Bocholt?
- Die Frage muss lauten: Wieviel Neubau will die Stadt Bocholt?
- In der engeren Wohnungsmarktregion gibt es bis 2020 noch eine zusätzliche Nachfrage nach 10.000 Wohneinheiten in Ein- und Zweifamilienhäusern.
- Davon kann ein Teil in Bocholt realisiert werden, wobei Bodenmarktpreise, Qualität der geplanten Quartiere, Art der Immobilie wichtige Marktparameter sind.
- Unter Beibehaltung der bekannten Prämissen errechnet sich ein Neubaubedarf für die Periode 2003 – 2010 von rd. 220 Wohneinheiten pro Jahr, für 2010 – 2015 von rd. 140 Wohneinheiten pro Jahr und für 2016 – 2020 von rd. 120 Wohneinheiten pro Jahr.
- Wenn Bestandsangebote zu teuer oder zu unattraktiv sind, fällt der Neubaubedarf höher aus.
3. Gibt es einen neuen Bedarf an Etagenwohnungen?
- Die Prognose weist einen zusätzlichen Bedarf unter Beibehaltung der herkömmlichen Parameter für die Periode 2003 – 2010 von rd. 90 Wohneinheiten pro Jahr, für 2010 – 2015 von rd. 70 Wohneinheiten pro Jahr und für 2016 – 2020 von rd. 60 Wohneinheiten pro Jahr.
- Die Haushaltsbefragungen geben wenige Hinweise auf strukturelle Verschiebungen: Einfamilienhauserwerber sehen Etagenwohnungen nicht als Alternative für einen künftig möglichen Wechsel.
Text: Grundstücks- und Bodenwirtschaft der Stadt Bocholt
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