Kreis Steinfurt. Viele sitzen bereits in den Startlöchern für die kostbarsten Wochen des Jahres. Neben Alkohol, Parfüms und Zigaretten werden immer häufiger auch Medikamente als vermeintlich preisgünstige Mitbringsel eingeführt. Beliebt sind Antibabypillen im Jahresbedarf, Schmerzmittel für die ganze Verwandtschaft oder obskure Wundermittel aus aller Herren Länder.
„Keine gute Idee“, warnt Apotheker Helmut Krüßen vom Gesundheitsamt des Kreises Steinfurt. Er gibt zu bedenken, dass in manchen Ländern bis zu 30 Prozent der Arzneimittel gefälscht sind und die Einnahme nicht unbedenklich sei. Zudem sind deren Importe aus Nicht-EU-Ländern generell verboten. „Wir stellen eine deutliche Zunahme der Einfuhren in den letzten Jahren fest,“ so Krüßen „vor allem aus der Türkei, Nordafrika und den ehemaligen Ostblockländern.“
Die Arzneimittelüberwachung des Kreises Steinfurt ist für alle Urlauber zuständig, die über den Flughafen Münster-Osnabrück in Greven wieder einreisen. Arzneimittel aus Nicht-EU-Ländern werden dort in der Regel ohne Erstattung eingezogen. Nicht betroffen sind Medikamente, mit denen der Reisende aktuell behandelt wird, zum Beispiel im Reiseland verordnete Antibiotika oder regelmäßig eingenommene Herz-Kreislauf-Tabletten.