Glas der Vernunft an „Die Union der Komitees der Soldatenmütter Russlands“ mit ihrer Generalsekretärin Valentina Melnikowa

24. April 2007. Kasseler Bürger haben im Jahr 1990 den Kasseler Bürgerpreis DAS GLAS DER VERNUNFT gestiftet. Dieser Preis wird ausschließlich durch private Spenden getragen und an Persönlichkeiten verliehen, welche sich um die Ideale der Aufklärung - Überwindung ideologischer Schranken, Vernunft und Toleranz - verdient gemacht haben.

In diesem Jahr wird der Kasseler Bürgerpreis zum 17. Mal verliehen. Das Kuratorium der Gesellschaft der Freunde und Förderer des Kasseler Bürgerpreises hat für dieses Jahr „Die Union der Komitees der Soldatenmütter Russlands“ mit ihrer Generalsekretärin Valentina Melnikowa zur Preisträgerin gewählt. Damit soll der Einsatz für Unveräußerlichkeit der Menschenrechte gewürdigt werden. Valentina Melnikowa hat den Preis dankend angenommen und wird am 30. September 2007 in Kassel sein.

„Union der Komitees der Soldatenmütter Russlands“ lautet der Name einer 1989 gegründeten Menschenrechtsorganisation und Gruppe von Angehörigen von Militärpersonen, die sich um Missstände in der russischen Armee kümmern. Die menschenunwürdige Behandlung der Rekruten führt nicht selten zu schweren körperlichen Schäden, zum Teil sogar mit Todesfolge. Auch während des ersten Tschetschenienkrieges wurden täglich 200 Beschwerdebriefe bearbeitet, innerhalb von sechs Monaten des Krieges sprachen 10.000 Personen vor. Seit der Gründung hat sich die Organisation auf mehr als 100 Regionalgruppen erweitert. Die russischen Soldatenmütter organisierten die Freilassung von russischen Kriegsgefangenen der tschetschenischen Armee. Der „March of Mothers’ Compassion“ von Moskau in die tschetschenische Hauptstadt Grosny wurde vom russischen Militär gestoppt. Wöchentlich demonstrieren Petersburger Soldatenmütter am Newski-Prospekt gegenüber der Kasaner Kathedrale gegen den Krieg. Das Komitee arbeitet mit evangelischen und katholischen Frauenverbänden, Frauen für den Frieden, Mütter für den Frieden, Frauennetzwerk für Frieden, Kopolew-Forum, Heinrich-Böll-Stiftung, Helsinki Citizens Assembly unter anderem zusammen.

Der Kasseler Bürgerpreis besteht aus einer von Professor Karl Oskar Blase entworfenen Skulptur, einer Urkunde und einem Geldpreis.

Bislang wurden mit dem Kasseler Bürgerpreis geehrt:

1991: Hans-Dietrich Genscher
1992: Carl Friedrich Freiherr von Weizsäcker
1993: Yehudi Menuhin
1994: Johan Joergen Holst und Terje Roed Larsen
1995: Gyula Horn
1996: Hans Koschnik
1997: Pavel Kohout
1998: Profesor Dr. Christiaan N. Barnard
1999: Lea Rabin
2000: Christo und Jeanne-Claude
2001: Beate Langmaack, Heike Richter-Karst und Kai Wessel mit dem ZDF-Redaktionsteam
2002: Hilmar Hoffmann
2003: Dipl.-Ing. Hans Georg Raschbichler und Professor Dr. Dieter Spethmann
2004: Dr. jur. Klaus von Dohnanyi
2005: Professor Dr. Harald Szeemann, posthum
2006: Ayaan Hirsi Ali

Die Preisverleihung wird am Sonntag, 30. September 18 Uhr, im Rahmen eines Festaktes im Blauen Saal des Kongress Palais Kassel - Stadthalle erfolgen. Arbeitsthema der Veranstaltung wird sein: „Die Menschenrechte und die Menschenwürde sind unantastbar“.

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