Vom Magdeburger Hansehafen per Schiff nach Frankreich
Windenergieanlagen per Schiff transportiert
Magdeburg.
In einer Pilotphase werden erstmals 34 Windräder des Magdeburger Windenergieanlagenbauers ENERCON per Schiff nach Frankreich transportiert. Darauf einigten sich jetzt die Magdeburger Hafen GmbH, das städtische Wirtschaftsdezernat, Vertreter der entsprechenden Fachämter und die Polizeidirektion Magdeburg in Gesprächen mit ENERCON.
Mit diesem Projekt startet ENERCON umweltschonende Transporte und wird zukünftig nicht nur regenerative Anlagen bauen, sondern in der Verpflichtung für die Umwelt auch verstärkt seine Erzeugnisse über den Magdeburger Hafen verschiffen.
Magdeburgs Beigeordneter für Wirtschaft, Tourismus und regionale Zusammenarbeit, Dr. Klaus Puchta, dankt allen beteiligten Partnern: „Es ist uns gelungen, eine unternehmerfreundliche Lösung zu finden. Dank des Engagements des Landesverwaltungsamtes, der Polizeidirektionen Magdeburg und Stendal, der Magdeburger Hafen GmbH und der Fachämter der Stadtverwaltung konnten wir mit ENERCON das Pilotprojekt initiieren.“
Das Projekt ist nicht nur wirtschaftlich günstiger, es kommt auch der Umwelt zugute: Die 34 Windenergieanlagen benötigen keine 280 LKW-Ladungen, sondern werden umweltfreundlich mit 78 Binnenschiffen auf den Weg gebracht. Dabei werden 825 Kilometer von Magdeburg bis zum Windpark Fruges in Nord Frankreich zurückgelegt, die Strecke wird in10 Tagen zurückgelegt.
Die Verschiffung wird möglich, weil alle Partner eng zusammenarbeiten: So wird die Magdeburger Hafen GmbH ihre Logistik- und Verlademöglichkeiten am Hansehafen und die Schwerlastplatte bedarfsgerecht bereitstellen. Hier im Norden Magdeburgs entsteht derzeit ein hochmodernes Güterverkehrszentrum, das direkt an das europäische Wasserstraßennetz angeschlossen ist. Die Investition von rund 35 Mio. Euro umfasst eine neue, 1,5 km lange Kaianlage, einen hochmodernen KV- und Container-Terminal mit aller hafenrelevanten Technik, die Anbindung an Straße und Schiene sowie die Erschließung neuer Ansiedlungsflächen.
„Wie wichtig diese Investition für die Zukunft des Logistikstandortes Magdeburg ist, zeigen die aktuellen Entwicklungen. ENERCON hat den Produktionsstandort in Magdeburg deshalb kontinuierlich ausgebaut, weil nur dort perspektivisch die Möglichkeit besteht, die produzierten Anlagen per Schiff zu transportieren“, so der Geschäftsführer der Magdeburger Hafen GmbH, Karl-Heinz Ehrhardt.
Der Leiter der ENERCON Logistikabteilung, Dr. Richard Herfort, zur Zusammenarbeit mit den Ämtern: „ Das Ermöglichen der Verschiffung und des dazugehörigen Transportes schafft wichtige Voraussetzungen für das zukünftige Unternehmenswachstum hier am Standort Magdeburg.“ Bei Erfolg sei geplant, auch künftig auf die Anbindung Magdeburgs an die Wasserwege zu setzen und mit dem Magdeburger Hafen eng zusammenzuarbeiten.
„Die für Magdeburg prägenden Branchen Maschinenbau und Umwelttechnologien werden hier auf ideale Weise verknüpft. Mit der Verschiffung werden nun auch die günstigen Standortbedingungen und die Logistikkompetenz der Stadt genutzt.“ so der Wirtschaftsbeigeordnete Dr. Klaus Puchta zur Entwicklung am Standort Magdeburg.
Für den Transport der Windenergieanlagen sind Schwerlasttransporte notwendig. So wird auch der Transport der Anlagen vom Standort SKET MAB, Schilfbreite, in den Magdeburger Hansehafen zur Verschiffung über die Straße erfolgen. In Abstimmung mit den Verkehrs- und Sicherheitsbehörden wurde auch hier eine sowohl unternehmer- als auch bürgerfreundliche Lösung gefunden. Die Transporte werden in verkehrsarmen Zeiten durchgeführt und erfolgen über die Autobahnen A 14 und A 2.
Der größte deutsche Windenergieanlagen-Hersteller ENERCON gehört mittlerweile zu den größten Arbeitgebern in Magdeburg.
|