19. Juni 2007. Im Vorfeld der Entscheidung über eine Anwendungsstrecke zwischen dem Hauptbahnhof München und dem Flughafen München haben Oberbürgermeister Bertram Hilgen, Landrat Dr. Udo Schlitzberger und der erste Bevollmächtigte der IG Metall Nordhessen, Ullrich Meßmer in einem Schreiben an den Bundesminister für Verkehr, Bau und Stadtentwicklung, Wolfgang Tiefensee, appelliert, jetzt die Weichen für die Transrapidstrecke in München zu stellen und damit auch dem Koalitionsvertrag der großen Koalition zu entsprechen. Als Reaktion wurde in einem Antwortschreiben aus dem Bundesverkehrsministerium versichert, dass es weiterhin das erklärte Ziel sei, die notwendige Vereinbarungen zum Transrapid München zügig abzuschließen. „Dazu werden intensive Gespräche mit dem Freistaat Bayern und den übrigen Beteiligten des Vorhabens geführt“, erläuterte der Leiter der Grundsatzabteilung im Bundesverkehrsministerium, Matthias von Randow.
In ihrem Schreiben verwiesen Hilgen, Dr. Schlitzberger und Meßmer darauf, dass es Ziel aller gemeinsamen Anstrengungen sei, den Transrapid als deutsches Produkt weltmarktfähig zu machen. Die Münchener Anwendungsstrecke sei von der Bundesregierung in der vorigen Wahlperiode ausgewählt, ihr verkehrs- und industriepolitischer Nutzen in einem vom Bundesverkehrsministerium in Auftrag gegebenen Gutachten eindeutig positiv bewertet worden. „Die planerischen Vorarbeiten für die Münchener Transrapidstrecke sind weit vorangeschritten, das Eisenbahnbundesamt hat bereits das Sicherheitskonzept genehmigt und mit der Planfeststellung wird in diesem Jahr gerechnet“, betonten sie.
Der Transrapid sei eine deutsche Zukunftstechnologie, die der deutsche Staat mit rund 1,2 Milliarden Euro mitfinanziert habe. Das System benötige bei gleicher Transportleistung deutlich weniger Energie, sei leiser und habe einen geringeren Verschleiß am Fahrweg als Hochgeschwindigkeitszüge. “Deshalb haben sich alle Bundesregierungen der letzten 15 Jahre zu einer Anwendungsstrecke in Deutschland bekannt.“
Neben der industriepolitischen Bedeutung des Transrapids für den Standort Deutschland gelte die Sorge aber auch den Arbeitsplätzen am Standort Kassel. „Die Menschen vor Ort, die die Technologie entwickeln, die neue Fahrzeuggeneration entworfen und gebaut haben, setzen ihre ganze Hoffnung auf die Münchener Anwendungsstrecke und vertrauten darauf, dass die Politik ihr Versprechen einlöst.“
Kreativität und Erfindergeist seien die Ressourcen der Wissensgesellschaft und die Grundvoraussetzung für Wohlstand und Beschäftigung in Deutschland. Damit für die Zukunft verhindert werde, dass hier entstandenes Know-how unkontrolliert abfließt dürfe im Wettbewerb einer globalisierten Welt nicht zu lange mit der Markteinführung einer derartigen Hochtechnologie gewartet werde.
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