02. April 2007. Um einen weiteren Beitrag zur Verständigung und Aussöhnung und zur Wahrung der Menschenrechte zu leisten, haben Kassels Oberbürgermeister Bertram Hilgen und der Erster Kreisbeigeordneter des Landkreises Kassel, Uwe Schmidt, an Gedenkveranstaltungen teilgenommen, die am vergangenen Wochenende in Padua und Bassano del Grappa/Provinz Veneto in Italien stattgefunden haben.
In den Veranstaltungen in den norditalienischen Städten wurde der 78 italienischen Zwangsarbeiter gedacht, die vor 62 Jahren am Bahnhof Kassel-Wilhelmshöhe von der Gestapo hingerichtet wurden. Die Zwangsarbeiter hatten aus Hunger, wie schon zuvor viele Einheimische, Lebensmittel aus einem am Bahnhof abgestellten Waggon gestohlen, weil sie an diesem Tag vergeblich auf ihre Essensration warteten.
„Wir Gedenken, um den Opfern gerecht zu werden. Wir tun dies, um die Verpflichtungen, die sich aus der Vergangenheit ergeben, auszusprechen und anzunehmen. Wir tun dies, weil sich Gegenwart und Zukunft nur in Kenntnis der Vergangenheit gestalten lassen, erklärte Oberbürgermeister Hilgen als Hauptredner während der nationalen Veranstaltung in der Gedenkstätte für die verstorbenen italienischen Kriegsgefangenen und die Opfer des Faschismus und des Nationalsozialismus.
Die beiden nordhessischen Kommunalpolitiker waren mit einer Delegation italienischer Vereine unter Leitung des Vorsitzenden des Comitato dell Intesa, Diodoro Cocca, in das Veneto gereist, um die Gedenkveranstaltungen zur sechzigsten Wiederkehr dieser Gräueltat nachzuholen, die vor zwei Jahren wegen des plötzlichen Todes eines Organisationsmitglieds abgesagt worden waren.
In den Paduaner Gedenkstätte befindet sich ein Mahnmal, das an die Gräueltaten von Kassel-Wilhelmshöhe erinnert. Dort wurden Kränze des Landkreises und der Stadt Kassel niedergelegt.
Gedenkveranstaltungen und Kranzniederlegungen fanden auch in Bassano del Grappa statt. Auf der Brücke des Friedens reichten sich Deutsche und Italiener die Hände, um zu symbolisieren, dass eine tiefe Freundschaft der Nationen ein guter Beitrag ist, sich gegen den Ungeist jener Tage zu wehren und an der Gestaltung einer Menschen würdigen Gegenwart und Zukunft mitzuwirken.
Bei der Gedenkveranstaltung im Rathaus von Bassano wies Uwe Schmidt auf die 50. Wiederkehr der Verträge von Rom hin und lud im Geiste dieser europäischen Zusammenarbeit junge Menschen aus dem Veneto zu einem Besuch nach Nordhessen ein, um mit der Jugend beider Nationen das freundschaftliche und friedliche Europa zu leben.
Weitere Bilder von dem Ereignis unter http://www.stadt-kassel.de/cms01/aktuelles/rathauswoche/infos/09371/index.html
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