07. März 2007. Wenige Tage nach der Zukunftskonferenz haben sich die Bürgerinnen und Bürger der Stadt Kassel auf der Internetseite der Stadtverwaltung über den Verlauf der Konferenz informieren und bei Interesse eine umfangreiche Dokumentation herunterladen können. Dort konnten beispielsweise die Reden der Referenten und auch die Empfehlungen der Teilnehmerinnen und Teilnehmer nachgelesen werden. In Kürze, so die Ankündigung von Oberbürgermeister Bertram Hilgen, tut sich dort wieder etwas: Es wird eine Kommunikationsplattform eingerichtet. Über diese können sich dann Interessierte mit Anregungen, Hinweisen oder auch kritischen Anmerkungen fortlaufend in die Arbeit einmischen.
Aber auch sonst habe sich bereits eine Menge getan, erläuterte Oberbürgermeister Hilgen. Inzwischen seien die Anregungen aus der Zukunftskonferenz sowie die Ideen für zusätzliche Projekte gesichtet und den sechs Themenschwerpunkten Wirtschaft, Urbanität - Lebenswertes Kassel, Kulturmetropole Kassel, Aufbruch in die Lerngesellschaft, Gesunde Stadt, Stadtfrieden und Heimat zugeordnet worden. Diese Schwerpunkte, die von so genannten Promotorentandems - bestehend aus städtischem Dezernenten beziehungsweise städtischer Dezernentin und externen Experten - verantwortlich geleitet würden, stellten gleichzeitig die Felder da, auf denen sich die Stadtverwaltung künftig gemeinsam mit Vertretern aus Politik, Wirtschaft, Kirche, Soziales und der Bürgerschaft den Auswirkungen des demografischen Wandels stellen wolle. Mit der Bildung der Tandems solle auch dokumentiert werden, dass die Entwicklung des Zukunftsprogramms 2020 ein gemeinsames Anliegen von Stadtverwaltung und der gesamten Stadtöffentlichkeit sei.
Nachdem die vorhandenen Projekte und Projektideen hinsichtlich ihrer „Demografietauglichkeit“ geprüft, die städtische oder externe Verantwortlichkeit geklärt und noch fehlende Projekte identifiziert werden konnten, habe man in den einzelnen Themenfeldern zu Arbeitstreffen eingeladen, um die bereits vorhandenen Projektleiter miteinander zu vernetzen und noch fehlende Projekte anzustoßen. Durch die Koordination des Projektleiters, Ullrich Bieker, werde gewährleistet, dass in den einzelnen Themenfeldern parallel, möglichst zeitnah und nach einheitlichen Kriterien gearbeitet werde. Die Arbeiten zur Nachbereitung der Zukunftskonferenz seien Ende Januar im Rahmen eines Workshops mit den bereits bei der Vorbereitung der Zukunftskonferenz einbezogenen externen Fachleuten diskutiert worden.
Derzeit werde intensiv daran gearbeitet, für die Umsetzung der Projekte bzw. Projektideen noch Personen zu finden, die bereit und in der Lage seien, sich mit der notwendigen Verbindlichkeit und Beständigkeit aktiv an dem auf allen gesellschaftlichen Ebenen notwendigen Umbau der Stadt Kassel zu beteiligen. Hilgen: „Gleichzeitig finden Sondierungsgespräche statt, um den Prozess auch stärker auf Stadtteilebene zu verankern. Projekte, die sich auf Problemstellungen der gesamten Stadt und der Region beziehen, sind eher zentral bei Organisationen angesiedelt. Aufgaben wie „Friedvolles Zusammenleben gestalten“ oder „Generationsübergreifend Verantwortung übernehmen“ seien mehr dezentral in Stadtteilen oder kleineren Einheiten , wie Wohnquartieren oder Nachbarschaften, anzugehen.
Mitte Juni finde nun ein gemeinsames Arbeitstreffen der städtischen Dezernenten mit ihren jeweiligen Promotoren statt, um gemeinsam die Ziele und Vorgehensweise in den Themenschwerpunkten, für die sie jeweils die „Schirmherrschaft“ übernommen hätten, abzustimmen und weiterzuentwickeln, kündigte Hilgen an. Auf der Grundlage der für die Stadt Kassel vorliegenden Daten, Zahlen und Fakten zur Einwohnerstruktur, zur Infrastruktur, zur wirtschaftlichen Situation usw., den vermuteten Entwicklungen bis 2020 sowie der bisher formulierten Ziele und Maßnahmen sei man derzeit dabei, einen Entwurf des Zukunftsprogramms 2020 zu erarbeiten.
Die zunächst für Ende März geplante Projektkonferenz sei wegen der umfangreichen und zeitaufwendigen Vorarbeiten und der documenta 12 auf Anfang September verschoben worden. Die Konferenz, die im Unterschied zur Zukunftskonferenz als Arbeitskonferenz stattfinden solle, diene dazu, die Arbeit der einzelnen Themenschwerpunkte transparent zu machen. Dies solle ein stärker themenfeldübergreifendes, interdisziplinäres Arbeiten ermöglichen. Das gerade für Kassel besonders wichtige Thema „Erhalt und Schaffung von Arbeitsplätzen“ mache deutlich, so Hilgen, dass dies nur durch interdisziplinäre Zusammenarbeit unterschiedlicher Akteure beispielsweise aus den Bereichen Wirtschaft, Bildung, Wohnen, Infrastruktur möglich sei. Politische Funktionsträger, Fachleute und sachkundige Bürgerinnen und Bürger sollten bei dieser Konferenz erneut die Gelegenheit haben, sich zu beteiligen.
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