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Magdeburg, 28. Juni 2007
Musikalisches Kompetenzzentrum Sachsen-Anhalt in Magdeburg
Förderung für Hochbegabte und zeitgenössische Musik zum „Anfassen“

Magdeburg.

Am 30. Juni 2005 hatten Sachsen-Anhalts Kultusminister Prof. Jan-Hendrik Olbertz und Magdeburgs Oberbürgermeister Dr. Lutz Trümper den Rahmenvertrag zur Einrichtung eines Musikalischen Kompetenzzentrums Sachsen-Anhalt am Konservatorium Georg Philipp Telemann in Magdeburg unterzeichnet.  Seitdem kann das Zentrum über ein beeindruckendes Spektrum an Weiterbildungsangeboten für Musiker und Pädagogen sowie zahlreiche öffentliche Veranstaltungen zur zeitgenössischen Musik in Sachsen-Anhalt verweisen. In Zukunft will das Kompetenzzentrum zeitgenössische Musik vor allem beim Nachwuchs populär machen.

"Als Referenzeinrichtung ist das Musikalische Kompetenzzentrum landesweit für die Fort- und Weiterbildung, die Hochbegabtenförderung, die Qualitätssicherung in der Breitenmusik sowie für Projekte der zeitgenössischen Musik und der Erbepflege tätig", beschreibt Dr. Valentin Gramlich, Staatssekretär im Kultusministerium das Anliegen der Einrichtung. "Das Kompetenzzentrums fördert die Kooperation von musikbildenden Institutionen, Universitäten und Hochschulen sowie Verbänden im gesamten Land und vernetzt diese."

Dabei kann das Kompetenzzentrum knapp zwei Jahre seit Aufnahme seiner Tätigkeit bereits gute Erfolge vorweisen: So konnten mit großer Resonanz Konzerte und Workshops zur zeitgenössischen Musik in Sachsen-Anhalt durchgeführt und Weiterbildungen für Orchester- und Ensembleleiter organisiert, hochkarätige Dozenten für Meisterkurse gewonnen und eine Dokumentation über zeitgenössische Musik begonnen werden.

Unter dem Motto "Wie macht man eine Oper" organisierte das Kompetenzzentrum z.B. gemeinsam mit dem Theater der Landeshauptstadt eine Inszenierung der Gluck-Oper "Der bekehrte Trunkenbold", in die Lehrer und Schüler von Gymnasien des Landes einbezogen wurden. Darüber hinaus hat das Kompetenzzentrum eine CD mit zeitgenössischer Musik aus Sachsen-Anhalt produziert und die musikalisch-ästhetische Früherziehung gefördert, z.B. durch entsprechende Fortbildungsangebote für Musiklehrer und Kindergärtnerinnen.  

"Das Kompetenzzentrum ist eine willkommene und nützliche Erweiterung des Profils unseres Konservatoriums Georg Philipp Telemann. So können die besten Erfahrungen aus der musikpädagogischen Arbeit verallgemeinert und für alle Musikschulen im Land nutzbar gemacht werden.", unterstreicht Magdeburgs Beigeordneter für Kultur, Schule und Sport Dr. Rüdiger Koch die Breitenwirkung der Einrichtung.


Finanzierung

Das Kultusministerium des Landes Sachsen-Anhalt fördert die Arbeit des Musikalischen Kompetenzzentrums und des Informationszentrums für zeitgenössische Musik. 2005 wurden dafür 100.000 € als Projektförderung bereitgestellt, 2006 waren es 250.000 €, im aktuellen Haushaltsjahr erwartet das Zentrum 218.358 €.


Informationszentrum für zeitgenössische Musik

Einen bedeutenden und umfangreichen Teil der Aktivitäten des Musikalischen Kompetenzzentrums nimmt die Vermittlung zeitgenössischer Musik z.B. in Form von Gesprächskonzerten oder Interpretationsworkshops ein. Zudem werden spezielle Unterrichtsmaterialien erstellt. 2007 plant das Musikalische Kompetenzzentrum Sachsen-Anhalt insgesamt 14 Projekte, von denen sich 7 thematisch ausschließlich auf die Vermittlung der zeitgenössischen Musik dieses Bundeslandes beziehen. Dazu gehören:

• die Arbeit des Musikinformationszentrums für zeitgenössische Musik Sachsen-Anhalt (u.a. Aufbau und Pflege einer Datenbank zu Komponisten des Bundeslandes)
• Gesprächskonzerte mit Komponisten
• Schriften und Dokumentationen über das zeitgenössische Musikleben 
• ein Kompositions- und Interpretationsworkshop mit Wolfgang Rihm, Jörg Widmann und dem Minguet Quartett
• ein Improvisationsworkshop für Instrumente und Stimme mit Warnfried Altmann(Saxophon) und Hermann Naehring (Percussion)
• die Produktion einer CD mit Werken zeitgenössischer Komponisten aus Sachsen-Anhalt, inkl. der Erstellung von flankierendem Material für den Musikunterricht
• "Faszination Virtuosität - Virtuose Musik des 20. und 21. Jahrhunderts" (Workshops und Konzerte mit Loeki, Stardust Quartet, Erika Haase u.a.)

Kooperation mit Partnern aus dem gesamten Land

Bei der Vorbereitung und Durchführung seiner Projekte arbeitet das Musikinformationszentrum eng mit  regionalen Partnern wie dem Deutschen Tonkünstlerverband e.V., der Martin-Luther-Universität Halle/Wittenberg und dem Landesverband der Musikschulen Sachsen-Anhalt e.V. zusammen.

Mit dem Landesverband der Musikschulen hat das Kompetenzzentrum z.B. ein Bildungsangebot unter dem Motto "Musisch-ästhetische Bildung in Kindertagesstätten" erarbeitet. Das Bildungsangebot fördert die Zusammenarbeit von Musikpädagogen und Erziehern auf dem Gebiet der musisch-ästhetischen Früherziehung.

Mit dem Institut für Musik der Martin-Luther-Universität läuft derzeit ein Forschungsprojekt unter dem Motto "Neugier auf klassische Musik", bei dem Hörgewohnheiten Jugendlicher untersucht werden. Dabei wird erforscht, wodurch Jugendliche Interesse an klassischer Musik bekommen. Ein Fragebogen testet mittels Bildern, Filmausschnitten und Texten, welche Anregungen bei der Zielgruppe auf Resonanz stoßen, so dass diese bereit sind, sich auf bislang ungewohnte Musik einzulassen. Wissenschaftlich betreut wird das Projekt von Prof. Dr. Georg Maas und Dr. Jens Arndt.


Zeitgenössische Musik zum "Anfassen"

"Neben Kompositions- und Interpretationsworkshops, die sich in erster Linie an junge Musiker und Musikpädagogen richten, hat sich das Informationszentrum für zeitgenössische Musik auch der Pflege und Verbreitung dieses Musikschaffens besonders verschrieben", so Dr. Helmut Keller, der als Direktor des Magdeburger Telemann-Konservatoriums auch das Kompetenzzentrum leitet. "Diesem Anliegen dienen die Gesprächskonzerte mit Komponisten aus unserem Bundesland ebenso wie die Produktion von CD´s mit Werken regionaler Komponisten nebst begleitendem didaktischem Textmaterial zur Verwendung im Musikunterricht an allgemeinbildenden Schulen."

In den kommenden Jahren will das Musikalische Kompetenzzentrum Sachsen-Anhalt insbesondere seine Aktivitäten, zeitgenössische Musik populär zu machen, verstärken. Dafür werden derzeit interessante Projekte vorbereitet, wie z.B.:

"Musik erfinden in der Schule"
Ausgehend von einem erfolgreichen Projekt des Europäischen Zentrums der Künste in Dresden-Hellerau und fußend auf der in England praktizierten Idee des "Response" werden Komponisten und Schüler an allgemeinbildenden Schulen zusammengebracht. Die Idee ist, die Schüler (nicht nur Musikschüler!) über die exemplarische, aber vor allem persönliche Beschäftigung mit einem "echten" Komponisten (und lebendigen Musiker) zum "Musikerfinden" zu bringen. In Zusammenarbeit mit den im Land ansässigen Komponisten (und Kompositionslehrern) und pädagogischen Einrichtungen sollen Module entwickelt werden, die interessierte Schulen abrufen und in ihren Musikunterricht einbinden können.

"Informatik und Musik"
In Zusammenarbeit mit Informatik-Studenten der Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg entstehen musikalische, auch multimediale Werke von Komponisten, wobei die Informatiker die Partitur der Komponisten technisch umsetzen sollen. Denkbar wäre die Einbindung eines "composer in residence", der über einen gewissen Zeitraum gemeinsam mit den Studierenden die entsprechende Software entwickelt. In die Aufführungen können Konzertveranstalter der Stadt Magdeburg und des Landes Sachsen-Anhalt eingebunden sein. Erste Kontakte zur Fakultät für Informatik wurden vom Musikalischen Kompetenzzentrum Sachsen-Anhalt hergestellt.


Dokumentation zeitgenössischer Musik

Fortsetzen wird das Informationszentrum zeitgenössische Musik Sachsen-Anhalt seine Reihe der Komponistenportraits und Informationsflyer zum Leben und Schaffen zeitgenössischer Komponisten. Zudem soll zur Dokumentation des zeitgenössischen Musikschaffens in Sachsen-Anhalt eine weitere CD eingespielt werden. Die CD wird in zwei Varianten produziert und dient zum einen als Handhabe für Lehrkräfte im Fach Musik und zum anderen dokumentiert sie das zeitgenössische Musikschaffen in Sachsen-Anhalt. Zu jeder CD erstellt das Informationszentrum ein umfangreiches Booklet mit Notenbeispielen, Biografien und ausführlichen Werkbesprechungen. Die Variante für Musiklehrkräfte enthält zusätzlich einige abgekoppelte Trucks, die im Unterricht einzeln einsetzbar sind und im Beiheft zusätzlich besprochen werden.

"Mit der Produktion hochwertiger Audio-CD´s zeitgenössischer Musik schließt das Informationszentrum eine Lücke", betont Peter Grunwald, Vorsitzender des Beirates des Musikalischen Kompetenzzentrums Sachsen-Anhalt. "Um Kindern und Jugendlichen zeitgenössische Musik nahe zu bringen, müssen wir vor allem die Musiklehrer an den Schulen in die Lage versetzen, diese Musik im Unterricht zu etablieren. Dazu sind Musikaufnahmen und begleitende Unterrichtsmaterialien unverzichtbar."

Gerade fertiggestellt hat das Informationszentrum eine CD mit Werken zeitgenössischer Komponisten aus Sachsen-Anhalt, eingespielt von der Mitteldeutschen Kammerphilharmonie Schönebeck unter der Leitung von Christian Simonis. Als Solist ist  Wolfgang Hasleder, Violine zu hören. Die Mitteldeutsche Kammerphilharmonie hat die eingespielten Werke bereits zu Konzerten erfolgreich aufgeführt.  Die CD enthält folgende Orchesterwerke:             - Klaus Dieter Kopf - Orchestersuite Nr. 2 "Gedankenspiele"
- Dieter Nathow - Konzert für Violine und Orchester
- Stojan Stojantschew - Telemann - Variationen und Inspirationen
Diese drei Kompositionen bilden einen Querschnitt verschiedener Handschriften von 1973 bis 2006 ab. Außerdem setzen die Telemannvariationen und -inspirationen einen direkten Bezug zur kulturellen Tradition der Landeshauptstadt Magdeburg. Die CD ist ein Baustein für das zu schaffende Archiv im Musikalischen Kompetenzzentrum Sachsen-Anhalt, das einen wichtigen Teil der Musikgeschichte des Bundeslandes dokumentieren und so für die Nachwelt erhalten soll. Die CD wird Archiven, Musikbibliotheken und Schulen kostenlos zur Verfügung gestellt werden. Interessenten können sie außerdem unter www.infozentrum-zgm.de.md bestellen.

 



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