Klanginstallation „Three to one“ von Max Neuhaus im Hause der AOK ist wieder der Öffentlichkeit zugänglich

04. Mai 2007. Das nun wiederhergestellte Klangkunstwerk „Three to one“ wurde im Rahmen einer Feierstunde im Gebäude der AOK Hessen am Freitag durch den Künstler an die Stadt Kassel und damit an die Öffentlichkeit übergeben. Wegen eines technischen Defekts war die Klanginstallation nach der Renovierung des AOK-Treppenhauses nicht mehr in Betrieb. Mit Unterstützung des Hessischen Ministeriums für Wissenschaft und Kunst, der Hessischen Kulturstiftung und privater Spender konnte das documenta-Kunstwerk jetzt restauriert und damit gleichzeitig dauerhaft für Kassel erhalten werden. Die Klanginstallation des international renommierten Künstlers Max Neuhaus entstand 1992 im Rahmen der documenta 9. Die AOK hatte damals nach Ende der Ausstellung zugestimmt, das eigentlich temporäre Kunstwerk dauerhaft im Treppenhaus des denkmalgeschützten Gebäudes am Friedrichsplatz zu beherbergen.

In Rahmen der Feierstunde sprach Oberbürgermeister Bertram Hilgen den Zuwendern, Sponsoren und Spendern sowie dem Künstler seinen Dank dafür aus, dass es durch eine gemeinsame Anstrengung und auch mit Blick auf die anstehende documenta 12 gelungen sei, das Kunstwerk im Flur des AOK-Gebäudes wieder „zum Leben zu erwecken“. Ein ganz besonderer Dank gelte hierbei insbesondere der AOK Hessen für deren Engagement zum Erhalt des Kunstwerkes für die documenta-Stadt Kassel. Erst die Bereitschaft des Unternehmens, auch in Zukunft aktiv und gemeinsam mit der Stadt verantwortlich für das Kunstwerk „Three to one“ Sorge zu tragen, habe die dauerhafte Sicherung der Klanginstallation im Treppenhaus der AOK ermöglicht. Er freue sich sehr, so der OB weiter, dass damit die Reihe der für Kassel gesicherten documenta-Kunstwerke, vom Haus Rucker-Rahmen bis zum Himmelsstürmer, erneut um ein weiteres bedeutendes Werk ergänzt werden konnte. Volker Lappöhn, Leiter der AOK-Regionaldirektion Nordhessen, wies daraufhin, dass die Innenarchitektur durch „Three to one“ deutlich aufgewertet werde: „Unser Haus ist fast schon ein Bestandteil der documenta geworden. Es ist ein Anziehungspunkt nicht nur durch seine räumliche Nähe zum Ausstellungsgelände. Wer zum ersten Mal hier ist, lauscht den feinen, gerade noch hörbaren Klangnuancen bewusst nach - das haben wir seit 1992 an den zahlreichen Besuchern bemerkt. Das wird in diesem Jahr ganz genauso sein.“ In dem Anliegen, das Kunstwerk künftig einer breiten Öffentlichkeit bekannt zu machen, wird die Stadt demnächst ebenfalls durch das documenta Forum e.V. tatkräftig unterstützt. Dies sagte dessen Vorsitzender Professor Hans Brinckmann für den Verein im Rahmen der Veranstaltung zu.

Max Neuhaus gehört zu den wohl renommiertesten Künstlern unserer Zeit und ist - ursprünglich selbst Musiker - einer der Pioniere bei der Arbeit mit Klang und Musik in der bildenden Kunst. Dabei verändert er durch Musik und Geräusch einen vorhandenen Raum so, dass eine neue Atmosphäre des jeweiligen Ortes erzeugt wird. Neben der Arbeit im AOK-Gebäude hat Max Neuhaus in den vergangenen 25 Jahren eine große Anzahl von Werken im öffentlichen Raum und in Museen realisiert. Die Klanginstallation, die 1992 im Rahmen der documenta 9 entstand, ist in diesem Sinne typisch für die Arbeitsweise von Neuhaus. Hier modellierte er den vorhandenen Kontext eines für Kassel typischen 50er-Jahre-Hauses zu einem künstlerischen Raum um, der durch Klang auch in seiner spezifischen architektonischen Qualität und seiner jeweiligen Lichtsituation neu erfahrbar wird. „Unsere Wahrnehmung des Raumes hängt genauso sehr davon ab, was wir hören, wie davon, was wir sehen. Ich habe Klang benutzt um dieses Treppenhaus in einen neuen Raum zu verwandeln - ein unfassbares Kunstwerk“, so Neuhaus über sein Soundwork.

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