LOUIS-SPOHR-SYMPOSIUM am kommenden Sonnabend in Braunschweig
20 Jahre Städtepartnerschaft Magdeburg - Braunschweig
Magdeburg.
Braunschweig - Deutschlands „Stadt der Wissenschaft 2007“ – und Magdeburg feiern in diesem Jahr das 20-jährige Jubiläum ihrer Städtepartnerschaft. Das Louis-Spohr-Symposium Braunschweig 2007 am kommenden Samstag (9. Juni) von 11.00 bis 17.30 Uhr in der Aula der Technischen Universität Braunschweig (Pockelsstraße 11) fügt sich in diesen Rahmen ein. Unter der Gesamtleitung des Magdeburger Musikwissenschaftlers Dr. Ronald Dürre befasst sich das Symposium mit dem Thema "Die Lehr- und frühen Meisterjahre des Komponisten, Geigers, Dirigenten und Musikpädagogen Louis Spohr in Braunschweig".
Die Bindung der Stadt Braunschweig zu ihrem großen Sohn, dem Musiker Louis Spohr, ist trotz seiner zahlreichen beruflichen Ortswechsel und seiner langjährigen Tätigkeit in Kassel immer lebendig geblieben. So wurde von 1953 bis 1994 mit dem "Ludwig-Spohr-Preis der Stadt Braunschweig", der insgesamt 18mal an herausragende zeitgenössische Komponisten und Komponistinnen als Ehrengabe verliehen wurde, Spohrs Einsatz für die Komponisten seiner Zeit gewürdigt.
Dank einer Bürgerinitiative ist der Louis-Spohr-Musikpreis Braunschweig im Jahre 2002 mit neuer Konzeption wiederbelebt worden. Mit dieser Neuvergabe soll die zeitgenössische Musik gefördert und ihre Pflege vor allem der jüngeren Generation vermittelt werden. In diesem Jahr geht der Preis an den italienischen Komponisten Salvatore Sciarrino.
Das Louis-Spohr-Symposium ist eine Veranstaltung der Internationalen Louis-Spohr-Gesellschaft Kassel e.V. in Kooperation mit der Stadt Braunschweig, dem Seminar für Musik und Musikpädagogik der Technischen Universität Braunschweig und der Initiative „Louis Spohr Braunschweig“.
In sieben Referaten sowie in Diskussionsrunden wird am kommenden Samstag der Frage nachgegangen, welchen Einfluss Spohrs Geburtsstadt auf seine musikalische und geistige Entwicklung und sein Lebenswerk als Künstler, Komponist, Geiger, Dirigent und Musikpädagoge hatte. Um 19:30 Uhr schließt sich der Symposiumthematik ein Konzert in der St. Martinikirche an: Das Kammerorchester „musica juventa“ aus Halle und der KonzertChor Braunschweig spielen und singen Werke, die zwischen 1799 und 1805 (den Lebensjahren Spohrs in Braunschweig) auch in Braunschweig zur Aufführung gelangten.
Hintergrund
Louis Spohr (1784-1859)
Am 5. April 1784 wurde der Komponist, Violinvirtuose, Dirigent und Violinpädagoge Louis (Ludewig) Spohr in Braunschweig als ältestes Kind von Karl Heinrich Spohr (1756-1843), einem Landphysikus, und Ernestine Luise Henke (1763-1840) geboren. Herzog Carl Wilhelm Ferdinand verpflichtete ihn bereits 1799 als zweiten Geiger und "Hofmusicus" in die Hofcapelle.
Durch ein herzogliches Stipendium gefördert, wurde er dem Geiger Franz Eck (Mannheimer Schule) anvertraut, den er 1802 auf einer Studien- und Konzertreise nach Petersburg begleitete. Nach seiner Rückkehr im Juli 1803 nach Braunschweig wurde er in die Hofcapelle als "Kammermusiker" aufgenommen. Hier entstanden Spohrs erste eigenständige Instrumentalwerke. In den Jahren 1805-12 war er herzoglicher Konzertmeister in Gotha, heiratete 1805 die Klavier- und Harfenvirtuosin Dorette Scheidler. Von 1813 bis 1815 Orchesterdirektor im Theater an der Wien in Wien und 1816-19 Musikdirektor in Frankfurt/Main. Von 1822-57 war Spohr Hofkapellmeister in Kassel. Er starb dort am 22. Oktober 1859.
Louis Spohr galt neben Pierre Rode und Niccolò Paganini als der bedeutendste Violinvirtuose seiner Zeit und war zwischen 1810 und 1840 einer der richtungsweisenden Komponisten für Instrumentalmusik, Oper und Oratorium. Darüber hinaus genoss er hohe Reputation als Lehrer, begründete eine Geigendynastie und vollendete 1831 seine bei Haslinger erschienene Violinschule. Er erfreute sich der Wertschätzung u.a. von Paganini, Beethoven, Schumann, Mendelssohn-Bartholdy und Chopin. Auch heute ist Spohrs Musik in den Konzertprogrammen häufig vertreten.
Ablauf des Symposiums
11.00 Uhr, Begrüßung
Dr. Anja Hesse, Fachbereichsleiterin Kultur der Stadt Braunschweig
Prof. Dr. Rainer Schmitt, Seminar für Musik und
Musikpädagogik der TU Braunschweig
Helmut Kruse, Initiative Louis Spohr Braunschweig
Herfried Homburg (Kassel), Präsident der Internationalen
Louis-Spohr-Gesellschaft e. V.
Braunschweig - Einflüsse einer philanthropinistisch geprägten Residenzstadt
auf die Entwicklung Spohrs als Künstler und Pädagoge
Dr. Ronald Dürre (Magdeburg)
Das Geistesleben in Braunschweig nach 1750
Dr. Cord-Friedrich Berghahn (Braunschweig)
Musikerpersönlichkeiten Braunschweigs vor 1800
Carsten Niemann M. A. (Berlin)
Diskussion
13.00 - 14.30 Uhr, Mittagspause
Spohrs Bach-Rezeption
Dr. Claus Oefner (Eisenach)
Der Braunschweiger Hofkapellmeister Johann Gottfried Schwanberger -
Aspekte seiner künstlerischen Entwicklung
Hartmut Becker (Karlsruhe)
15.30 - 16.00 Uhr, Kaffeepause
Du Four - Spohrs Geigenlehrer und Musikmeister in Holzminden
Dr. Traugott Goldbach (Braunschweig)
In Braunschweig gesät, in Kassel geerntet:
Spohrs Repertorium des Kasseler Cäcilien-Vereins
Dr. phil. habil. Katja Grönke (Kassel)
Abschlussdiskussion
Ca. 17.30 Uhr, Ende des Symposiums
Städtepartnerschaft Magdeburg - Braunschweig
Am 8.12.1987 fand die Unterzeichnung der "Vereinbarung zur Städtepartnerschaft zwischen der Stadt Magdeburg in der DDR und der Stadt Braunschweig in der BRD" statt. Nach der demokratischen Wende unterstützte die Stadt Braunschweig die Landeshauptstadt Magdeburg beim Aufbau einer kommunalen Selbstverwaltung. Mit der Unterzeichnung der "Städtepartnerschaftlichen Vereinbarung zwischen der Stadt Magdeburg und der Stadt Braunschweig" erfolgte am 08.12. 1992 eine Erneuerung der Städtepartnerschaft. Seitdem gibt es vielfältige Kontakte zwischen Unternehmen, Vereinen, Kunst- und Kultureinrichtungen, Universitäten und Schulen sowie Privatpersonen.
Weitere Informationen zur Städtepartnerschaft unter www.magdeburg.de
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