05. Juli 2007. Das Thema „Demografischer Wandel“ ist für die Verantwortlichen bei der Stadt Kassel nach wie vor ein Thema. Dies erklärte jetzt Oberbürgermeister Bertram Hilgen im städtischen Pressedienst. Nachdem die Zukunftskonferenz vom Frühjahr ausgewertet und die Ergebnisse auch im Internet abrufbar seien, habe man inzwischen die Arbeit in den einzelnen Handlungsfeldern strukturiert, die Promotorentandems konstituiert und Leuchtturmprojekte entwickelt.
Auch hätten mittlerweile mehrere Arbeitstreffen der städtischen Dezernenten mit externen Partnerinnen und Partnern aus der Stadtgesellschaft und der internen Planungsgruppe stattgefunden. Dabei habe man die ausgewählten Leuchtturmprojekte präsentiert und miteinander abgestimmt sowie über eine handlungsfeld- und dezernatsübergreifende Umsetzung diskutiert.
Im Handlungsfeld „Stadtfrieden und Heimat“ arbeitet Oberbürgermeister Hilgen mit Christine Knüppel, Geschäftsführerin des Kulturzentrums Schlachthof, zusammen. Im Handlungsfeld „Wirtschaft“ kooperiert Stadtkämmerer Dr. Jürgen Barthel mit Dr. Anne Fenge, Mitglied der Geschäftsleitung des Bauunternehmens Hermanns, und Dr. Oliver Fromm, Geschäftsführer von UniKasselTransfer. Im Handlungsfeld „Urbanität - Lebenswertes Kassel“ haben Stadtbaurat Norbert Witte und Professor Diplom-Ingenieur Wolfgang Schulze von der Universität Kassel ein Tandem gebildet. Das Handlungsfeld „Kulturmetropole Kassel“ wird gemeinsam von Bürgermeister Thomas-Erik Junge und Georg von Meibom, Vorstand der E.ON Mitte AG, geleitet. Im Handlungsfeld „Gesunde Stadt - Aufbruch in die Lerngesellschaft“ arbeitet Stadträtin Anne Janz mit Professor Dr. Ute Clement von der Universität Kassel und Professor Dr. Martin Konermann, Ärztlicher Direktor des Marienkrankenhauses, zusammen.
In dem Handlungsfeld „Frieden und Heimat“ sei das friedliche Miteinander der Kulturen und Generationen in der Stadt ein besonderes Anliegen. „Kein Kind in Kassel soll ohne ausreichende Deutschkenntnisse eingeschult werden“, ist das erklärte Ziel von Oberbürgermeister Bertram Hilgen und Christine Knüppel in dem geplanten Leuchtturmprojekt „Bestandsaufnahme und Verstärkung der gezielten Sprachförderung im Vorschulalter“.
Das Handlungsfeld „Wirtschaft“ habe sich unter anderem die Stärkung und Nutzung der Universität Kassel und die Verknüpfung mit der wirtschaftlichen Stadtentwicklung zum Ziel gesetzt, um Arbeitsplätze in den Bereichen innovative Technologien, Soziales und Kultur zu schaffen, erklärte Stadtkämmerer Dr. Barthel. Als eine zentrale Maßnahme solle ein wissensbasierter Gewerbepark (SciencePark) als Leit- und Startprojekt für das Thema „Wissenschaft und Stadtentwicklung“ in unmittelbarer Nähe zur Universität gegründet werden.
Dem Erhalt und der Stärkung der Innenstadt soll laut Stadtbaurat Witte im Handlungsfeld „Urbanität - Lebenswertes Kassel“ eine herausragende Bedeutung zugemessen werden. Die so genannten Siedlungskerne sollten als Mittelpunkte städtischen Lebens für Wohnen, Arbeiten, Freizeit und Kultur gestärkt und aufgewertet werden.
Unter dem Motto „Die Kinder von heute sind die Zukunft von morgen“ gelte es im Handlungsfeld „Kulturmetropole Kassel“ Kindern und Jugendlichen unabhängig von ihrer sozialen und kulturellen Herkunft einen niedrigschwelligen und altergemäßen Zugang zu kultureller Bildung zu ermöglichen, führte Bürgermeister Junge aus. Ein Kinderkulturprojekt bei der Kasseler Museumsnacht 2008 sei als richtungweisendes Projekt definiert worden. Weitere Projekte seien die Erstellung und Herausgabe eines Kinderkulturführers, der Ausbau der Museumspädagogik in allen Kasseler Museen, die Stärkung des Kinder- und Jugendtheaterbereichs und innovativer kulturpädagogischer Projekte.
„Kein Kind geht verloren“ ist für die Verantwortlichen im Handlungsfeld „Gesunde Stadt - Aufbruch in die Lerngesellschaft“ das erklärte Ziel. Kinder und Jugendliche sollen laut Stadträtin Janz befähigt werden, die Übergänge von Kindergarten/Schule/Ausbildung/Beruf erfolgreicher zu bewältigen. Eine „Bildungsregion Waldau“ sei als Leuchtturmprojekt definiert worden, deren Konzept auf alle Stadtteile übertragbar sein solle.
Bei der Umsetzung dieser Leuchtturmprojekte, so Oberbürgermeister Hilgen, solle die Ebene der einzelnen Handlungsfelder verlassen werden. Ziel sei es, dass durch die Schwerpunktbildung auf die für Kassel zentralen Zukunftsfelder Bildung und Infrastruktur und durch die Zusammenarbeit aller Beteiligten die Wirtschaftskraft gestärkt, das Leben in der Stadt an Attraktivität gewinne, der Stadtfrieden gesichert werde und die Bürger sich stärker mit ihrer Stadt als Heimat identifizierten. Derzeit entwickele eine Arbeitsgruppe ein entsprechendes politisches Programm.
Im weiteren Prozess gelte es, mit den politisch Verantwortlichen, mit externen Akteuren aus der Stadtgesellschaft und mit entsprechenden Fachexperten zu prüfen, ob diese besonderen Maßnahmen beziehungsweise Leuchtturmprojekte die richtigen Antworten auf die Auswirkungen des demografischen Wandels in Kassel, ob sie politisch durchsetzbar und finanzierbar seien. Dazu diene unter anderem die für Anfang September geplante nächste öffentliche Konferenz.
Wer sich weiter über den Prozess zum Thema „Demografischer Wandel“ informieren möchte, kann dies im Internet unter www.demografie-kassel.de tun. Dort gibt es neuerdings auch ein „Gästebuch“, in dem insbesondere die Kasseler Bürgerinnen und Bürger die Möglichkeit haben, die bisher erfolgte Arbeit zum demografischen Wandel mit Kommentaren und Hinweisen kritisch zu begleiten.
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