05. September 2007. Mit dem Appell, der Transrapidtechnologie jetzt endgültig zum Durchbruch zu verhelfen, hat sich Oberbürgermeister Bertram Hilgen im Vorfeld der Entscheidung über die Münchener Anwendungsstrecke in Schreiben an den Bundesminister für Verkehr, Bau- und Stadtentwicklung, Wolfgang Tiefensee, sowie an den Vorsitzenden der SPD, Kurt Beck, gewandt. „Außer Zweifel steht, dass die Münchener Strecke gesamtwirtschaftlich rentabel und verkehrs- wie industriepolitisch von großer Bedeutung ist“, machte er deutlich. Die Anwendungsstrecke sei darüber hinaus hinsichtlich ihres verkehrs- und industriepolitischen Nutzens in einem vom Bundesverkehrsministerium in Auftrag gegebenen Gutachten eindeutig positiv bewertet worden. Zudem seien die planerischen Vorarbeiten weit vorangeschritten, das Eisenbahnbundesamt habe bereits das Sicherheitskonzept genehmigt, und mit der Planfeststellung werde noch in diesem Jahr gerechnet.
Oberbürgermeister Hilgen verwies darauf, dass sich alle Bundesregierungen der letzten 15 Jahre zu einer Anwendungsstrecke in Deutschland bekannt hätten, auch die gegenwärtige Große Koalition in ihrem Koalitionsvertrag. „Dennoch ist es bis heute nicht gelungen, eine Anwendungsstrecke in Deutschland in Betrieb zu nehmen.“
Seine konkrete Sorge, so OB Hilgen, gelte den Arbeitsplätzen am Standort Kassel. „Die Beschäftigten vor Ort haben die Technologie und die Fahrzeuge entwickelt und gebaut; sie bauen jetzt auf eine Anwendungsstrecke in Deutschland und vertrauen darauf, dass die Politik ihr Versprechen einlöst. Der Transrapid darf nicht ein weiteres Beispiel für deutschen Erfindergeist werden, der zwar Hochtechnologieprojekte hervorbringt, die Realisierung jedoch mutigeren und technologiefreundlicheren Volkswirtschaften überlässt“. Abschließend erklärte er, dass sich die Stadt Kassel der Aussage des Parlamentarischen Gesprächkreises vorbehaltlos anschließe, wonach die Finanzierung der Transrapid-Technologie lösbar sei, wenn alle Beteiligten, wie sie immer betont haben, den Transrapid wollen.
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