Arnold-Bode-Preis für documenta-Künstler Romuald Hazoumé

20. August 2007. Mit dem Arnold-Bode-Preis 2007 wird Romuald Hazoumé ausgezeichnet, ein Künstler, der auf der diesjährigen documenta 12 mit einem Ensemble von Masken, vor allem aber mit der wuchtigen Boot-Installation „Dream“ großes Aufsehen erregt. Wie Bürgermeister Thomas-Erik Junge im städtischen Pressedienst mitteilte, habe der Magistrat am heutigen Montag die Verleihung des Bode-Preises an Hazoumé auf Vorschlag der Arnold-Bode-Stiftung beschlossen.

Es gehört zur Tradition des Bode-Preises, ihn in einem documenta-Jahr an einen documenta-Teilnehmer zu vergeben. Romuald Hazoumé, der 1962 in Porto Novo in Benin geboren wurde und heute in Cotonou, der größten Stadt des westafrikanischen Staates, lebt und arbeitet, repräsentiert auf herausragende Weise eine neue Generation schwarzafrikanischer Künstler. Selbstbewusst und unbekümmert, zielsicher, höchst reflektiert und listenreich bedient er sich der Formen aus dem Fundus der großen Kunsttradition seines Landes wie auch aus dem allgegenwärtigen Angebot des internationalen Kunstbetriebs, um sie in brisanter Zusammenführung zu schlagenden Sinnbildern für den Zustand seiner, unserer Gegenwart zu verschmelzen.

Kraftvoll und engagiert greift Romuald Hazoumé die Ängste und Hoffnungen der heutigen Welt auf, die Folgen der Moderne, die fortgesetzte Geschichte von Sklaverei und Kolonialismus. Hazoumé revoltiert mit künstlerischen Mitteln, jenseits von deprimierenden Opfererzählungen der Medien und den Bildern archaischer afrikanischer Kunst. So erzählen seine künstlerischen Arbeiten etwas qualitativ anderes.

Sein unverstellter Blick auf die harten Lebensbedingungen in einem Dritte-Welt-Land und der unmittelbare Zugriff auf die ärmlichen Alltagsgegenstände verschaffen dem Werk eine Authentizität und subversive Sprengkraft, die es gegen exotisch-nostalgische oder bloß ästhetische Vereinnahmungen immunisiert. Für seine von Empathie getragene Zeitzeugenschaft eine zugleich autonome wie auch global verständliche Bildsprache entwickelt zu haben, das macht Romuald Hazoumés große künstlerische Leistung aus.

Der mit 10.000 Euro ausgestattete Arnold-Bode-Preis 2007 soll am Samstag, 8. September, um 19 Uhr in der documenta Halle an Romuald Hazoumé verliehen werden. Der Arnold-Bode-Preis der Stadt Kassel wird seit 1980 in Erinnerung an den Gründer der documenta an bedeutende Künstlerinnen und Künstler der Gegenwart verliehen. Dem Kuratorium der Arnold-Bode-Stiftung gehören Professor Heiner Georgsdorf, E.R. Nele, Roger M. Buergel, Dr. Klaus Lukas, Alfred Nemeczek sowie Professor Karl Oskar Blase als Ehrenvorsitzender an.

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