31. Juli 2007
Kreis Viersen
Demgegenüber konnte die Zahl der Lehrkräfte in etwa konstant gehalten werden. 1.295 Lehrerinnen und Lehrer unterrichten im nächsten Schuljahr an den Grund-, Haupt- und Förderschulen im Kreis (2006: 1.310). Obwohl damit eine Auslastung von 102 Prozent erreicht wird, können Unterrichtsausfälle nicht ausgeschlossen werden, kündigte Schulrat Detlev Stein an. "Wenn Lehrer aus Krankheitsgründen für längere Zeit ausfallen, stellen die Schulen befristete Verträge aus. Bis der passende Lehrer gefunden ist, dauert es manchmal etwas."
Strukturierte Fortbildungen für Lehrer
Das Schuljahr 2007/2008 steht zudem für eine Qualitätsoffensive für besseren Unterricht. Mit Hilfe von strukturierten Fortbildungen für Lehrer soll die Qualität der Schulen im Kreis Viersen weiter steigen. Verantwortlich dafür ist ein so genanntes Kompetenzteam, bestehend aus Schulräten und Lehrern aller Schulformen. "Wir wollen die Schwächen der Schulen aufarbeiten und bieten deshalb maßgeschneiderte Fortbildungen an", sagte Schulamtsdirektorin Rosemarie Voßen. Im ersten Jahr liege der Schwerpunkt auf die Kernfächer Deutsch, Mathematik, Englisch. Im Laufe eines Schuljahres sollen die Fortbildungen kontinuierlich eingesetzt werden. Der Schulplan ist so aufgebaut, dass für Lehrer, die sich auf diese Weise weiterbilden, kein Unterricht ausfällt.
Schülerschiedsstellen zur Gewaltprävention
Ein Beitrag zur Gewaltprävention stellen die neuen Schülerschiedsstellen dar. Die Kommission wird von drei Schülern aller Schulformen gebildet und tagt einmal im Monat im Kreishaus. Unter Aufsicht eines Schulsozialarbeiters soll auf auffällige Schüler Einfluss genommen werden. "Es handelt sich nicht um einen Gerichtshof," betonte Schulrat Detlev Stein, obwohl die Schülerschiedstelle die Möglichkeit hat, Sanktionen in Form von Sozialstunden auszusprechen. "Vielmehr haben wir die Hoffnung, dass sich schwierige Schüler einsichtiger geben, wenn sie mit Gleichaltrigen diskutieren."
Noch keine Ergebnisse liegen bei den in diesem Jahr zum ersten Mal durchgeführten Sprachstandserhebungen und beim Prognoseunterricht vor. Die Sprachstandserhebungen begannen im März 2007 mit der Prüfung von Kindern aus Kindertagesstätten. Wer in der Stufe 1 Verständnis- oder Sprachschwierigkeiten aufwies, wurde im Mai 2007 noch einmal gesondert überprüft. Kinder, die auch in Stufe 2 einen erhöhten Sprachförderbedarf erkennen ließen, sollen weiter unterstützt werden. "Ziel dieser Erhebungen ist es, Defizite aufzufangen und allen Kindern die gleichen Chancen zu eröffnen, wenn sie auf die Grundschule kommen", erläuterte Schulrätin Erika Dercks-Dückmann.
Prognoseunterricht hatte Premiere
Auch die Premiere des so genannten Prognoseunterrichts sei noch nicht ausgewertet worden, teilte Dercks-Dückmann mit. An diesem Unterricht nahmen Schüler teil, deren Eltern nicht mit der schulformbezogenen Empfehlung der Grundschulen einverstanden waren. Im an drei Tagen stattfindenden Prognoseunterricht hatten die Schüler noch einmal die Chance, die Schulen von ihren Qualitäten zu überzeugen. Erika Dercks-Dückmann empfiehlt Eltern und Schüler, sich nicht unter Druck zu setzen. "Schulen sind durchlässig. Das heißt, bei entsprechenden Leistungen haben Schüler immer noch zu einem späteren Zeitpunkt die Möglichkeit, die nächst höhere Schulform anzusteuern.
Schulen im Kreis Viersen
Grundschulen
56 Grundschulen, davon
27 Katholische Grundschulen und
29 Gemeinschaftsgrundschulen
12.960 Schülerinnen und Schüler (2006: 13.550)
3.150 Schulneulinge (2006: 3.100)
Hauptschulen
11 Hauptschulen
4.700 Schülerinnen und Schüler (2006: 5.030)
Förderschulen
9 Förderschulen, davon
3 in Trägerschaft des Kreises Viersen und
6 in Trägerschaft der kreisangehörigen Städte und Gemeinden
1.420 Schülerinnen und Schüler (2006: 1.410)
Der Gemeinsame Unterricht behinderter und nicht behinderter Kinder in der Grundschule und der Sekundarstufe I wird fortgeführt.
Lehrkräfte
1.295 Lehrkräfte an Grund-, Haupt- und Förderschulen (2006: 1.310)
2 neu eingestellte Lehrer in Grundschulen (2006: 5)
0 neu eingestellte Lehrer in Hauptschulen
9 neu eingestellte Sonderpädagogen in Förderschulen (2006: 5), davon
3 (2006: 2) zusätzlich an einer Grundschule für den Gemeinsamen Unterricht
Herausgeber:
Kreis Viersen - Der Landrat
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