27. August 2007. Der Magistrat wird künftig vor Ausschreibungen und der Auftragsvergabe bei Planungsverfahren im öffentlichen Raum und bei allen städtebaulichen Maßnahmen, wie Platzgestaltung und Wohnquartiersentwicklung, die regelhafte Verankerung altersgemäßer Kinder- und Jugendbeteiligung sicherstellen. Das habe jetzt der Magistrat in seiner jüngsten Sitzung beschlossen, teilte Stadträtin Anne Janz im städtischen Pressedienst mit. In Absprache mit der Kinderbeauftragten im Jugendamt solle dies in einer geeigneten Form geschehen.
Damit, so Jugenddezernentin Janz, werde die Kinder- und Jugendbeteiligung in Kassel neben ihrer bundes- und landesrechtlichen Verankerung (Sozialgesetzbuch, Hessische Gemeindeordnung) in einem weiteren Bereich auf eine feste kommunale Handlungsgrundlage gestellt. Und der Kasseler Weg, eine möglichst frühe Einbeziehung von Kindern und Jugendlichen in sie betreffende Fragen der Stadtentwicklung und der Stadtgestaltung, werde konsequent weiterverfolgt. Man habe anhand verschiedener Projekte, wie die Gestaltung des Scheidemannplatzes, erkannt, dass mögliche Nutzungskonflikte durch eine frühe Beteiligung von Kindern und Jugendlichen abgemildert oder ausgeschlossen werden können. Bei der Gestaltung des Vorplatzes am Kulturbahnhof, des Brüder-Grimm-Platzes und bei der Museumslandschaft wolle man die neue erweiterte Kinder- und Jugendbeteiligung umsetzen. Die Ideen von Kindern und Jugendlichen könnten etwa für die Wettbewerbsausschreibung wichtig sein. So könne auch vorab geklärt werden, welche Bedeutung die jeweiligen Plätze für Kinder und Jugendliche haben und wie oft sie diese Plätze schon in Anspruch nehmen. Folgerichtig würden dann auch Kinder und Jugendliche in den Prozess der Wettbewerbsbeurteilung mit einbezogen.
Der Magistrat will, dass die Kosten, die durch diese Beteiligungsverfahren und deren Umsetzung eventuell entstehen könnten, durch das Planungsverfahren finanziell abgesichert würden, führte Janz weiter aus. Die Verfügung des Oberbürgermeisters über die Regelungen für die projektorientierte Kinder- und Jugendbeteiligung in Kassel werde durch die jüngste Magistratsentscheidung um eine bedeutende Komponente ergänzt. In dem Verfahren der Beteiligung von Kindern und Jugendlichen bei städtebaulichen Planungen sieht die Stadträtin einen weiteren Schritt auf dem Weg zur kinder- und jugendfreundlichen Stadt.
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