Magdeburger Recht verbindet europäische Städte
OB Dr. Lutz Trümper zu Gast in Krakau/Polnische Stadt feiert Jubiläum
Magdeburg.
Auf Einladung des Präsidenten der polnischen Stadt Krakau, Prof. Jacek Majchrowski, ist Magdeburgs Oberbürgermeister Dr. Lutz Trümper heute zu einem zweitägigen Besuch in die Metropole gereist. Anlass ist das 750-jährige Jubiläum der Verleihung der Stadtrechte an Krakau. Die Stadt gehört zu jenen polnischen Kommunen, die im Mittelalter Recht nach dem Magdeburger Stadtrecht gesprochen haben.
"Zum 750. Jubiläum der Verleihung der Stadtrechte an Krakau gratuliere ich recht herzlich und überbringe die allerbesten Grüße und Wünsche der Bürgerinnen und Bürger Magdeburgs", so Oberbürgermeister Dr. Lutz Trümper. Das Magdeburger Stadtoberhaupt gehört zu mehreren hundert Gästen, die zu diesem Jubiläum nach Krakau gereist sind. Darunter sind auch Botschafter aus insgesamt 26 Staaten, Vertreter der polnischen Regierung, Bürgermeister polnischer Großstädte, Oberbürgermeister und Bürgermeister aus den 17 Partnerstädten, die Ehrenbürger sowie Stadträte Krakaus.
Im Rahmen der offiziellen Feierlichkeiten wird in Krakau am Abend die Ausstellung "Krakau – Europäische Stadt des Magdeburger Rechts 1257 bis 1791" eröffnet. Unter den Ausstellungsstücken im Historischen Museum der Stadt sind auch vier Leihgaben des Kulturhistorischen Museums Magdeburg. Dazu gehören der Wappenstein vom Magdeburger Schöffenstuhl, Magdeburger Schöffensprüche, der Siegelstempel des Magdeburger Schöffenstuhls und der Rentenbrief des Rats für Pritzwalk mit Stadtsiegel.
"Gern hat unser Kulturhistorisches Museum diese bedeutende Ausstellung mit wichtigen Objekten unterstützt, denn das Magdeburger Recht verbindet unsere Städte", erklärt dazu Oberbürgermeister Dr. Lutz Trümper.
Zu dem zweitägigen Programm der offiziellen Feierlichkeiten gehören außerdem eine feierliche Sitzung des Rates der Stadt Krakau im Juliusz-Słowacki-Theater, ein Konzert auf dem Hauptmarkt Krakaus und ein Empfang beim Stadtpräsidenten, in dessen Rahmen Oberbürgermeister Dr. Lutz Trümper die offiziellen Grüße und Glückwünsche der Landeshauptstadt Magdeburg überbringt.
Das Magdeburger Recht
Das Magdeburger Recht gilt als eines der bedeutendsten mittelalterlichen Stadtrechte. Es basierte zunächst auf einer gut funktionierenden mündlich überlieferten Mischung aus dem Recht der Vorfahren, Stammestraditionen der Sachsen, Kaufmannsrechten und ersten Schöffensprüchen.
Wichtiger Ausgangspunkt für das Magdeburger Recht als Stadtrecht waren zudem die Privilegien Ottos des I., Gründer Magdeburgs und Herrscher von europäischem Format. Diese Privilegien hatten im frühen Mittelalter den Markt, die königsfreien Fernkaufleute, die Kaufmannsgemeinde sowie die Gerichtsgemeinde unter ein besonderes Recht gestellt. Schon damals war Magdeburg auf Grund seiner Lage ein Mittler zwischen Ost und West.
Strafrechtsbücher mehrerer Städte, Schöffenbriefe und -sprüche oder Verleihungsurkunden aus Magdeburg sind historische Zeugnisse dieser rechtsgeschichtlichen Leistungen. Für Magdeburg sind diese Zeugnisse ein bedeutendes Stück Stadtgeschichte.
Einer, der viele Rechtsgrundsätze im Mittelalter schriftlich festhielt, war der Rechtsgelehrte Eike von Repgow. Im 13. Jahrhundert schrieb er in der Nähe von Magdeburg die erste umfassende Aufzeichnung des deutschen mittelalterlichen Rechts – den Sachsenspiegel. Das erste Prosawerk in deutscher Sprache gelangte gemeinsam mit dem Magdeburger Stadtrecht nach Osteuropa.
Heute verleiht die Landeshauptstadt Magdeburg gemeinsam mit der Otto-von-Guericke-Universität seit 1999 den Eike-von-Repgow-Preis. Mit diesem Preis werden Wissenschaftler gewürdigt, die sich um die Erforschung der Rechtsgeschichte und der Historie Mitteldeutschlands verdient gemacht haben. 2004 erhielt eine polnische Wissenschaftlerin den Preis – Frau Prof. Danuta Janicka von der Universität in Torun.
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